Honda Prelude: Comeback des Kurvenkönigs
Der Ferrari des Fernen Ostens ist zurück
Honda war mal so etwas wie der Ferrari des Fernen Ostens, bis die Japaner der Langeweile erlegen sind. Jetzt blitzt der Sportsgeist mit dem neuen Prelude wieder auf – genau zur rechten Zeit.
Bild: Honda
Ein Opel Mokka mit 280, ein Smart #5 mit 646 und ein Lucid Air mit 1254 PS – Leistung ist inflationär geworden in Zeiten des Elektroantriebs. Aber nur, weil unsere Autos immer stärker werden, sind sie nicht gleich auch sportlicher.
Im Gegenteil. Der Sportsgeist verkümmert zusehends und viele Breitensportler gibt es mittlerweile nur noch als Gebrauchtwagen. Nicht umsonst sind Mercedes SLK oder Toyota GT86 längst Geschichte – genau wie ein Opel Astra OPC, ein Ford Focus RS oder ein Megane von Renault Sport.

Er ist wieder da: Nach 25 Jahren bringt Honda den Prelude zurück – zu Preisen ab 49.500 Euro.
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Doch ausgerechnet bei Honda flackert der Fahrspaß jetzt noch einmal auf: Die zuletzt in Langeweile erstarrte Marke erinnert sich an die gute alte Zeit und bringt uns deshalb den Prelude zurück. Als knackig knappes Coupe für 49.500 Euro will er nach einem Vierteljahrhundert Pause die Erfolgsgeschichte von fünf Generationen fortschreiben und setzt zugleich dort an, wo TT & Co die Petrolheads in Trauer alleine gelassen haben.
Honda Prelude feiert Comeback mit Hybridantrieb
Dabei beweist uns Honda, dass es gar nicht viel braucht, um die Mundwinkel nach oben zu treiben. Denn im Autoquartett macht der Prelude mit seinem – so viel Zeitgeist muss dann doch sein – Hybridantrieb von gerade mal 184 PS, den wir in der Kombination aus zwei E-Maschinen und einem 2,0-Liter-Vierzylinder zum Beispiel aus dem Civic kennen, keinen Stich.
Und auch über die 8,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100 oder die 188 km/h Top-Speed kann die Generation E nur lachen. Genau wie über die 315 Nm. Doch statt eines leidigen Surrens hört man hier ein gieriges Knurren, und auf der Straße sieht die Sache gleich ganz anders aus.
Mit dem Allerwertesten ganz nah am Asphalt, mit dem vom seligen Civic Type R entlehnten Fahrwerk samt der adaptiven Dämpfer auf Du und Du mit jeder noch so kleinen Unebenheit, und mit einer Sushimesser-scharfen Lenkung immer Herr des Geschehens – so zaubert einem der Prelude schon ab der ersten Kurve ein Grinsen ins Gesicht, das einem erst am Ziel wieder von den Wangen weicht. Oder wenn einen der Vordermann im Überholverbot zu lange ausbremst.

Der Prelude steht auf einer verkürzten Plattform des Civic und misst kaum mehr als 4,50 Meter.
Bild: Honda
Wenn aber die Straße frei ist, wird der Prelude zur gierigen Asphaltfräse, der die Passstraßen versierter filetiert als ein japanischer Koch seinen Tunfisch. Leicht und handlich dreht er sich in die Kurven, und schnell und engagiert stürmt er wieder daraus hervor in der Hoffnung, dass sich das Spektakel gleich in der nächsten Serpentine wiederholt. Und zwar immer und immer wieder.
Kurvenräuber mit nur 1500 Kilo
Dabei hilft ihm neben dem spontanen Punch der E-Maschine beim Anfahren auch das vergleichsweise geringe Gewicht von nicht einmal 1500 Kilo, dem die Japaner Komfortextras wie die elektrische Heckklappe oder die Servos im Sitz geopfert haben. Und der kurze Radstand ist beim Kurvenräubern natürlich auch kein Schaden.
Aber den größten Beitrag leistet ausgerechnet das stufenlose Getriebe. Denn wo das bei Civic & Co hart an unseren Nerven sägt mit seinem Gummiband-Effekt, gibt es diesmal Wippen am Lenkrad und virtuelle Schaltstufen, die spürbare Drehzahlsprünge machen und das Sportlerherz sogar mit Zwischengas und sanften Rucken beim Runterschalten hüpfen lassen.

Der Antrieb stammt aus dem Civic. Im Herzen steht ein Zweiliter-Vierzylinder, der elektrisch unterstützt wird.
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Zwar hat niemand so viel Spaß im Prelude wie der Fahrer. Doch beweist Honda auch ein Herz für den Co-Piloten und zur Not sogar für den Nachwuchs. Denn selbst wenn bei 4,53 Metern Länge und 2,60 Metern Radstand nicht viel Platz bleibt, gibt's sogar eine Rückbank. Und einen mit 270 Litern für diese Klasse vergleichsweise großen Kofferraum hat der Prelude auch.
Dabei bräuchte den doch eher die japanische Konkurrenz. Denn wenn Honda so viel Sportgeist beweist, können Mazda oder Nissan bei den Petrolheads erst mal einpacken.
Fazit
Es ist lange her, dass ein Honda mal so viel Spaß gemacht hat. Und das ganz ohne übertriebene und vor allem teure Kraftmeierei, sondern einfach nur durch den Fokus auf die Fahrfreude, die passende Sitzposition und eine knackige Abstimmung. Das macht den Prelude zu einem halbwegs erschwinglichen Breitensportler und zugleich zum Vorbild für die anderen Japaner. Wäre schön, wenn dieses Vorspiel ein Nachspiel hätte und sich Nissan & Co davon zum Comeback des Z oder des RX8 inspirieren ließen.
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