Gebrauchtwagen: Sechs Modelle mit Note 1 im Dauertest
Dauertest-Streber zum kleinen Preis

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Diese sechs Typen haben den AUTO BILD-Dauertest mit der Bestnote 1 absolviert. Und gebraucht sind sie bereits für 15.000 Euro oder sogar weniger zu haben.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Ein Blick in die AUTO BILD-Dauertest-Bestenliste ruft uns sechs besonders standhafte Typen in Erinnerung, die inzwischen für 15.000 Euro (oder weniger) auf dem Gebrauchtwagenmarkt gehandelt werden.
Etwa den Audi A3 Sportback g-tron. Das Erdgasmodell leistete sich nicht eine Auffälligkeit, am Ende schmückte die Note 1+ die Traumbilanz des CNG-Audi, der über die 100.000-Kilometer-Testdistanz mehrere Tausend Euro an Kraftstoffkosten sparte. Mit Erdgas fährt man auch heute noch günstiger als mit Super oder Diesel.
Keine Angst übrigens vor rostigen Erdgastanks! Die sind beim A3 nämlich aus Verbundkunststoff gefertigt. Aber Achtung: Laut ECE-R110-Norm verlieren CNG-Tanks nach 15 bis 20 Jahren ihre Zulassung. Wer heute ein 2018er-Baujahr kauft, kann den A3 bis circa 2033 fahren. Das Ablaufdatum ist auf den Druckbehältern ablesbar. Ein Tausch der Tanks dürfte nach 15 Jahren unwirtschaftlich sein.
Hier stellen wir unsere sechs Tipps ausführlich vor und sagen, worauf Gebrauchtwagenkäufer bei diesen Typen achten sollten.
Audi A3 g-tron
- Bauzeitraum: 2014 bis 2018
- Leistung: 110 PS
- Gebrauchtpreise: ab 15.000 Euro
Mit einer 1+ fuhr der Audi A3 g-tron das beste Ergebnis ein, das ein Auto jemals im AUTO BILD-Dauertest erzielte. Auf dem Papier hatte er einen schweren Start: 3000 Euro teurer als ein vergleichbarer Benziner, der Gastank reduziert das Ladevolumen um 100 Liter, und nur 14 Kilo CNG-Fassungsvermögen reduzieren die CNG-Reichweite auf nur 150 und 300 Kilometer. Doch im Alltag erwies sich all das als bsolut vertretbar. Denn der 110 PS starke Turbo hat ja auch noch einen 50-Liter-Benzintank.

Musterschüler: Der A3 g-tron absolvierte den Dauertest mit der besten Note, die es bei AUTO BILD je gab.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
In Summe kommt er bis zu 900 Kilometer weit. 60 Prozent Gasanteil über den gesamten Dauertest brachten einen Kostenvorteil von über 3000 Euro zum vergleichbaren Benziner.
Schwachstellen: Moniert wurde das Schaltverhalten des DSG-Getriebes – kein unbekanntes Phänomen. Im Eco-Modus fuhr der A3 übrigens ruckfreier als in den anderen Fahrprogrammen. Getriebefachfirmen empfehlen einen Ölwechsel beim DQ200 genannten DSG mit sieben Gängen etwa alle fünf Jahre oder rund 60.000 Kilometer, selbst wenn der Hersteller von einer "Lifetime-Befüllung" spricht, ein Ölwechsel werkseitig also nicht vorgesehen ist.
Zündaussetzer können beim g-tron ein Thema werden, denn Zündkerzen und -spulen sind auf Dauer stark gefordert, das Erd- oder Biogas zu entflammen. Im Vergleich zu Benzin ist es zündunwilliger und braucht einen stärkeren Funken. Der g-tron ist selten am Markt, aber zum Glück kein extremer Exot. Angebote gibt es im unteren dreistelligen Bereich, Dauerläufer mit über 200.000 Kilometern auf dem Tacho starten bereits unter 10.000 Euro, Händlerautos mit teilweise weniger als 100.000 Kilometern gibt es ab 15.000 Euro.
Suzuki SX4 S-Cross
- Bauzeitraum: seit 2013
- Leistung: 120 PS
- Gebrauchtpreis: ab 15.000 Euro
Als unscheinbarer spulte er tapfer seine Kilometer ab: Wie stabil der Suzuki SX4 S-Cross durch den Dauertest kam, überraschte bei Testende viele Kollegen. Sie schätzen seine kompakten Abmessungen bei gleichzeitig gutem Raumangebot, erhöhter Sitzposition und guter Übersichtlichkeit.

