Vorstellung und Preis: Dacia Duster startet unter 17.000 Euro
2010 brachte Dacia den Duster auf den Markt. Seit 2017 steht die zweite Generation des SUVs bei den Händlern, 2021 wurde sie mit einem Facelift aufgefrischt. Der Rumäne steht auf der B0-Plattform von Renault und teilt sich die Technik mit dem Renault Captur. Verkauft wird das kompakte SUV in fünf verschiedenen Ausstattungslinien und mit einer Auswahl an Benzin- und Dieselmotoren sowie in einer Autogas-Version.
Dacia Duster (2022): Preise
Dacia Duster (2022): Preise
Essential
Expression
Journey
Journey+
Extreme
TCe 100 ECO-G
ab 16.900 Euro
ab 17.500 Euro
ab 19.000 Euro
–
ab 20.500 Euro
TCe 130
–
ab 18.700 Euro
ab 20.200 Euro
ab 20.900 Euro
ab 21.250 Euro
TCe 150 EDC*
–
–
ab 22.700 Euro
–
ab 23.750 Euro
TCe 150 4x4
–
–
ab 23.500 Euro
ab 24.200 Euro
ab 24.550 Euro
Blue DCi 115
ab 18.800 Euro
ab 19.400 Euro
ab 20.900 Euro
–
ab 21.950 Euro
Blue DCi 115 4x4
–
ab 22.000 Euro
ab 23.500 Euro
–
ab 24.500 Euro
Die Kraft wird an die Vorderräder abgegeben, der 150-PS-Benziner und der Diesel sind auch mit Allradantrieb zu haben. Mit einem Basispreis von 16.900 Euro ist der Dacia Duster das günstigste SUV, das derzeit in Deutschland angeboten wird.
Nachfolger: Kommt so die dritte Duster-Generation? (Update!)
Die zweite Generation ist nun bereits sechs Jahre alt, jetzt planen die Rumänen für 2024 die dritte Generation des Low-Budget-SUVs. Die neue Generation dürfte in den Abmessungen etwas zulegen und könnte Design-Elemente des Bigster-Konzepts übernehmen. Technisch steht die CMF-B-Plattform Pate für das kompakte Modell.
Die AUTO BILD-Illustration gibt einen Ausblick darauf, wie der neue Duster kommen könnte.
Bild: B.Reichel
Neue Scheinwerfer mit der aus dem Sandero bekannten Leuchtengrafik könnten in das SUV einziehen, die C-förmigen Rückleuchten dürften vom Bigster übernommen werden. Und diese Ähnlichkeit ist kein Versehen, schließlich soll die Studie als großer Bruder des Duster mit bis zu sieben Sitzen ins Rennen gehen.
Antriebsseitig ermöglicht die CMF-B-Plattform dem SUV, auch mit Hybridantrieben ausgerüstet zu werden. Darunter zählt ein Vollhybrid, wie er auch im Jogger zum Einsatz kommt, aber auch Plug-in-Hybride sind denkbar. Der Basispreis dürfte zwar leicht steigen, sollte aber noch unterhalb der 20.000 Euro-Marke bleiben.
Design und Abmessungen: LED-Technik serienmäßig im Duster
Verglichen mit der ersten Generation ist der aktuelle Duster deutlich markanter geworden. 2021 wurde das SUV zuletzt aufgefrischt, was vor allem an den Rückleuchten zu erkennen ist, die eine Y-Grafik bekommen haben. Das Y-Motiv zieht sich durchs ganze Auto, findet sich auch bei den Frontscheinwerfern, die jetzt mit serienmäßiger LED-Technik für Abblendlicht und Blinker bestückt sind.
In der Länge hat der Duster zum Vorgänger um zwei Zentimeter zugelegt (Duster I: 4,32 Meter, Duster II: 4,34 Meter), der Radstand bleibt aber mit 2,68 Metern gleich. Besonders in der Höhe hat die zweite Generation abgenommen, mit 1,69 Metern ist das SUV rund fünf Zentimeter niedriger.
