Ford Hybridmodelle: Fahrbericht
Elektrische Spätstarter

Ford setzt gleich drei Modelle unter Strom: Focus, C-Max und Mondeo kommen als Hybride, aber mit unterschiedlicher Ausrichtung. Fahrbericht.
Irgendwas ist da doch schief gelaufen: Weltweit hat Ford nach Toyota mittlerweile die zweitgrößte Flotte an Elektro- und Hybridfahrzeugen auf der Straße. Aber hier in Europa kann man kein einziges davon kaufen, weil sich der Konzern bislang vor allem auf Amerika konzentriert hat. Doch damit ist jetzt Schluss: Die Kölner ziehen nach und setzen in den nächsten Monaten peu a peu auch die europäischen Modelle unter Strom. Allerdings verfolgen sie auch dabei einen ungewöhnlichen Ansatz. Wo alle Welt mit dem Hybrid-Antrieb beginnt, dann ein Plug-In-Fahrzeug nachschiebt und die Palette am Ende mit einem reinen Elektroauto krönt, drehen sie den Spieß um und starten genau in der entgegengesetzten Reihenfolge.
Noch mehr Hybride, die den Geldbeutel schonen
Den Anfang der elektrischen Revolution markiert deshalb der neue Focus Electric, der in diesen Tagen in den Handel kommt. Für stolze 39.990 Euro oder eine Leasingrate von 555 Euro im Monat gibt es den Golf-Gegner vom Rhein dann mit einem 145 PS starken E-Motor, der den Fünftürer in 11,4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt und ein Spitzentempo von 137 km/h ermöglicht. Gespeist wird er aus einer Lithium-Ionen-Zelle mit einer Kapazität von 23 kWh, die in der Theorie der Prüfstände eine Reichweite von rund 160 Kilometern erlaubt. Danach allerdings müssen Focus-Fahrer eine längere Pause einplanen: An der Haushaltssteckdose tankt man bis zu elf Stunden und an einer Schnellladesäule noch immer drei bis vier Stunden.

Der C-Max Energi schafft bis zu 40 Kilometer rein elektrisch.
Bild: Werk
Sitzprobe im BMW i3
Mit sanftem Gasfuß oder auf Knopfdruck stromert man deshalb lautlos durch die Stadt und schafft dabei sogar gute 130 Sachen. Und wenn man es etwas eiliger hat, fährt der Fünfsitzer wie jeder andere Benziner – nur ein wenig flotter, weil im Zweifel beide Motoren im Team arbeiten. Und sparsamer, weil der Benziner weniger arbeiten muss. Rein rechnerisch, mit vollem Akku am Start und leerer Batterie am Ende der ersten 100 Kilometer, liegt der Verbrauch dann bei 2,2 Litern. In der Praxis kann man mit rund vier Litern rechnen und so auch den meisten Dieseln ein lange Nase drehen. Doch der elektrische Hilfsantrieb hat einen entscheidenden Haken: der Preis. Den will Ford zwar erst nächstes Jahr im Sommer nennen. Doch ist kaum anzunehmen, dass die Kölner den Energi angesichts seines großen Akkus für deutlich weniger als 35.000 Euro anbieten können.

In den USA ist der Fusion Hybrid bereits zu kaufen, bei uns kommt er als Mondeo Mitte 2014.
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