Vier Kompakte im Vergleich

Ford Focus, Kia Ceed, Opel Astra, Renault Mégane: Test

Vier Kompakte im Test

Den Opel Astra gibt es seit dem Facelift nur noch als Dreizylinder. Reicht das gegen Ford Focus, Kia Ceed und Renault Mégane?
Platz 1 mit 528 von 750 Punkten: Kia Ceed 1.4 T-GDI. Straffes Fahrwerk trifft wachen Motor. Sieben Jahre Garantie! Preis: ab 16.690 Euro (Ersparnis bei carwow.de maximal 7084 Euro).
Platz 2 mit 518 von 750 Punkten: Ford Focus 1.0 EcoBoost. Viel Platz und toller Antrieb, aber als Active nicht so dynamisch. Preis: ab 21.000 Euro (Ersparnis bei carwow.de maximal 9680 Euro).
Platz 3 mit 509 von 750 Punkten: Opel Astra 1.2 Direct Injection Turbo. Drehfreudiger Motor, Mini-Durst. Aber schaukeliges Fahrwerk. Preis: ab 19.990 Euro (Ersparnis bei carwow.de maximal 7681 Euro).
Platz 4 mit 489 von 750 Punkten: Renault Mégane TCe 140. Spritspar-Sieger, aber der Innenraum ist viel zu eng. Preis: ab 19.990 Euro (Ersparnis bei carwow.de maximal 6986 Euro).
Opel muss sparen! Jetzt nicht falsch verstehen: Laden läuft, Autos gut, Zahlen auch. Aber nicht, was hinten rauskommt. Verbrauch zu hoch, deshalb auch der CO2-Ausstoß – und wir wissen: Nächstes Jahr drohen Strafsteuern! Jetzt hat Opel Tabula rasa gemacht. Im Astra gibt’s nur noch Dreizylinder, die sind sparsamer. Wirklich? Ja! Vor einem Jahr hatte AUTO BILD einen Astra 1.4 Turbo mit 125 PS im Test, Vierzylinder-Benziner. Verbrauch auf unserer 155-km-Runde: 7,4 Liter.

Verbrauchstestsieger wird ausgerechnet ein Vierzylinder

Echt sparsam: Im Testdurchschnitt brauchte der Renault Mégane nur 6,3 Liter auf 100 Kilometer.

Der neue 1.2er-Dreizylinder hat fünf PS mehr, nimmt einen Liter weniger. Womit wir schon mitten im Test sind. Vierkampf der Kompakten, und der sparsame Opel ist nicht mal der Knauserigste. Das ist mit dem Renault Mégane TCe 140 ausgerechnet ein Vierzylinder. Nur 6,3 Liter im Schnitt, toll! Und 0,2 Liter besser als der zweite Dreizylinder in dieser Geschichte, der Ford Focus Active 1.0 EcoBoost. Konkurrent Nummer vier hat auch bei den Zylindern vier – und mit 7,2 Litern den größten Durst. Der Kia Ceed 1.4 T-GDI wird Letzter auf unserer Verbrauchsrunde – und auch im Test? Lasst uns erst mal auf die Qualität gucken, da gibt's Unterschiede. Allein beim Haubenaufstellen. Der Mégane hat als Einziger keine Stange, die du aufstellen musst, sondern Gasdruckdämpfer. Aber leider liegt unterm flattrigen Teppich im Kofferraum ein Kunststoffteil mit Dämm-Material rum, das wir nicht auf Anhieb zuordnen können.

Bei der Qualität ist der Koreaner nicht zu schlagen

Auch hier scheppert nix: In Sachen Qualität liegt der Kia Ceed in diesem Vergleich ganz weit vorne.

Weitere Negativ-Beispiele? Ja, zum Beispiel bei Ford. Da gibt es zwar diese vorbildlichen Gummilippen, die immer dann die Tür schützen, wenn sie aufgeht. Aber leider machen zwei lieblose schwarze Abdeckungen zwischen Rückleuchten und Kofferraum jetzt schon so einen labilen Eindruck, dass wir in ein paar Jahren besser nicht mehr nachsehen. Beim Astra haben sie zwar die Ölsorte auf den Deckel geschrieben (vorbildlich), aber im Motorraum, im Innenraum entdecken wir einfach zu viele scharfe Kanten. Beim Finish gibt's noch Luft nach oben. Und so gewinnt bei der Qualität ausgerechnet der Koreaner. Wer wissen will, wie gut Kia geworden ist, nimmt den festen doppelten Ladeboden mit einer Hand raus und legt ihn auf Anhieb eine Stufe tiefer. Klappt wunderbar! Aber hier geht’s ja um die Frage: Mit drei Pötten auf die Eins?
Also einsteigen in den Astra, rauf auf unsere Teststrecke mit all den kurzen Wellen durch Frostaufbrüche, langen Asphaltwölbungen durch Baumwurzeln. Ein Traum für uns Fahrwerkstester. Und eine harte Probe für den Astra. Der neigt auf langen Wellen zu Aufbaubewegungen, dass wir uns im falschen Auto wähnen: Ist das wirklich der Opel, dessen Fahrwerk wir immer gelobt haben?

Der Opel überrascht mit seinem schaukeligen Fahrwerk

Der Astra neigt zu Aufbaubewegungen und fährt insgesamt zu schaukelig über schlechte Pisten.

Nee, der hier fährt uns zu schaukelig über die Miesepeter-Piste, seine Lenkung ist einen Tick zu leichtgängig, und dann sind da ungewohnte Knistergeräusche auf Kopfsteinpflaster. Dafür gefällt uns der neue Dreizylinder, Opel-Eigenentwicklung, nix PSA. Ja, der 1.2er braucht Drehzahlen, unter 2000 Touren mag er nicht. Aber dann merkst du seine 225 Nm Drehmoment, dann legt er los wie die Opel-Werksfeuerwehr, wenn's in der Kantine kokelt. In 8,6 Sekunden jagen wir den Astra im vierten Gang von 60 auf 100 km/h, das ist eine halbe Sekunde schneller als der Dreizylinder-Focus. Ist halt ein Leichtgewicht, dieser Opel. Mit 1272 Kilo gewinnt er diese Wertung mit großem Abstand, es folgen Mégane (1318), Ceed (1346) und Focus, der mit 1351 Kilo einen Durchschnitts-Deutschen mehr mit sich rumschleppt als der Astra. Beim Fahren merken wir das nicht! Auch im etwas dickeren Active gefällt uns der Einliter, der wunderbar drehfreudig ist (bis 6000 Touren!), den du ganz geschmeidig im großen Gang und bei niedriger Drehzahl bewegen kannst.
Das Fazit von Andreas May: "Glückwunsch, Kia! Der Ceed gewinnt schon wieder, ist ein rundum gelungener Kompakter. Der Focus ist sein schärfster Konkurrent, ist aber als höherer Active nicht so agil. Der Astra ist frischer denn je, der Mégane bleibt der Individualist bei den Kompakten." Alle Details zum Test gibt es in der Bildergalerie.

Vier Kompakte im Vergleich

Ford Focus Kia Ceed Opel Astra Renault MéganeFord FocusKia Ceed

Autoren: Dennis Heinemann, ,

Stichworte:

Kompaktklasse

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