Elektroauto, Ladesäule, Tanken, Laden, Planung
Ein neuer Dienst soll die Ladesäulen-Verfügbarkeit vorhersagen

Wer im Elektroauto auf Langstrecken unterwegs ist, braucht freie Ladesäulen. Doch ob die Strom-Tankstellen frei oder belegt ist, war bisher nur mit hohem Aufwand feststellbar. Ein neuer Dienst soll hier den Überblick bringen.
Bild: DPA
Stell' Dir vor, Du willst Dein Elektroauto laden, aber keine Steckdose ist frei! Mit einem Verbrenner-Auto ist es nie ein Problem, einen freien Tankplatz zu finden – im schlimmsten Fall muss man fünf Minuten warten. Bei einem Elektroauto hingegen ist aufgrund der noch dürftigen Ladeinfrastruktur und oft langen Ladezeiten sorgfältige Vorplanung das A und O.
Hinzu kommt dann aber noch ein weiteres Problem: Bei Ladesäulen ist es gut möglich, dass sie für längere Zeit besetzt sind. So benötigt auch ein Tesla Model S mindestens 40 Minuten an der Schnellladesäule, bis sein 100-kWh-Akku wieder annähernd voll ist. Laden nebenan weitere Autos, kann sich der Vorgang noch erheblich verzögern, weil die Ladeleistung dann gedrosselt wird. Speziell zu Stoßzeiten kann das schnell passieren. So lange möchte niemand warten. Dann ist guter Rat teuer.
Diesen Rat soll es in Zukunft bereits im Vorfeld geben, damit sich Langstreckenfahrten mit dem Elektroauto besser planen lassen. Dafür soll ein neuer Vorhersagedienst des Karten- und Navigationsanbieters "Here Technologies" sorgen. Dieser Dienst wurde auf der Technikmesse CES vorgestellt.

Mit der neuen Technologie sollten Wartezeiten an einer Ladesäule der Vergangenheit angehören.
Bild: AUTO BILD Montage Ladesäule/ DPALupe/ Getty
Das Vorhersagemodell "Charge Point Occupancy Prediction" nutzt laut "Here" die Positionsdaten von knapp 90 Prozent der weltweiten öffentlich verfügbaren Ladesäulen. Für die Vorhersage korreliert die Software Standorte mit Sensordaten von Fahrzeugen und historischen Daten zu Verkehr, Wetter, Uhrzeit und Wochentag.
Das Ergebnis der Berechnung ist die Wahrscheinlichkeit, mit der eine bestimmte Ladesäule zu einem Zeitpunkt frei sein wird. Damit soll eine bessere Routenplanung möglich sein, die dann zu weniger Wartezeiten beim Laden führen soll.
Dringend benötigtes Tool für E-Auto-Fahrer
"Elektroauto-Fahrer navigieren durch einen Flickenteppich aus Infrastruktur mit verschiedenen Steckertypen, Preisen und wenig Wissen, wann eine Ladestation belegt ist", sagte Here-Vizepräsident Chris Handley anlässlich der Präsentation. "Diese Funktion konzentriert sich auf die Bereitstellung eines dringend benötigten Tools für E-Auto-Fahrer, um ihren Tag sicherer zu planen und weniger Zeit mit dem Aufladen zu verschwenden." Die Ortungsdaten und Softwaredienste von Here werden laut Unternehmensangaben weltweit in 170 Millionen Fahrzeugen verwendet.
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