Wer einen zuverlässigen Kompakten in Mokka-Format sucht, kommt am S-Cross nicht vorbei.
Bild: Toni Bader
Und auch der kleine Wendekreis und die bei Nässe sicheren Fahreigenschaften fanden positiven Anklang. Kein Wunder, dass die Redakteure gerne lange und häufig mit dem kleinen Allradler unterwegs waren.
Beim Verbrauch gab er sich mit nur sechs Litern im Durchschnitt über die gesamte Testdistanz zufrieden, eilte aber trotz laut Tacho auf über 200 Sachen (Werksangabe: 175 km/h). Die sehenswerte Bilanz: eine 1-. Ab 15.000 Euro finden sich gepflegte Modelle mit dem 1.6-DDiS-Diesel.
Tipp: Den SX4 S-Cross gibt es auch mit dem 140 PS starken 1.4-Boosterjet-Benziner aus dem Suzuki Swift Sport. Dieser erreichte im Dauertest ebenfalls ein Einser-Ergebnis und verlangte über 100.000 Kilometer nicht mal einen Tropfen Öl.
Schwachstellen: Vor allem bei Kälte agiert die manuelle Sechsgangschaltung nur zäh. Das monierten neben den Redakteuren auch viele Besitzer, genauso wie das fummelige Navisystemen, das im Test häufiger abstürzte und mehrere Neustarts erforderte.
Mit den robusten Allradlern wie dem Suzuki Jimny sollte man das Allgrip-System des SX4 S-Cross nicht vergleichen. Das zuschaltbare System schien auf rutschigem Gefälle schnell überfordert, was am beißenden Kupplungsgeruch wahrnehmbar war. Einen außerplanmäßigen Werkstattbesuch erforderte das weiß verharrende Display des Navis – damals kein unbekannter Fehler für die Experten in der Suzuki-Werkstatt.
Volvo XC60 D4 Automatik Summum
- Bauzeitraum: 2015 bis 2017
- Leistung: 190 PS
- Gebrauchtpreis: ab 13.000 Euro
Ein Bündnis für die Ewigkeit war von Anfang an zum Scheitern verurteilt, denn ein Dauertest hat nun mal ein Ende, und das kam für den XC60 leider schon nach 100.000 Kilometern. Leider, denn in der Zeit davor bereitete der große Schwede wenig Probleme, die besten Zutaten für eine Langzeitbeziehung.

Zwischen XC40 und XC90 reiht sich der XC60 als mittlere Baureihe in der Volvo-SUV-Palette ein.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Gekonnt kapselt der XC60 D4 seine Passagiere von der Außenwelt ab. Mit angenehmem Federungskomfort, souveränen 190 PS und geschmeidiger Aisin-Automatik (Achtstufen-Wandler) bleibt höchstens die Dynamik, nicht aber die Nonchalance auf der Strecke.
Dennoch kann der XC60 D4 anpacken, allein schon weil sein robuster Innenraum mit hochwertigen Materialien und dicken Teppichen ausstaffiert wurde, die sich leicht reinigen lassen. Trotz 400 Newtonmeter Drehmoment darf der Fronttriebler nur 1,8 Tonnen an den Haken nehmen. Der Vorteil: Die wenigsten Vorbesitzer muteten dem XC60 D4 dauerhaft harte Hängerjobs zu.
Schwachstellen: Im Dauertest nervte das harte Fahrwerk, der ab 2017 gebaute Nachfolger wurde deutlich weicher ausgelegt. Dazu kommt eine klassische Schwäche aus dem Beginn der frontgetrieben Volvo-Ära: der große Wendekreis (12,5 Meter).
Weiere typische Probleme: Die Starterakkus machen teilweise bereits nach zwei Jahren schlapp. Außerdem stark beansprucht sind die Fahrwerksgelenke und Lager – speziell bei Fahrzeugen mit höheren Laufleistungen (keine Seltenheit). Darum auf Geräusche beim Fahren, Federn und Lenken achten. Infotainment-Ausfälle sollten inzwischen durch den Tausch überarbeiteter Soft- und Hardware behoben sein. Außerdem kann die Hinterradbremse schneller verschleißen als die vordere.
Der zwei Liter große Biturbo-Diesel hat ab 2015 190 PS und nach 150.000 Kilometern häufiger mit defekten Injektoren zu kämpfen, gilt aber grundsätzlich als langlebig. Achtung: Unabhängig von der Laufleistung sollte der Zahnriemen nach spätestens zehn Jahren gewechselt werden. Und das Gros der Angebote bewegt sich etwa in dieser Altersspanne.
Hyundai i30 1.6 CRDi
- Bauzeitraum: 2015 bis 2017
- Leistung: 128 PS
- Gebrauchtpreis: ab 6000 Euro
Funktionalität wurde dem i30cw in Blech gestanzt: geräumig (528 bis 1642 Liter Ladevolumen) und damit praktisch, dazu eine solide Verarbeitung, gemütliche Sitze, klare Instrumente und auch deshalb äußerst simpel zu bedienen. Aber eben auch ein ziemlich unaufgeregter Typ, dieser i30 der Generation GD.

