Gerüchte um Technologietransfer
Fahren Opel, Peugeot und Co bald mit China-Technik?

Steckt bald China-Technik in Autos von Stellantis? Laut Medienberichten prüft der Autohersteller den Einsatz von chinesischer Technologie des Partners Leapmotor in europäischen Modellen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
- Raphael Schuderer
Die Produktionskosten für Stellantis-Marken wie Opel, Fiat und Peugeot könnten dadurch deutlich sinken. Konkret gehe es um eine Ausweitung des seit 2023 bestehenden Joint Ventures von Stellantis mit Leapmotor. Stellantis will Zugang zu moderner Batterie- und Antriebstechnik der Chinesen, berichten Insider.
Leapmotor verkauft seine Fahrzeuge bereits in Deutschland, aktuell sind drei Modelle im Angebot: der Kleinwagen T03 sowie die beiden SUV B10 und C10. Das kompakte E-Auto B05 und das SUV B03X sollen ebenfalls bald erhältlich sein.

Der elektrische Leapmotor T03 wird zum Preis von 18.900 Euro angeboten.
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Der Leapmotor C10 fährt als reines Elektroauto sowie als Plug-in-Hybrid vor. Beide Modelle gibt's zum Basispreis von 36.848 Euro.
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Stellantis prüft Technik von Leapmotor
Die Gespräche stehen laut den Insidern noch am Anfang, die Tragweite wäre jedoch enorm: Es wäre das erste Mal, dass ein westlicher Autobauer Fahrzeugarchitektur und Software eines chinesischen Herstellers nutzt, um Autos für Europa zu bauen. Eine dementsprechende Vereinbarung zwischen Stellantis und Leapmotor sei noch 2026 geplant. VW nutzt zwar auch eine Plattform des China-Partners XPeng, Audi greift auf Technik von SAIC zurück. Nur werden die daraus hervorgehenden Automodelle nicht außerhalb Chinas verkauft.
China setzt Europa unter Druck
Westliche Autobauer haben zunehmend mit Tempo und Kosten chinesischer Hersteller zu kämpfen. In China kommen neue Elektroautos oft doppelt so schnell auf den Markt wie in Europa. Gleichzeitig verlieren Marken wie VW im Reich der Mitte an Boden, während chinesische Modelle in Europa zulegen.
Dass der Griff zur chinesischen Technologie auch die Stellantis-Marken gefährden könnte, befürchtet Analyst Adrien Brasey von AlphaValue. Er sagte zu Bloomberg: "Mit Blick auf die Zukunft lautet die zentrale Frage, ob das Know-how von Leapmotor integriert wird, um die bestehenden Marken von Stellantis zu stärken – oder ob es diese nach und nach verdrängen wird."
Bekanntgabe des Techniktransfers im Mai?
AUTO BILD hat bei Stellantis nachgefragt, was an den Gerüchten dran ist. Eine Sprecherin verrät: "Wir prüfen innerhalb des globalen Entwicklungsnetzwerks von Stellantis stetig sämtliche Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Marken. Das ist ein großer Vorteil des Konzerns, macht ihn wettbewerbsfähig in Zeiten der großen Veränderung und ermöglicht es, einen Mehrwert für unser zukünftiges Produktportfolio und damit für unsere Kunden zu bieten. Der Stellantis-Konzern befindet sich hierzu in der Prüfungsphase, und wir freuen uns darauf, zum Investor Day am 21. Mai [2026, d. Red.] im Rahmen der neuen Strategie weitere Informationen zu teilen."
Ende Mai werden wir also wahrscheinlich erfahren, ob Opel, Peugeot und Co möglicherweise bald mit China-Technik unterwegs sind.
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