Elektroautos sind auch nur Menschen: Im gemäßigten Temperaturbereich zwischen +15 und +25 Grad Celsius fühlen sie sich am wohlsten. Das betrifft vor allem die Akkus: Niedrige Temperaturen reduzieren die Fähigkeit zur Stromspeicherung.
Hitze dagegen erhöht die Gefahr von Schäden. Beiden Extremen muss durch Heizung bzw. Kühlung begegnet werden – und das kostet zusätzlich Strom. Dann sinkt die Reichweite.

Top 10: Stromverbrauch der E-Autos im AUTO BILD-Test

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Dacia Spring (Testverbrauch: 15,8 kWh)
2.
Renault Twingo Electric (Testverbrauch: 16,4 kWh)
3.
Hyundai Kona Elektro (Testverbrauch: 18,8 kWh)
3.
Fiat 500e (Testverbrauch: 18,8 kWh)
5.
Audi Q4 e-tron (Testverbrauch: 21,1 kWh)
6.
VW ID.3 Pro S (Testverbrauch: 21,3 kWh)
7.
Mercedes EQB 300 4Matic (Testverbrauch: 21,8 kWh)
8.
Skoda Enyaq iV 80 (Testverbrauch: 21,9 kWh)
8.
VW ID.4 Pro (Testverbrauch: 21,9 kWh)
8.
Opel Mokka-e (Testverbrauch: 21,9 kWh)
Noch einflussreicher als die physikalischen Folgen von Temperaturspitzen sind aber wir Menschen an Bord: Durch Heizung und Klimatisierung des Innenraums verbrauchen wir zusätzlich Energie, die dem Akku dann zum Fahren fehlt. Der größte Reichweiten-Killer ist also der menschliche Faktor!

13 ADAC-Tipps und Tricks für mehr E-Auto-Reichweite

Klimaanlage und Heizung überlegt einsetzen

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Gut ein Viertel Reichweite können Heizung oder Klimaanlage kosten, wenn man während der Fahrt einfach nur aufdreht. Besser: Verbraucher wie Klimaanlage oder Heizung sollten bewusst eingesetzt oder ausgeschaltet werden. Denn ihr Energiebedarf verringert die Reichweite. Nutzen Sie App und wärmen bzw. klimatisieren Sie Ihr E-Auto schon beim Laden, wenn es ohnehin am Kabel hängt.
Empfehlenswert ist in jedem Fall eine Wärmepumpe: Sie bietet den Vorteil, dass sie die Energieeffizienz beim Heizen des Wageninneren in der kalten Jahreszeit erhöht. Moderne Wärmepumpen verbrauchen etwa ein Kilowatt, reduzieren also den Stromverbrauch der Heizung um 80 Prozent.

Wenn möglich, nur Lenkrad- und Sitzheizung nutzen

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Im Auto sparen Sie Heizenergie auf dem gleichen Weg wie im Haus: Reduzieren Sie die beheizte Fläche. Heißt nichts anderes, als nur die Stellen zu erwärmen, mit denen Sie in direktem Kontakt stehen – also Lenkrad und Sitz. Inklusive Vorheizen lassen sich so auch kältere Temperaturen an Bord aushalten, ohne den Pelzmantel anziehen zu müssen.

Fahrweise an die Verkehrssituation anpassen

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Generell gilt, dass gleichmäßiges und vorausschauendes Fahren im E-Auto Energie einspart, weil weniger oft gebremst wird und daher seltener wieder beschleunigt werden muss. Zum vorausschauenden Fahren gehört auch, Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen zu halten. Das ist zudem aus Sicherheitsgründen sinnvoll.

Clever laden

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Regelmäßiges und frühzeitiges Laden zu Hause, am Arbeitsplatz oder an einer öffentlichen Ladestation verhindert "Ladestress". Darunter versteht man, dass der Akku plötzlich viel Energie aufnehmen muss. Das kann ihn zum Beispiel bei niedrigen Temperaturen merklich erwärmen und daher belasten. Das gilt auch in der Stadt.
Der Fahrer zieht aus dem rechtzeitigen Laden einen zusätzlichen Vorteil: Unerwartet lange Unterbrechungen der Fahrt fallen aus! Laden dauert schließlich länger als tanken.

Sanft beschleunigen

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Gerade im Stadtverkehr mit seinen vielen Stop-and-go-Momenten kostet Beschleunigung Reichweite. Sanftes Gas geben ("das Pedal streicheln") hilft Energie zu sparen und schont die Batterie. Außerdem endet die Beschleunigung meist sowieso nach drei Metern hinter dem nächsten vorausfahrenden Auto.

Die Bremsenergie nutzen

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Ein ganz wichtiger Punkt ist die sogenannte Rekuperation. Rekuperation bedeutet Energierückgewinnung. Beim Bremsen wird allgemein Bewegungsenergie in Reibungswärme umgewandelt. Die verpufft normalerweise ungenutzt.
Fürs E-Auto ist das Bremsen dagegen eine Möglichkeit der Energiegewinnung: Sobald der Fahrer im Elektroauto "vom Gas" geht, wird der Elektromotor zum Generator – und speist die Bremsenergie wieder in die Batterie ein. E-Mobilisten können in der Stadt durch Nutzung der Rekuperation 20 Prozent mehr Reichweite erzielen.