Es muss kein Golf, Astra oder Focus sein. Hyundais i30 gibt es auch als Kombi, und er fährt auf Augenhöhe mit VW, Opel, Ford.
Bild: Roman Raetzke
Aus emotionalen Gründen kommt einem so ein Kombi jedenfalls nicht in die Garage. Der Koreaner fällt eindeutig in die Kategorie: Typen, die einfach funktionieren. Und das tat der i30cw auch im Dauertest. Einziger aufgetretener Defekt über 100.000 Kilometer war eine Kennzeichenleuchte, die sich für 94 Cent ersetzen ließ.
Gelobt wurde von den Testredakteuren außerdem auch Lenkung und Fahrwerk. In beiden Fällen wies die Abstimmung eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu älteren Hyundai-Modellen auf. Der teils sehr brummige 1,6-Liter-Diesel harmonierte mit der präzisen Sechsgang-Handschaltung und verbrauchte über die gesamte Testdistanz 6,7 Liter Diesel, wurde in der Zeit mit hohem Volllastanteil auf der Autobahn jedoch auch oft über die Maße gefordert.
Sechs Jahre junge i30 1.6 CRDi Kombis aus dem letzten Bauzeitraum mit 100.000 Kilometer Laufleistung kosten ab 11.000 Euro.
Schwachstellen: Die Hochgeschwindigkeitsetappen kosteten nicht nur einen Dieselzuschlag, sondern auch der Motorölverbrauch stieg nach solchen Ausritten stark an. Am Ende waren es immerhin 6,5 Liter Motoröl, die während der 100.000 Kilometer nachgefüllt werden mussten. Noch in Ordnung, jedoch gibt es auch Kandidaten, die ebenfalls hart rangenommen werden, aber weit weniger Schmierstoff verbrennen.
Die Elektronik nervte mit Ausfällen, speziell das lahme Navi und die Bluetoothverbindung, die häufiges Neuverbinden bereits bekannter Geräte erforderte, sorgten für Aufreger. Laute Fahr- und Abrollgeräusche entblößen die spärliche Dämmung. Besitzer von Modellen mit Doppelkupplungsgetriebe (DCT) meckern über unsanftes Schaltverhalten, Getriebegeräusche und unkomfortables Schaltverhalten im Stop-and-go Verkehr.
Seat Ateca 1.4 Eco TSI Style
- Bauzeitraum: 2016 bis 2018
- Leistung: 150 PS
- Gebrauchtpreis: ab 15.000 Euro
Die Kombination lässt aufhorchen: 1,4 Liter kleiner Vierzylinder-Benziner mit technisch aufwendiger Zylinderabschaltung, dazu ein Doppelkupplungsgetriebe und "nur" 150 PS? Der Antriebsmix zeigte sich im 100.000-Kilometer-Dauertest als ziemlich sparsam (7,6 Liter Durchschnittsverbrauch), die Kombination erwies sich zudem auch als haltbar.

