Das Aufladen per Kabel kennt jeder E-Autobesitzer, doch ist es mit dem Herauskramen eines kiloschweren, meterlangen Kabels aus dem Auto und dem eher umständlichen Anschlleßen an eine Ladestation oder Wallbox verbunden. Das kostet Zeit und ist Arbeit.
Den Kabelsalat beenden oder zumindest deutlich vermindern könnte konduktives Laden von E-Autos per Stromabnehmer. Das Projekt "eTaxi Austria" in Österreich testet genau dies mit der Ladetechnologie Matrix Charging des Grazer Unternehmens Easelink. Sie besteht aus einem Charging Connector am Unterboden des Fahrzeugs und einem Charging Pad am Parkplatz. Demonstriert wurde das Prinzip Anfang September 2021 auf der IAA Mobility in München in einer neuen E-Plattform von Zulieferer Schaeffler.
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Übertragungseffizienz von fast 100 Prozent

Das Besondere: Gleich nach dem Abstellen des E-Autos wird der Matrix Charging Connector automatisch abgesenkt und das Fahrzeug über die physische Verbindung geladen. Die Entwickler versprechen eine Übertragungseffizienz von mehr als 99 Prozent. Die Ladeleistung beträgt im Normalfall 11 Kilowatt (kW), mit 400 Volt ist sie auf 22 kW bei Wechselstrom (AC) und 50 kW bei Gleichstrom (DC) steigerbar. Mit der noch nicht allzu weit verbreiteten 800-Volt-Technik (z.B. beim Porsche Taycan oder beim Hyundai Ioniq 5) sollen sogar 100 Kilowattstunden Leistung möglich sein.
eTaxi 2.0 Projekt
Nach dem Parken senkt sich der Charging Connector am Unterboden des E-Autos bis zum Lade-Pad herab.

Auch Integration in Serienautos geplant

Da das im Boden eingelassene Pad gerade im Freien von Verschmutzung bedroht ist, hat das Matrix-Charging-System ein integriertes Reinigungssystem. Es bläst automatisch Luft aus der Unterseite des Connectors, bis die Verbindung zwischen ihm und dem Pad hergestellt ist. Mit integrierten Reinigungslamellen werden zudem Fremdkörper gelöst. Laut Easelink hält das Charging Pad zudem einer Radlast von bis zu 2,5 Tonnen Gewicht stand. Der Connector wiegt nur 4 Kilo, erhöht das Gewicht des Autos also kaum. Durch das kompakte Design könne das Matrix Charging System bereits in mehr als 90 Prozent aller Elektrofahrzeuge auf dem Markt nachgerüstet werden, so die Entwickler (zum Kaufratgeber E-Auto).

Umrüstung von 66 ID.4 und Ioniq 5

Beim Projekt eTaxi Austria will zunächst ein Konsortium aus elf Firmen die Dekarbonisierung der Taxiflotten in Wien und Graz bis Mai 2024 testen und vorantreiben. Umgerüstet werden zehn Taxistände und 66 VW ID.4 (Foto oben) und Hyundai Ioniq 5. Neben der Herstellung von Nachrüstkits für Taxi- oder Carsharingflotten ist auch die Integration von Matrix Charging in Neuwagen geplant. Man arbeite dafür "mit führenden Automobilherstellern und Zulieferern an einer Serienapplikation", heißt es aus mehreren Quellen.

Bequem Laden, doch mit Verlust: Induktives Laden

Eine andere, bequeme Ladeform könnte das induktive Laden sein, eine Ladetechnik, die bei elektrischen Zahnbürsten oder Smartphones bereits seit Längerem zur Anwendung kommt. Dabei fließt Strom ohne physische Verbindung über Spulen und ein Magnetfeld in den Akku des Geräts, das allerdings exakt über der Stromquelle platziert sein muss. Doch hier gibt es ein Problem: der Ladeverlust in Form von Abwärme. Längst nicht alle übertragene Energie kommt auch in der Batterie an. So ist bei "eCharge" von BMW für den Plug-in-Hybriden 530e von rund 15 bis 20 Prozent Ladeverlust die Rede.