Als Manfred M. den Kaufvertrag beim Dacia-Händler unterschreibt, glaubt er noch an ein Schnäppchen. Sein brandneuer Dacia Duster TCe 125 4x2 kostet ihn 17.618 Euro und 90 Cent. "Wir wünschen Ihnen mit Ihrem neuen Fahrzeug allzeit gute Fahrt", ist auf der Fahrzeugrechnung vermerkt. Doch trotz Prestige-Topausstattung mit Ledersitzen, Alufelgen und Navigationssystem soll der Ex-Skoda-Fahrer nicht allzu lange Freude an seinem weißen Duster haben.
Dacia Duster
Auch der Sitzbezug löst sich auf: Nach nur 92.732 Kilometern sieht der Duster ziemlich gerupft aus.
Zu schnell stellen sich Macken und Reparaturen ein (TÜV-Report 2020: Diese SUVs können im Alter anfällig sein). Im Mai 2015 kleckert der Duster in die heimische Einfahrt. Ein Ölleck am Stirndeckel muss auf Garantie beseitigt werden, bei Kilometerstand 14.083. Im September 2017 macht der Motor erneut Probleme: Dacia tauscht für 293,03 Euro die erste Lambdasonde. Im August 2018 macht der Motor dann üble Rasselgeräusche: Der Rentner sucht seine Dacia-Vertretung erneut auf und erfährt dort, dass die Steuerkette nach nur 65.912 Kilometern am Ende sei.

Steuerkette nach fünf Jahren erneut defekt

Dacia Duster
Das Navi außer Gefecht: Ein "fataler Fehler ereignete sich im Hauptstrang", heißt es.
Im Februar 2019 meldet der Motor erneut einen Fehler: Ladedrucksensor- und Lambdasonde müssen getauscht werden. Dieser Werkstattaufenthalt kostet 757,03 Euro. M. zahlt frustriert. Im Sommer 2020 ist die Steuerkette erneut defekt. Manfred M. zieht verärgert die Notbremse, verkauft das 92.732 Kilometer junge SUV mit Motorschaden für 3100 Euro an einen Aufkäufer: "Mein Dacia Duster war ein teures Vergnügen."
Kommentar von Lars Jakumeit: Der Duster ist für Renault-Nissan ein Erfolgsmodell. Auch außerhalb Europas wird das Fahrzeug erfolgreich vermarktet: als Renault Duster oder in Indien mit anderer Front als Nissan Terrano II. Um bei deutschen Autofahrern langfristig zu punkten, wäre bessere Haltbarkeit nicht schlecht. Sich häufende Defekte belasten den Geldbeutel und frustrieren unnötig. Dass es auch anders und besser geht, zeigt Renault-Nissan seit Jahren selbst erfolgreich mit solideren Typen wie dem Renault Kadjar oder dem Nissan Qashqai