Neben Audi ist Seat im VW-Konzern besonders stolz auf seine innovative Scheinwerfertechnik. Der Ateca ist eine Leuchte.
Bild: Manfred Klangwald / AUTO BILD
Von dem Kniff mit der Zylinderabschaltung (inzwischen weitverbreitet bei Benzinern) bekommt man im Alltag so wenig mit, dass einem die zeitweise Stilllegung der Zylinder glatt entgehen könnte, wenn das Infodisplay den Zweizylinder-Modus nicht im Teil lastbereich ständig anzeigen würde. Das erzieht gleichzeitig zur sparsamen Fahrweise, Verbräuche von rund sechs Litern Super pro 100 Kilometer sind daher bei dem Fronttriebler nicht unrealistisch.
Das DSG zeigte sich im Ateca angenehm unauffällig (Allradver sionen haben sechs statt sieben Gänge), insgesamt machte der nur gut 4,36 lange Kompakt-SUV einen unauffälligen Eindruck. Leistungsmäßig und auch klanglich bot der 1.4 TSI einen souveränen Auftritt.
Dank der schon bei 1500 Touren vollzählig versammelten 250 Newtonmeter und dem gut abgestimmten DSG trat der 1,4 Tonner stets flott an. Ebenso gefielen die gebotenen Platzverhältnisse sowie der Komfort – alles in allem ein sehr stimmiger Typ, dieser Ateca.
Schwachstellen: Die LED-Scheinwerfer waren schon Anlass einer Rückrufaktion (Bauzeitraum 2016 bis 2018), weil die Elektronik die Neigung des Fahrzeugs falsch interpretierte. Doch auch generell treten Ausfälle der LED-Leuchteinheit auf. Der Tausch eines Scheinwerfers kostet rund 750 Euro inklusive Einbau. Inzwischen gibt es jedoch auch einen Reparatursatz für das LED-Modul, was die Kosten etwa halbiert.
Teilweise berichten Besitzer über Kühlmittelverlust. Auch der Dauertest-Ateca begann zum Ende des Dauertests nach über 100.000 Kilometern an der Stirnseite des Motors leicht zu schwitzen.
VW Golf Sportsvan 1.4 TSI
- Bauzeitraum: 2014 bis 2020
- Leistung: 150 PS
- Gebrauchtpreis: ab 12.000 Euro
Nach 100.000 Kilometern war für diesen Golf noch nicht Schluss, denn der Dauertestkandidat benahm sich vorbildlich, bewies ein deutlich besseres Stehvermögen als seine Namensvetter, die sich bisher im Dauertest behaupten mussten. So kam es zu einem 50-prozentigen Test-Nachschlag, doch selbst nach 150.000 Kilometern sicherte sich der "Rentner-Golf" eine glatte Eins.

Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Geschont wurde der Hochdach-Golf dabei gewiss nicht, im Gegenteil. Gekonnt schiebt sich der Sportsvan in die Nische zwischen Kompaktwagen, Van und SUV, bietet mit seinem Kofferraumvolumen von 590 bis 1520 Litern fast so viel Ladekapazität wie der über 20 Zentimeter längere Variant (605 bis 1620 Liter).
Dazu erfreuen sich Fahrer an sinnvollen Extras wie dem adaptiven Fahrwerk, vielen Sicherheitsassistenten und den gemütlichen ergoActive-Sitzen (Ausstattungslinie Highline). Auch aufgrund des Images seines pummeligen Vorgängers Golf Plus sind die Gebrauchtpreise des Sportsvan erträglich.
Ab 12.000 Euro finden sich gepflegte Modelle, das Angebot ist zudem so reichhaltig, dass man mit etwas Glück sogar seine Lieblingsfarbe findet.
Schwachstellen: Zu meckern gibt es auch einiges, etwa über das DSG. Erst mit feinkalibriertem Gasfuß bewältigt man die Herausforderung, den Sportsvan harmonisch in Bewegung zu setzen. Wie beim Audi A3 g-tron gilt auch für gebrauchte Sportsvan mit Doppelkupplung: Besonders verantwortungsvolle Vorbesitzer zeichnen sich dadurch aus, dass sie dem Getriebe nach 60000 Kilometern einen Ölwechsel gegönnt haben.
Die an der äußeren Hülle des Endschalldämpfers aufgetretenen Risse wurden nur als optische Beeinträchtigung gewertet, denn die innere hielt stand. Die optionale ausklapp bare Anhängerkupplung neigt zum Klemmen. Der Griff für die Betätigung kann bei zu viel Kraftaufwand reißen. Der Mechanismus wurde jedoch inzwischen geändert.
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