Formel 1: Verschwundene Teams

Formel 1: Corona-Krise

Welche Teams überleben nicht?

Die Formel 1 versucht mit diversen Maßnahmen die Formel-1-Teams über die Corona-Krise zu retten. Welche Rennställe sind am meisten gefährdet?
Die Coronakrise könnte der Formel 1 noch teuer zu stehen kommen. McLaren-Teamchef Zak Brown schockierte in dieser Woche mit der Aussage, dass die Krise vier Formel-1-Teams die Existenz kosten könnte. Das gab es zuletzt Ende 1992, als Andrea Moda, Brabham, Fondmetal und March von der Bühne verschwanden. Damals waren aber noch 16 Teams in der Formel 1 und 1993 kündigte sich mit Sauber immerhin schon wieder ein Neueinsteiger an.
Das ist jetzt anders. Die Formel 1 besteht nur noch aus zehn Mannschaften. Neueinsteiger sind nicht in Sicht. Von Projekten wie Panthera oder Campos, die für 2021 geplant waren, ist nichts mehr zu hören.

1989 waren noch 20 Teams in der Formel 1, heute nur noch 10

Es kommt noch schlimmer. Viele Formel-1-Teams konnten in den letzten Jahren immerhin durch Übernahmen gerettet werden. Mercedes ging aus dem Brawn-Team hervor. Red Bull kaufte den Rennstall von Jaguar auf. Renault hat seine Ursprünge im früheren Benetton- und davor Toleman-Team. Racing Point hat erst Ende 2018 den Besitzer gewechselt: Ein Konsortium um Lawrence Stroll kaufte Vijay Mallya das Team ab, gegründet wurde die Mannschaft 1991 als Jordan-Team. Alpha Tauri war früher Minardi.
Doch inzwischen sind kaum mehr Kaufinteressenten auf dem Markt, sollten Formel-1-Teams in finanzielle Nöte geraten. Dmitri Mazepin, ein russischer Oligarch, der schon Force India kaufen wollte, hat weiter Interesse. Das war’s dann aber auch schon an bekannten Namen.
Welche Teams sind in der Coronakrise besonders gefährdet? Fast alle!
Mercedes: Das Team wird nicht Pleite gehen, aber bei Mercedes steht das Formel-1-Projekt seit Monaten in der Diskussion (siehe unsere Geschichte HIER). Die durch das Coronavirus ausgelöste Wirtschaftskrise trifft den Automobilsektor hart. Womöglich könnte das zum Werksausstieg von Mercedes führen. Als Hersteller will man bis 2025 auf jeden Fall weitermachen.
Ferrari: Bis auf wenige Rennen schon immer dabei (die Ausnahmen haben wir HIER zusammengetragen). Die Wahrscheinlichkeit eines Ausstiegs ist daher äußerst gering.
Red Bull: Das Team will unbedingt weitermachen. Das klang vor zwei Jahren noch anders, als Red Bull immer wieder mit Ausstieg drohte. Seither hat sich aber viel getan: Sportlich rückt Red Bull an Mercedes heran, mit Honda ist ein neuer Werkspartner an Bord. Allein: Sollte Honda– wie schon bei der letzten Finanzkrise 2008 – doch aussteigen, könnte das eventuell auch bei Red Bull zum Umdenken führen.
McLaren: Die Firma wird durch Milliardäre aus Bahrain und Kanada finanziert und gilt eigentlich als gesichert. Solange die Investoren den Spaß an der Formel 1 nicht verlieren...
Renault: Die Franzosen waren schon vor dem Coronavirus nicht ganz fix: Turbulenzen im Vorstand, keine sportlichen Erfolge und eigentlich auch wenig Perspektiven. Trotzdem sah es vor der Krise noch so aus, als würde Renault zumindest ein Jahr unter dem neuen Reglement bleiben. Die neuen Regeln sind auf 2022 vertagt, das Formel-1-Projekt wackelt damit wieder. Anders als bei Mercedes würde ein Teamausstieg auch bedeuten, dass Renault wohl keine Motoren mehr für die Formel 1 baut. Kunden zeigten zuletzt auch wenig Interesse an deren Triebwerken.
Racing Point: Lawrence Stroll will aus Racing Point ein Topteam machen. Er kaufte sich auch bei der britischen Edelmarke Aston Martin ein. 2021 soll Racing Point zum Aston-Martin-Werksteam werden. An diesen Plänen hält Stroll trotz Virus fest. Die Gefahr eines Ausstiegs des Teams ist also gering.
Alpha Tauri: Red Bull muss sich immer wieder die Frage stellen, ob ein zweiter Formel-1-Rennstall Sinn macht. Für 2020 hat Red Bull eine Antwort gefunden: Aus Toro Rosso wurde Alpha Tauri – Red Bull bewirbt damit eine Modemarke des Unternehmens. Bleibt Red Bull in der Formel 1, dann wohl auch Alpha Tauri.
Alfa Romeo: Auch wenn die italienische Marke Namensgeber ist, finanziert wird der Rennstall von schwedischen Investoren um Tetra-Pak-Boss Finn Rausing. Ob die in Zeiten der Krise weiterhin Luft auf ein Team haben, seit ihr Fahrer Marcus Ericsson das Cockpit verloren hat, muss ebenso abgewartet werden wie die Frage, ob Alfa Romeo Titelsponsor bleibt. Die Chance auf ein Aus des Schweizer Rennstalls ist nicht zu unterschätzen.
Haas: Teambesitzer Gene Haas war ob der Chancenlosigkeit seines Teams schon vor der Krise nicht ganz abgeneigt, den Stecker zu ziehen und sich wieder voll der NASCAR zu widmen (mehr dazu HIER). Die Krise könnte eher ein weiteres Argument für einen Ausstieg sein. 
Williams: Das Sorgenkind der Formel 1: In den letzten Jahren immer Letzter und finanziell am Limit. Nur Bezahlfahrer wie 2020 Nicholas Latifi halten das Team noch über Wasser. Nicht auszuschließen, dass die Krise nach Teams wie Brabham, Tyrrell und Lotus wieder ein früheres Topteam kosten wird.
In der Bildergalerie zeigen wir Ihnen alle Formel-1-Teamausstiege seit 1992.

Formel 1: Verschwundene Teams


 

Fotos: Picture-alliance

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