Die Abmessungen im Überblick:
• Länge: 4341 mm • Breite: 1804 mm • Höhe: 1693 mm • Radstand: 2676 mm • Kofferraum: 411 bis 1478 Liter
Gebrauchtwagen-Check: Lohnt sich ein gebrauchter Duster?
In Deutschland ist der Dacia Duster ist ein konkurrenzlos günstiges SUV. Auch der Wertverlust hält sich auf einem niedrigen Niveau, die Gebrauchtwagen-Preise sind recht stabil. So ist es oft günstiger, einen Neuwagen zu kaufen. Trotz der Kleinwagen-Basis überzeugt der Rumäne mit seinem großzügigen Platzangebot, das fast Mittelklasse-Niveau reicht.
Die Einrichtung ist schlicht, aber nicht ohne Charme. Das Fahrwerk bietet umso mehr Komfort, je schlechter die Straße wird. Kurviges Terrain und die Autobahn sind aber nicht seine Domäne aufgrund schwacher Dämpfung, schwammiger Lenkung und unbestimmtem Geradeauslauf.
Doch die erste Generation leistet sich auch Probleme. Turbolader und Einspritzpumpe sind anfällig. Beschwerden gibt es auch über Ausdünstungen der Kunststoffe bei massiver Sonneneinstrahlung. Aufgrund von Schäden an den Zündkerzen oder der Motorsteuerung ruckeln die Benziner öfter, Ölverlust und defekte Abgasanlagen werden immer wieder bemängelt. Dafür hält sich Rost beim Duster in Grenzen. Die Antriebswellen bleiben ebenso unauffällig – mit kleinem Ausreißer der ältesten Exemplare. Federn und Dämpfer überschreiten den Mängelschnitt kaum. Auch die Bremsscheiben bleiben meist unter dem Schnitt, Leitungen und Schläuche halten bis ins Alter.
Innenraum: viel Hartplastik im Duster
Der günstige Einstiegspreis ist besonders im Innenraum gut zu erkennen. In der Basisversion "Access" gibt es anstelle eines Radios oder Navigation lediglich zwei Ablagefächer in der Mittelkonsole, erst ab der Ausstattungslinie "Essential" ist ein Radio oder optionales Media-Display verfügbar. Letzteres ist in der Linie "Prestige" sogar serienmäßig verbaut. Der Anteil an Hartplastik liegt selbstverständlich über dem Schnitt, kann aber mit Kunstleder auf den Armauflagen in den Türen und an der Mittelkonsole eine Portion mehr Wertigkeit bekommen.
Der Anteil an Hartplastik ist im Duster etwas höher. Kunstleder in den Türen und auf der Mittelkonsole setzt schöne Akzente.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Fahren: komfortables Fahrwerk, aber wenig Sicherheitsausstattung
Im ersten Test fallen die zum Facelift aufgemöbelten Sitze mit strafferer Polsterung auf, die auf langen Strecken mehr Komfort bieten. Wer aber über 1,90 Meter groß ist, der findet keine optimale Sitzposition. Hier mangelt es schlicht und ergreifend an ausreichend Verstellmöglichkeiten. In Reihe zwei besteht wenig Grund zur Klage, die Bank gefällt mit angenehmer Polsterung und ausreichend Auflagefläche.
Der Einstieg gelingt dank weit öffnender Türen und guter Sitzhöhe sehr bequem. Weniger großzügig geht's dafür im Kofferraum zu. Bei umgeklappter Rückbank müssen schwere und sperrige Gegenstände noch immer über eine recht ordentliche Stufe gewuchtet werden.
Weiches Fahrwerk und moderater Verbrauch
Auf der Straße zeigt sich das Fahrwerk von seiner französisch weichen Seite, Sportlichkeit steht beim Duster nicht im Vordergrund. Das ist auch bei der Lenkung zu spüren. Mangelhafte Präzision und wenig bis gar keine Rückmeldung gefallen nicht wirklich, passen aber grundsätzlich zum entspannten Charakter. Passend dazu gesellen sich auch der aufgeladene Vierzylinder und das Sechsgang-DSG, das im geforderten Sprint etwas träge reagiert.
