Aston Martin gibt Vollgas – in der Formel 1 nun auch abseits des eigentlichen Renngeschehens! Und Mercedes macht’s möglich… Hintergurnd: Mercedes gibt 2021 nach 25 Jahren das Exklusiv-Ausstattungsrecht für Safety-Car und Medical-Car ab. Im Wechsel mit Mercedes wird künftig Aston Martin die beiden Sicherheitsfahrzeuge stellen.
Heißt: Beim Saisonauftakt in Bahrain werden die Sicherheitsautos erstmals in der Formel-1-Geschichte den Namen Aston Martin tragen. Als Safety-Car fungiert eine spezielle Variante des Aston Martin Vantage, dessen 4,0-Liter-V8-Turbomotor es auf 510 PS bei 6000 Umdrehungen pro Minute bringt. Das Leergewicht der Serienversion beträgt 1530 Kilogramm. Aber natürlich muss Aston Martin das Auto für den Einsatz als Sicherheitsfahrzeug umbauen: größere Bremsanlagen, agileres Fahrwerk, größere Funkanalagen innerhalb des Autos (um beispielsweise mit der Rennleitung zu kommunizieren).
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Das Medical-Car wird ein Aston Martin DBX, ebenfalls ausgestattet mit einem 4,0-Liter-V8-Turbo, der bei 6500 Umdrehungen sogar 550 PS leistet. Die Serienvariante hat ein Leergewicht von 2245 Kilogramm.
Der Gegenpart von Mercedes sieht so aus: Als Safety-Car bringen die Stuttgarter einen Mercedes-AMG GT R an die Strecke. Der 4,0-Liter-V8-Turbo leistet bei 6250 U/min stolze 585 PS und ist damit das stärkste Safety-Car der Formel-1-Geschichte. Das Leergewicht des Serienmodells beträgt 1630 Kilogramm.
Das neue Safetycar ist ein Aston Martin
Als Safety-Car fungiert eine spezielle Variante des Aston Martin Vantage.
Als Medical-Car setzen die Schwaben auf einen Mercedes-AMG C 63 S, ebenfalls mit einem 4,0-Liter-V8-Motor ausgestattet, der es bei 5500 U/min auf 510 PS bringt – bei einem Leergewicht von 1730 Kilogramm des Straßenmodells.
Aston Martin legt beim Bahrain-GP los, in Imola kommt Mercedes zum Zug. Der Rest des Kalenders ist zwischen beiden Marken aufgeteilt. Um die Sichtbarkeit des Safety-Cars zu erhöhen, wird Mercedes seine Fahrzeuge künftig rot lackieren. Die Aston Martins sind wie das Formel-1-Auto, das ja unter anderem von Sebastian Vettel gesteuert wird, grün.

Die Safety-Car-Fahrer

Die Fahrer der Sicherheitsautos bleiben gleich. Im Safety-Car sitzt wie seit der Saison 2000 der Deutsche Bernd Mayländer. Das Ärzte-Auto pilotiert Alan van der Merwe aus Südafrika. Beide sind Profi-Rennfahrer. Mayländer bestritt zwischen 1995 und 2004 insgesamt 65 DTM-Rennen und gewann für Manthey Mercedes in Hockenheim 2001. Van der Merwe war in diversen Formel-Rennserien unterwegs, holte sich 2003 den Titel in der britischen Formel 3. Er ist seit 2009 Fahrer des Medical-Cars in der Formel 1.

Geschichte des Safety-Cars

Zum ersten Mal kam beim Kanada-GP 1973 ein Safety-Car auf die Strecke – in der Folge einer Kollision zwischen Jody Scheckter (McLaren-Ford) und François Cevert (Tyrrell-Ford). Der Safety-Car-Fahrer Eppie Witzes – eine lokale Renngröße, die auch bei zwei Formel-1-Rennen am Start war – setzte sich aber vor den achtplatzierten Howden Ganley (Iso-Marlboro-Ford). Die ersten sieben Fahrer bekamen somit eine Runde geschenkt. In einer Zeit, in der es noch keine Computer-Zeitnehmahme gab, sondern Rundenzeiten per Hand gestoppt und Positionen durch Rundentabellen sortiert wurden, brach ein heilloses Chaos aus. Fünf Fahrer waren der felsenfesten Überzeugung, den Grand Prix gewonnen zu haben. Erst in den Abendstunden erklärte die Rennleitung Peter Revson (McLaren-Ford) zum Sieger.
Erst 20 Jahre später, im Jahr 1993, wurde das Safety-Car offiziell ins Reglement aufgenommen. Nach einer Kollision zwischen Ukyo Katayama (Tyrrell-Yamaha) und Aguri Suzuki (Footwork-Mugen-Honda) beim Brasilien-GP kam es erstmals zum Einsatz – für acht Runden.
Das neue Safetycar ist ein Aston Martin
Als Safety-Car bringen die Stuttgarter einen Mercedes-AMG GT R an die Strecke.
In den ersten Jahren war das Safety-Car nur sporadisch zu sehen. Es gab auch kein spezifisches Sicherheitsfahrzeug – es wurde je nach Gutdünken von den Veranstaltern bestimmt. Beim Kanada-GP 1973 war es zum Beispiel ein Porsche 914, beim Brasilien-GP 1993 ein Fiat Tempra. Auch Opel, Honda und Renault haben schon mal das Safety-Car gestellt. 1996 wurde Mercedes zum Exklusiv-Ausrüster.

Verrückte Safety-Car-Statistiken

Vor der Saison 2021 kam es 279 Mal zu Safety-Car-Phasen. Fast 15 Renndistanzen wurden bereits hinter dem Safety-Car mit gebremstem Tempo absolviert. Beim Kanada-GP 2011 rief die Rennleitung das Safety-Car stolze fünf Mal auf die Strecke. Beim Brasilien-GP 2016 war es 34 der 61 Rennrunden – also mehr als die halbe Renndistanz – auf der Bahn.
Zwischenfälle mit dem Safety-Car sind selten. Nick Heidfeld krachte im Training zum Brasilien-GP 2002 in das Medical Car. Taki Inoue hatte 1995 gleich zwei Mal eine unschöne Begegnung mit dem Sicherheitsfahrzeug: Beim Ungarn-GP rannte er vor das Safety-Car und wurde umgefahren, beim Monaco-GP kollidierte das Safety-Car mit dem Wrack des Japaners, woraufhin sich sein Footwork-Hart überschlagen hat. Beide Male blieb er unverletzt.
Das Safety-Car wurde auch schon zu taktischen Zwecken missbraucht: Beim Singapur-GP 2008 löste Nelson Piquet junior absichtlich einen Unfall aus, damit sein Renault-Teamkollege Fernando Alonso das Rennen gewinnen kann. Der Trick dabei: Alonso kam just vor dem Unfall an die Box. Als alle anderen, nachdem das Safety-Car das Feld zusammengeführt hatte, zum Nachtanken in die Box abbogen, übernahm Alonso die Spitze und konnte auf dem engen Stadtkurs nicht mehr überholt werden.

Virtuelles Safety-Car seit 2015

Seit der Formel-1-Saison 2015 (erster Einsatz in Monaco) hat die Rennleitung auch die Möglichkeit, ein virtuelles Safety-Car auszurufen. Dann müssen die Fahrer ihre Geschwindigkeit um 35 Prozent reduzieren und dürfen eine bestimmte Rundenzeit nicht unterbieten. So greift das Safetycar nur dann ins Renngeschehen ein, wenn es wirklich notwendig ist.
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