Citroën ë-C4 im Test

Citroën ë-C4: Test, Elektro, Motor, Preis

So schlägt sich der neue Elektro-Citroën im ersten Praxis-Test

Mit seinem Elektroantrieb, einem Hauch SUV und sympathischer Größe weckt der Citroën ë-C4 hohe Erwartungen. Und in der Praxis? Das klärt der AUTO BILD-Test.
Theoretisch müsste der Citroën ë-C4 einen prächtigen Allrounder abgeben. Ein Elektroauto mit Stil und kilowattstarkem Hintergrund, nicht zu üppig dimensioniert, gleichzeitig funktional und familientauglich strukturiert. So universell, wie sich dieser Citroën auf den ersten Blick und beim Stöbern im Datenblatt gibt, sollte er also auch im Fahrbetrieb bestehen. Könnte aber schwierig werden. Denn auch im tiefsten Winter höchste Ansprüche zu erfüllen, ist für E-Autos nicht leicht.

Winterliche Temperaturen schränken die Reichweite des ë-C4 ein

Bei kalten Temperaturen bleiben von 350 Kilometern Reichweite nach WLTP nur 192 Kilometer übrig.

©Olaf Itrich / AUTO BILD

So viel gleich vorab: Die Minusgrade Mitte Februar 2021 haben dem Kompakten tatsächlich deutlich zu schaffen gemacht. Unser Testwagen musste Ladeprozeduren und Reichweitenermittlung bei minus drei Grad Celsius ertragen. Die bestmögliche elektrische Maximaldistanz betrug so "nur" 192 Kilometer. Doch erst mal zum Auto. Der ab 34.640 Euro teure ë-C4 gehört (ohne Förderung) preislich in die Mittelklasse. So richtig üppig ausgestattet ist er als "feel" dann noch nicht. Erst in der Top-Linie "shine" fahren das umfangreiche Multimediapaket und die wichtigsten Assistenzsysteme wie ein Totwinkelassistent mit. So kostet der ë-C4 jedoch mindestens 37.340 Euro (zum Angebot: Ersparnis bei carwow.de bis zu 11.064 Euro). Was das Platzangebot angeht, möchte der kompakte Citroën dagegen wohl lieber in Richtung Kleinwagenklasse ausbüxen. Selbst die hauteng geschnittenen Fünftürer von Mercedes und BMW (A-Klasse und 1er) sind geräumiger. (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungvergleich)

Richtig viel Platz bietet der Citroën auf den hinteren Plätzen nicht

Schön, aber eng: Die abfallende Dachlinie steht dem C4, kostet die Fond-Passagiere aber ordentlich Raum.

©Olaf Itrich / AUTO BILD

Die flache Dachlinie des ë-C4 beeinflusst zudem das Raumgefühl. Fast schon gefährlich: An den Außenplätzen können sich große Passagiere leicht den kantigen Haltegriff in die Schläfe rammen. Der Knieraum im Fond ist zudem knapp, und drei Personen hinten sitzen viel zu eng aneinandergeschmiegt. Wobei: Mit fünf Erwachsenen an Bord wäre der ë-C4 ohnehin bereits überladen. Die 1632 Kilogramm Leergewicht ermöglichen nur 368 Kilogramm Zuladung – auch das sehen wir eher in der Klein- als Kompaktwagenklasse. Die vorderen Sitze sind in den Mittelbahnen angenehm straff bespannt, die Wangen dagegen nur halbherzig mit Füllmaterial gestopft. Zudem fehlt es den Auflagen an Länge – nur 490 Millimeter stehen hier zur Verfügung. Eine Handbreit zusätzliche Fläche oder ein Verstellelement würden helfen.
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Dafür fährt sich der Citroën auffallend komfortabel. Die Federung spricht leicht an, steckt über lange Wege auch dicke Buckel weg, gleichzeitig fühlt sich der Wagen nie ungenau oder schaukelig an. Allenfalls die steifen Reifenflanken ecken hörbar an Sieldeckelkanten an. Gleichzeitig läuft das Auto sehr leise. Ein Knistern in den Radhäusern und dezentes Reifenrauschen ist alles, was man bis Tempo 100 wahrnimmt.

Beim Fahren stellt sich das typische Elektroauto-Gefühl ein

Typisch Elektroauto: Der Motor hat bei "Vollgas" genug Punch, die Rekuperation verzögert ordentlich.

©Olaf Itrich / AUTO BILD

Das Bedienkonzept gefällt uns. Zwar werden viele Funktionen über den großen mittigen Berührbildschirm gesteuert, und das leicht verspielte Cockpitelement mit digitaler Geschwindigkeitsdarstellung muss man mögen. Aber es gibt einen konventionellen Lautstärkeregler und ein eigenes, intuitiv nutzbares Bedienmodul für die Klimaanlage. Eine Taste in der Mittelkonsole ruft die für den E-Betrieb relevanten Infos auf den Multimediaschirm – eine elegante Lösung. Der Motor liefert mit 136 PS nicht unbedingt spektakuläre Kraft. Aber das elektrische "Punch-Gefühl" stellt sich zumindest beim Durchtreten des rechten Pedals ein. Zudem lässt sich per Tastendruck eine starke Rekuperationsstufe (mit ordentlich spürbarem Verzögerungseffekt) einstellen – was ebenfalls das typische Fahrgefühl eines E-Mobils hervorruft. 

Citroën ë-C4 im Test

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Wir haben auf unserer Testrunde einen Verbrauch von 23,9 kWh/100 km ermittelt. Klar, bei eisigen Temperaturen saugt auch die Heizung mit am Hauptakku. Zurückgerechnet vom 50-kWh-Akku (mit geringerer nutzbarer Netto-Kapazität) ergibt sich dann die mickrige "Winter-Reichweite". Dafür lässt sich der ë-C4 im Optimalfall in rund einer halben Stunde am Schnelllader wieder auf 80 Prozent Kapazität bringen. Im schlechtesten Fall an einer Haushaltssteckdose dauert die Füllung jedoch über 30 Stunden. Einerseits ganz schön schnell, andererseits eher lahm. Von allem etwas halt.
Das Fazit: Ein bequemes Auto, ohne Schrullen und Fehler. Allerdings unterliegt auch der ë-C4 typischer E-Auto-Problematik (Kälte, Aufladen!). Der eher kleine Akku schränkt die Reichweite ein. AUTO BILD-Testnote: 2-

Autoren: , Berend Sanders

Fotos: Olaf Itrich / AUTO BILD

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