Den mit 7,4 Litern auf 100 Kilometer mäßigen Verbrauch verdankt der Duster auch seinem Leergewicht von nur knapp über 1,3 Tonnen. Alternativ zum Doppelkuppler empfiehlt AUTO BILD die mit 130 PS leicht schwächere Variante (-2400 Euro) mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder gleich den Allradler (+900 Euro).
Serienmäßige LED-Technik in Scheinwerfern und Rückleuchten mit Y-Grafik zieren die Optik des Duster.
Bild: Renault Group
Das hauseigene Infotainment überzeugt dank kaum vorhandener Funktionen mit kinderleichter Bedienung. Apple CarPlay und Android Auto kommunizieren aber kabellos mit dem System, so lässt sich jeder Stau zielsicher umfahren. Beim Kapitel Sicherheitsausstattung schwächelt der Duster aber, denn hier gibt die Preisliste so gut wie nichts her.
Notbrems- und Spurhalteassistent sowie Querverkehrs- und Spurverlassenswarner sucht man hier vergeblich. Einen Totwinkelwarner gibt es zwar, aber das war's dann auch. Wer sich daran stört, der sollte sich in einer höheren Preisklasse umschauen. Wer jedoch ohne Probleme und preisgünstig von A nach B möchte, ist bei Dacia genau richtig.
Motoren: Duster fährt mit Drei- und Vierzylindern vor
Für den Antrieb des Dacia Duster stehen drei Benziner, ein Diesel und ein Autogasantrieb zur Wahl. Der bisherige Einstiegsbenziner mit 91 PS wurde aus dem Programm genommen, die neue Basis bildet jetzt der 1,3 Liter-Vierzylinder mit 131 PS. Geschaltet wird manuell über sechs Gänge. Eine Automatik gibt es nur in Verbindung mit dem 150 PS starken Vierzylinder-Benziner und Frontantrieb.
Den Top-Benziner gibt es auch mit Allrad, aber nur in Kombination mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe. Das Diesel-Aggregat mit 1,5 Litern Hubraum und 116 PS (114 PS mit Allrad). Den Diesel gibt es wahlweise mit Vorderrad- oder Allradantrieb. Auch mit im Programm: Eine Autogasversion mit 101 PS und 170 Nm maximalem Drehmoment. Als E-Auto gibt es den Dacia Duster nicht – diese Rolle übernimmt der Dacia Spring, der gleichzeitig das erste Elektro-Modell der Marke ist.
Dacia Duster (2022): alle Motoren
Dacia Duster (2022): alle Motoren
TCe 100 ECO-G
TCe 130
TCe 150 EDC
TCe 150 4x4
Blue DCi 115
Blue DCi 115 4x4
Motor
Dreizylinder-Turbo
Vierzylinder-Turbo
Vierzylinder-Turbo
Vierzylinder-Turbo
Vierzylinder-Turbo
Vierzylinder-Turbo
Hubraum
999 cm³
1332 cm³
1332 cm³
1332 cm³
1461 cm³
1461 cm³
Kraftstoff
Autogas (Benzin)
Benzin
Benzin
Benzin
Diesel
Diesel
Leistung
101 PS (74 kW)
(91 PS (67 kW))
131 PS (96 kW)
150 PS (110 kW)
150 PS (110 kW)
116 PS (85 kW)
114 PS (84 kW)
max. Drehmoment
170 Nm
(160 Nm)
240 Nm
250 Nm
250 Nm
260 Nm
260 Nm
Getriebe
6-Gang-Schaltgetriebe
6-Gang-Schaltgetriebe
6-Gang-Automatik
6-Gang-Schaltgetriebe
6-Gang-Schaltgetriebe
6-Gang-Schaltgetriebe
Antrieb
Vorderradantieb
Vorderradantieb
Vorderradantieb
Allradantrieb
Vorderradantieb
Allradantrieb
0-100 km/h
13,8 s
(15,1 s)
10,6 s
9,7 s
10,4 s
10,2 s
10,2 s
Höchstgeschwindigkeit
168 km/h
(166 km/h)
174 km/h
174 km/h
174 km/h
174 km/h
174 km/h
Verbrauch kombiniert nach WLTP*
7,8 l/100 km
(6,4 l/100 km)
6,2 l/100 km
6,2 l/100 km
6,8 l/100 km
4,8 l/100 km
5,4 - 5,3 l/100 km
CO2-Emissionen kombiniert*
127 - 126 g/km
(145 - 144 g/km)
141 - 140 g/km
141 g/km
154 - 153 g/km
127 g/km
140 g/km*
Abgasnorm
Euro 6
Euro 6
Euro 6
Euro 6
Euro 6
Euro 6
Podcast: "Erst fahren, dann reden" im Dacia Duster
Im AUTO BILD-Podcast "Erst fahren, dann reden" haben sich die Redakteure Peter R. Fischer und Jan Götze den Dacia Duster vorgenommen. Im ersten Teil geht es ums Design, die Modellvarianten und um die Gründe, die gegen die Topversion des Duster sprechen. Und wussten Sie, dass es auch einen Dacia Duster mit 850 PS gab?