One-Pedal-Driving

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Beim One-Pedal-Driving reicht der rechte Fuß aus, um die Geschwindigkeit ausschließlich über das "Gas"-Pedal zu steuern. Das Bremsen übernimmt die Rekuperation. Das Fahren mit einem Pedal benötigt allerdings Gewöhnung und sollte weder bezüglich seiner energiesparenden Wirkung noch in seiner oft abrupten Bremswirkung unterschätzt werden.
Bei den meisten E-Autos können verschiedene Stufen der Rekuperation eingestellt werden, vom lockeren Ausrollen bis eben zum One-Pedal-Driving. So soll eine möglichst hohe Energierückgewinnung möglich sein. Doch der Bremseingriff des Motors/Generators ist entsprechend stark. Die jeweilige Einstellung sollte zum Fahrverhalten des Autofahrers und zur Verkehrssituation passen.

Segeln spart Strom

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Die optimale Form des energiesparenden Fahrens ist das sogenannte Segeln, also das freie Rollenlassen des E-Autos. Dabei wird die Schwungenergie des Pkw genutzt, die Rekuperation ist deaktiviert. Ob gesegelt oder rekuperiert wird, ist eine Entscheidung, die aufgrund der Fahrerfahrung und der Verkehrslage getroffen werden sollte.

Den Eco-Modus nutzen

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Ungeübte E-Auto-Fahrer sollten sich mit den Fahrmodi ihres Autos vertraut machen und sich langsam an sie herantasten. Der Eco-Modus von Elektrofahrzeugen kann in bestimmten Fahrsituationen nämlich automatisch in den Segelmodus schalten. Er reduziert oft auch die mögliche Höchstgeschwindigkeit und die Wirkung von Klimaanlage und Heizung. Zu den Sparmodi sollte am besten die Betriebsanleitung des Fahrzeugs zurate gezogen werden.

Keinen unnötigen Ballast mitschleppen

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Auch ganz klassische Energiespar-Tipps lassen sich auf das E-Auto anwenden: Beispielsweise sollte kein unnötiges Gewicht im Kofferraum oder auf dem Dach transportiert werden. Gepäck auf dem Dach erhöht neben dem Fahrzeuggewicht zusätzlich den Luftwiderstand.
Den Ballast reduzieren Sie auch sinngemäß durch sparsamen Einsatz weiterer Verbraucher an Bord: Musikanlage, Front- und Heckscheibenheizung, Zigarettenanzünder, USB-Anschluss, Nebelscheinwerfer... Wer also seine Scheiben häufiger von innen reinigt, das Handy vor der Fahrt lädt und nur leise Musik hört, wird auch den einen oder anderen Kilometer mehr zur Verfügung haben.

Regelmäßig den Reifendruck checken

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Auch auf den Reifendruck sollte man achten. Hersteller geben aus Komfortgründen oft nur der Mindestdruck an. Eine Erhöhung des Reifendrucks um 0,2 Bar ist beim Fahrkomfort kaum zu spüren, reduziert aber den Verbrauch, ohne dass es Einbußen bei der Sicherheit gibt. Wichtig: Einsparbemühungen durch Reifendruck dürfen nie zulasten der Sicherheit gehen!

Die Batteriegröße der Nutzung anpassen

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Eine für das individuelle Mobilitätsverhalten passend dimensionierte Batterie ist entscheidend. Ist man nur in der Stadt und im Umland unterwegs, genügt oft eine moderate Akkugröße. Denn: je größer die Batterie, desto schwerer das Fahrzeug und desto höher der Stromverbrauch. Gewicht kostet Reichweite.
Auch zu bedenken: Eine kleinere Batterie ist umweltschonender in der Herstellung. Eine größere Batterie gibt dafür mehr Freiheit in Sachen Reichweite und lohnt sich für Fahrer, die mit ihrem E-Auto lange Strecken zurücklegen wollen. Auch wichtig: Je größer der Akku, desto weniger Ladezyklen sind über das Autoleben hinweg notwendig – somit hält ein Auto mit großem Auto durchschnittlich länger, ist aber auch teurer.

Fürs Laden günstige Nachttarife nutzen

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Grundsätzlich solle man günstige Kraftstoffpreise nutzen. Beim Verbrenner gibt es viel Gestaltungsspielraum, weil jede Tankstelle die Änderung vom Spritpreis der Markttransparenzstelle der Bundesregierung melden muss. Die Strompreise an öffentlichen Ladesäulen sind dagegen noch nebulös. Anders dagegen ihre Wallbox: Wenn Sie einen günstigen Nachttarif nutzen, können Sie in der Zeit zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens zehn bis zwanzig Prozent sparen. Voraussetzung: ein zweiter Stromzähler für den Nachtstrom oder einen Zwei-Tarif-Zähler. Das kostet bis zu 100 Euro sowie 20 Euro Zähler-Miete jährlich – lohnt sich also in der Regel nur für Vielfahrer.
Alternativ können Sie einen Autostrom-Vertrag für Ihre Wallbox abschließen. Autostrom ist bis zu 30 Prozent günstiger als Haushaltsstrom.
Eine einfache Heizung im E-Auto kann bis zu fünf Kilowatt Strom fressen. Wer also im Winter die Heizung richtig aufdreht, hat es zwar mollig warm – reduziert aber den Stromverbrauch und damit die Akkukapazität, je nach Temperatur und Akkugröße, um bis zu ein Viertel! Die Lösung liegt (natürlich) nicht darin, mit Schal, Fäustlingen und Pudelmütze zu fahren – sondern im gezielten Heizen.
VW ID.4
Vorheizen spart Energie: Wer sein E-Auto schon beim Laden per App vorwärmt, entlastet später den Akku – und wird mit mehr Reichweite belohnt.

Heizen Sie während des Ladens vor, schalten anschließend die Heizung ab und wärmen Sie gezielt mit Sitzheizung und Lenkradheizung. Eine weitere Lösung ist die Wärmepumpe: Sie reduziert den Stromverbrauch der Heizung beträchtlich. Allerdings ist der nachträgliche Einbau nicht möglich.

Von

Raphael Schuderer