Als Citroën vor mehr als einem Jahr seinen elektrischen Zauberwürfel Ami vorstellte, war die Aufregung groß. Ein buntes Cityauto mit ungewöhnlichem Aussehen und Platz für zwei Personen, von einem kleinen Elektromotörchen angetrieben? Unterhalb von Kfz angesiedelt, also strenggenommen gar keine richtigen Autos? So etwas rollt bisher fast nur auf den Straßen von Frankreich. Der Cityflitzer leistet gerade einmal 6 kW/8 PS und ist überschaubare 45 km/h schnell, da er sich mit einem sogenannten AM-Führerschein nebst Versicherungskennzeichen ab 16 Jahren bewegen lässt. Ein Motorroller auf vier Rädern.
In deutschen Städten ist von dem vermeintlichen Frauenversteher bisher kein Exemplar zu sehen. Ein Grund mag der opulente Preis sein: 7000 Euro sind keine Kleinigkeit für einen 2,41 Meter langen Doppelsitzer, der mit seinem winzigen Akkupaket im Unterboden zu Sommerzeiten gerade mal 75 Kilometer am Stück zurücklegen kann.
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Opel Rocks-e
Der Opel Rocks-e ist ein vierrädriges Leichtfahrzeug mit Platz für zwei Personen, Dreipunktgurten und 75 km Reichweite.
Der nicht einmal 500 Kilogramm schwere Citroën Ami, der mit dem Leichtkraftwagen Opel Rocks-e nunmehr einen technischen und optischen Zwilling bekam, verfügt weder über eine echte Heizung noch eine Klimatisierung. An warmen Sommertagen ist es unangenehm heiß und im Winter eiskalt. Dass sich die Türen entgegengesetzt öffnen, ist ein witziges Detail, genau wie die Tatsache, dass die Überhänge und das ganze Auto symmetrisch sind. Allerdings ist die gegenläufig öffnende Tür auf der Fahrerseite nicht immer praktisch. Genauso wie die Tatsache, dass man zwei verschiedene Schlüssel für den Ami braucht – einen zum Öffnen und einen für das Zündschloss. Aufgeladen werden Citroën Ami und Opel Rocks-e an der heimischen 220-Volt-Steckdose in gerade mal drei Stunden.

Renault Twizy fährt bis zu 90 km weit

Renault Twizy Dauertest
Mit ihm fing alles an: Der Renault Twizy erobert seit 2012 mit seinem platzsparenden E-Konzept die deutschen Großstädte.
Das Problem mit dem kalten Winter ohne Heizung kennt man bereits vom 2,33 Meter langen Renault Twizy. Er startet als Twizy 45 knapp über 11.000 Euro, ist aber in der stärkeren Variante mit 13 kW/17 PS immerhin bis zu 80 km/h schnell und somit kein rollendes Verkehrshindernis. Zu zweit sitzt man im Twizy hintereinander und hat eine Reichweite von rund 90 Kilometern. Das Basismodell schafft mit seinem 7 kW/10 PS starken Elektromotor aber auch nur Tempo 45. Immerhin gibt es Stecklösungen für die Seitenverkleidungen, sodass man Wind und Wetter an den Flanken nicht schutzlos ausgeliefert ist.

Eli Zero mit recycelbaren Materialien

Etwas schicker wirkt da der neue Eli Zero. Seine Karosserie besteht aus recycelbaren Materialien wie Polypropylen und Aluminium, um das Gewicht zu senken und die Umweltbelastung zu minimieren. Marktstart soll im kommenden Frühjahr sein – überraschenderweise in den USA, wo Kleinstwagen bisher keine Chance hatten. Die Europaversion soll bei knapp 11.000 Euro starten und ist wie die Konkurrenten ebenfalls nur 45 km/h schnell.

Heizung und Klimaanlage beim Zero an Bord

Eli Zero
Der Eli Zero wird zunächst in begrenzter Stückzahl verkauft. Er soll mit einer Stromladung 80 km weit kommen.
Das Batteriepaket mit einer Kapazität von 5,8 kWh soll eine Reichweite von 80 Kilometern ermöglichen. In zweieinhalb Stunden erstarkt das Akkupaket an einer 220-Volt-Steckdose wieder zu voller Leistung. Falls es mit den normalen Kunden hapern sollte, bietet der 2,25 Meter lange Eli Zero einen Modus an, ihn als Golfcart nutzen zu können. Im Gegensatz zu den Wettbewerbern können in dem chinesischen Amerikaner zwei Personen sitzen und Gepäck (160 Liter) oder gar eine dritte Person mitgenommen werden. Immerhin: Es gibt Heizung und Klimaanlage an Bord.

Dank AM-Führerschein mit 16 ans Steuer

Warten wir es ab, ob sich die Elektrokleinstwagen auch in Europa ein sehr kleines Stück vom Elektrokuchen abschneiden können. Zumindest für einige Fahranfänger könnten sie ein Thema sein, denn mit dem AM-Führerschein kann man mit 16 Jahren ins Steuer greifen. Wenn nur die hohen Preise nicht wären.

Von

Stefan Grundhoff