Nach dem Design und dem Innenraum geht's jetzt um den Fahreindruck im Duster. Was hat den Redakteuren gut gefallen, und wo merkt man den günstigen Preis? Was hat es mit dem Blinker auf sich? All das in Teil 2 von "Erst fahren, dann reden" im Dacia Duster!
Dauertest: solide Technik, aber leichter Rost
Es gibt Auto-Weisheiten, die bleiben im Laufe eines Langzeittests einfach auf der Strecke. Etwa diese: Wo wenig dran ist, kann auch nur wenig kaputtgehen. Stimmt im Kern, doch bei einem Getriebeschaden rettet der günstige Preis und die magere Ausstattung die Dauertest-Bilanz auch nicht mehr. Dies geschah bei der ersten Generation des Duster, der den 100.000 Kilometer-Marathon nur mit der Note 4 abschloss.
Die zweite Generation macht einiges wieder gut, was beim ersten Duster schiefging. Testnote: 2.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Als die zweite Generation auf den Markt kam, überließ Dacia der AUTO BILD-Redaktion ein Exemplar zum großen Stresstest, diesmal mit Benziner und Frontantrieb statt Diesel und Allrad. Im Alltag wurden vor allem die unharmonische Gasannahme, das schlechte Warmstartverhalten und der mit 115 Sauger-PS sehr durchzugsschwache Motor kritisiert. Immerhin: Seit 2019 hat Dacia nur noch turboaufgeladene Aggregate im Programm; selbst die 91 PS starke Basis hat mehr Drehmoment als der 1.6er-Sauger.
Wer den schwachen Antrieb ausblenden konnte, der freute sich aber über guten Abrollkomfort und ein weich abgestimmtes Fahrwerk. Zweithäufigster Kritikpunkt war der fehlende Seitenhalt der Sitze vorne und hinten. Die kaum packende Kurvenunterstützung sorgte immer wieder dafür, dass die Passagiere in den Kurven in ihren Gurten hingen.
Die Technik hält, der Rostschutz könnte besser sein
Technisch machte der Duster zunächst wenig Hoffnung auf gute Ergebnisse, denn bereits nach nur 40.000 Kilometern war der komplette Wechsel der vorderen Bremsen fällig. Der neue Satz hatte aber einen längeren Atem und hielt bis zum Ende durch. Und auch sonst ging, abgesehen von einer Glühbirne, nichts kaputt. Für eine Eins reichte es zum Schluss aber leider nicht – für die kleine Sensation hätte es einen umfassenderen Korrosionsschutz gebraucht.
Bei der Zerlegung zeigten sich braune Blessuren am Blech, es blühte im Kofferraum hinter den Seitenverkleidungen, an den Schweißpunkten im hinteren linken Türeinstieg und den Haltelaschen vom Innenkotflügel vorn rechts. Hinzu kamen erste Ermüdungserscheinungen der vorderen Stoßdämpfer und lose Verkleidungsteile aufgrund fehlender Halteclips sowie Abnutzungsspuren an den Sitzen und im Kofferraum. Macht in Summe 13 Fehlerpunkte, die zusammen mit dem überschaubaren Wertverlust eine solide Testnote 2 ergeben.