Elektroauto: Strom sparen, mehr Reichweite, Tipps, Tricks

Mit diesen elf Tricks vergrößern Sie die Reichweite Ihres E-Autos

Wer im Elektroauto Strom spart, schafft mehr Kilometer mit einer Akkuladung – und muss erst später an die Ladestation. Diese elf Tipps vergrößern die Reichweite des E-Autos!
Elektroautos spielen besonders in der Stadt ihre Stärken aus. Im Stop-and-go-Verkehr etwa oder beim Zurollen auf eine rote Ampel gewinnen sie Energie beim Bremsen zurück. Kurzstrecken haben beim batteriebetriebenen Fahrzeug kaum Einfluss auf Verbrauch und Verschleiß – ganz im Unterschied zum Pkw mit Verbrennungsmotor.
Der ADAC ließ seinen Spritspar-Experten im Nissan Leaf eine Runde durch München drehen. Herausgekommen sind nützliche Tipps für eine energieschonende Fahrweise:

Elf Tipps und Tricks für mehr E-Auto-Reichweite

Fahrweise an die Verkehrssituation anpassen

Generell gilt, dass gleichmäßiges und vorausschauendes Fahren im E-Auto Energie einspart, weil weniger oft gebremst wird und daher seltener wieder beschleunigt werden muss. Zum vorausschauenden Fahren gehört auch, Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen zu halten. Das ist zudem aus Sicherheitsgründen sinnvoll.

Clever laden

Regelmäßiges und frühzeitiges Laden zu Hause, am Arbeitsplatz oder an einer öffentlichen Ladestation verhindert "Ladestress". Darunter versteht man, dass der Akku plötzlich viel Energie aufnehmen muss. Das kann ihn zum Beispiel bei niedrigen Temperaturen merklich erwärmen und daher belasten. Das gilt auch in der Stadt.
Der Fahrer zieht aus dem rechtzeitigen Laden einen zusätzlichen Vorteil: Unerwartet lange Unterbrechungen der Fahrt fallen aus! Laden dauert schließlich länger als tanken.

Sanft beschleunigen

Gerade im Stadtverkehr mit seinen vielen Stop-und-go-Momenten kostet Beschleunigung Reichweite. Sanftes Gas geben ("das Pedal streicheln") hilft Energie zu sparen und schont die Batterie. Außerdem endet die Beschleunigung meist sowieso nach drei Metern hinter dem nächsten vorausfahrenden Auto.

Die Bremsenergie nutzen

Ein ganz wichtiger Punkt ist die sogenannte Rekuperation. Rekuperation bedeutet Energierückgewinnung. Beim Bremsen wird allgemein Bewegungsenergie in Reibungswärme umgewandelt. Die verpufft normalerweise ungenutzt.
Fürs E-Auto ist das Bremsen dagegen eine Möglichkeit der Energiegewinnung: Sobald der Fahrer im Elektroauto "vom Gas" geht, wird der Elektromotor zum Generator – und speist die Bremsenergie wieder in die Batterie ein. E-Mobilisten können in der Stadt durch Nutzung der Rekuperation 20 Prozent mehr Reichweite erzielen.

One-Pedal-Driving

Beim One-Pedal-Driving reicht der rechte Fuß aus, um die Geschwindigkeit ausschließlich über das "Gas"-Pedal zu steuern. Das Bremsen übernimmt die Rekuperation. Das Fahren mit einem Pedal benötigt allerdings Gewöhnung und sollte weder bezüglich seiner energiesparenden Wirkung noch in seiner oft abrupten Bremswirkung unterschätzt werden.
Bei den meisten E-Autos können verschiedene Stufen der Rekuperation eingestellt werden, vom lockeren Ausrollen bis eben zum One-Pedal-Driving. So soll eine möglichst hohe Energierückgewinnung möglich sein. Doch der Bremseingriff des Motors/Generators ist entsprechend stark. Die jeweilige Einstellung sollte zum Fahrverhalten des Autofahrers und zur Verkehrssituation passen.

Segeln spart Strom

Die optimale Form des energiesparenden Fahrens ist das sogenannte Segeln, also das freie Rollenlassen des E-Autos. Dabei wird die Schwungenergie des Pkw genutzt, die Rekuperation ist deaktiviert. Ob gesegelt oder rekuperiert wird, ist eine Entscheidung, die aufgrund der Fahrerfahrung und der Verkehrslage getroffen werden sollte.

Den Eco-Modus nutzen

Ungeübte E-Auto-Fahrer sollten sich mit den Fahrmodi ihres Autos vertraut machen und sich langsam an sie herantasten. Der Eco-Modus von Elektrofahrzeugen kann in bestimmten Fahrsituationen nämlich automatisch in den Segelmodus schalten. Er reduziert oft auch die mögliche Höchstgeschwindigkeit und die Wirkung von Klimaanlage und Heizung. Zu den Sparmodi sollte am besten die Betriebsanleitung des Fahrzeugs zurate gezogen werden.

Klimaanlage und Heizung reduzieren die Reichweite

Verbraucher wie Klimaanlage oder Innenraum-, Sitz- und Lenkradheizung sollten bewusst eingesetzt oder ausgeschaltet werden. Denn ihr Energiebedarf verringert die Reichweite. Vorteile bringt wiederum eine Wärmepumpe: Sie bietet den Vorteil, dass sie die Energieeffizienz beim Heizen des Wageninneren in der kalten Jahreszeit erhöht.

Keinen unnötigen Ballast mitschleppen

Auch ganz klassische Energiespar-Tipps lassen sich auf das E-Auto anwenden: Beispielsweise sollte kein unnötiges Gewicht im Kofferraum oder auf dem Dach transportiert werden. Gepäck auf dem Dach erhöht neben dem Fahrzeuggewicht zusätzlich den Luftwiderstand.

Regelmäßig den Reifendruck checken

Auch auf den Reifendruck sollte man achten. Hersteller geben aus Komfortgründen oft nur der Mindestdruck an. Eine Erhöhung des Reifendrucks um 0,2 Bar ist beim Fahrkomfort kaum zu spüren, reduziert aber den Verbrauch, ohne dass es Einbußen bei der Sicherheit gibt. Wichtig: Einsparbemühungen durch Reifendruck dürfen nie zulasten der Sicherheit gehen!

Die Batteriegröße der Nutzung anpassen

Eine für das individuelle Mobilitätsverhalten passend dimensionierte Batterie ist entscheidend. Ist man nur in der Stadt und im Umland unterwegs, genügt oft eine moderate Akkugröße. Denn: je größer die Batterie, desto schwerer das Fahrzeug und desto höher der Stromverbrauch. Gewicht kostet Reichweite.
Auch zu bedenken: Eine kleinere Batterie ist umweltschonender in der Herstellung. Eine größere Batterie gibt dafür mehr Freiheit in Sachen Reichweite und lohnt sich für Fahrer, die mit ihrem E-Auto lange Strecken zurücklegen wollen.

Wallbox + 100% Ökostrom – exklusives Ladepaket in der AUTO BILD-Edition

Wallbox Charge Amps Halo™
499€ statt 1189 € UVP


Autor: Raphael Schuderer

Fotos: Matthias Brügge / AUTO BILD

Stichworte:

Reichweite

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.