Günstig? Na ja, das nun auch nicht ganz, immerhin steht bei allen vieren eine Vier vorn auf dem Preisschild. Aber dafür bieten diese SUV auch eine Menge. Alle rollen ordent­lich ausgestattet und voll familientauglich zum Vergleich, verfügen über Fahrassistenz auch für längere Touren. Dazu gesellen sich kräftige hybridisierte Antriebe, die Renault, Nissan, Honda und Mazda mit kleinen Verbrauchsversprechen attraktiv machen möchten. Aber gehen die Konzepte wirklich auf? Wer ist wo besonders gut? Klären wir. Und küren dann natürlich den Gesamtsieger.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Vierzylinder + Dual-E-Motor 
Vierzylinder + E-Motor 
Dreizylinder, Turbo + E-Motor 
Dreizylinder, Turbo + E-Motor 
Einbaulage 
vorn quer 
vorn quer 
vorn quer 
vorn quer 
Hubraum 
1993 cm³
2488 cm³
1477-1497 cm³*
1199 cm³
Leistung Verbrennungsmotor 
105 kW (143 PS) 
143 kW (194 PS) 
116 kW (158 PS) 
96 kW (131 PS) 
Leistung E-Motor 
135 kW (184 PS) 
5,1 kW (7 PS) 
140 kW (190 PS) 
50 kW (68 PS) 
Systemdrehmoment 
315 Nm 
258 Nm 
330 Nm 
k. A. 
Systemleistung 
135 kW (184 PS) 
143 kW (194 PS) 
140 kW (190 PS) 
146 kW (199 PS) 
Höchstgeschwindigkeit 
173 km/h 
195 km/h 
170 km/h 
174 km/h 
Getriebe 
e-CVT 
Sechsstufenautomatik 
Direktantrieb 
Multi-Mode-Automatik 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Vorderradantrieb 
Vorderradantrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
225/55 R 18 H 
225/55 R 19 V 
235/55 R 18 V 
235/45 R 20 V 
Reifentyp 
Dunlop SP Sport Maxx 050 
Michelin Pilot Sport 4 SUV 
Goodyear Eagle F1 Asymmetric 
Michelin Pilot Sport 4 SUV 
Radgröße 
7 x 18" 
7 x 19" 
7,5 x 18" 
7,5 x 20" 
Abgas CO2 
131 g/km 
163 g/km 
120 g/km 
110 g/km 
Verbrauch** 
5,5 l/100 km 
6,9 l/100 km 
5,1 l/100 km 
4,6 l/100 km 
Tankinhalt 
57 l 
56 l 
55 l 
55 l 
Kraftstoffsorte 
Super 
Super 
Super 
Super 
Partikelfilter 
Serie 
Serie 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
67 dB(A) 
65 dB(A) 
67 dB(A) 
66 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
750/700 kg 
2000/750 kg 
750/750 kg 
1500/750 kg 
Stützlast 
75 kg 
84 kg 
100 kg 
85 kg 
Kofferraumvolumen 
380–1312 l 
522–1638 l 
455–1415 l 
430–1455 l 
Länge/Breite/Höhe 
4568/1840–2093***/1613 mm 
4575/1845–2115***/1685 mm 
4425/1835–2084***/1625 mm 
4510/1825–2083***/
Grundpreis
43.900 Euro
40.490 Euro
42.260 Euro
40.950 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
43.900 Euro
45.990 Euro
42.260 Euro
46.450 Euro

Honda ZR-V: Sportlich, aber auch sportlich geschnitten 

Er stellt den Neuzugang in diesem Quartett dar: der Hoda ZR-V. Honda selbst spricht vom "bislang sportlichsten SUV-Vollhybrid" der Marke – was, etwas zugespitzt gesagt, auch nicht schwer zu erreichen ist. HR-V und CR-V legen anstatt auf Performance eher Wert auf Ökonomie bei Raum und Verbrauch. Mit 4,57 Meter Länge ordnet sich der ZR-V mittig in Hondas SUV-Palette ein. 
In dieser Hinsicht macht der ZR-V tatsächlich einiges anders als seine Geschwister. Der Kofferraum lässt sich mit ebener Fläche zwar entspannt beladen, kann aber nicht mit Volumen protzen: 380 bis 1312 Liter sind eher Golf-Klasse. Hinten passt der Platz, die Füße aber kaum unter die Sitze.
Der mittlere Bildschirm im Honda ist mit neun Zoll der Kleinste. Die Materialauswahl überrascht positiv.
Bild: Olaf Itrich/AUTO BILD

Dafür haben die Japaner tatsächlich genau hingeschaut, was sportliche Naturen so schätzen. Das fängt schon im Innenraum an, wo Fahrer und Beifahrer auf freudig greifende, aber keineswegs zu hart gepolsterte Sportsitze stoßen. Auch die Abstände zu Lenkrad und Pedalerie passen. Dazu präsentieren sich satt klickende Schaltwippenaus Echtmetall, die allerdings lediglich die Rekuperationsleistung verstellen, nicht die Gänge wechseln.
Echte Fahrstufen gibt's bei Hondas e:HEV getauftem Voll­hybridantrieb ohnehin nicht. Das ganze System ist – wie auch das aufgeräumte Armaturenbrett – aus dem Civic bekannt. Das CVT-­Getriebe schafft aber künstlich Drehzahlsprünge, um das bei Leistungsabruf typische Aufheulen etwas abzumildern. 

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Wir attestieren: Das funktioniert gut, zumal der Honda die Vortriebskraft auch im Mischbetrieb mehr vom 184 PS starken E-Motor bezieht. Der Zweiliter-Sauger (143 PS) spielt im Wechsel Generator oder schiebt mit an. Dabei blendet das Getriebe ihn mal ruckfrei ein, dann wieder aus – runde Sache, zumal am Ende auch die Zahlen stimmen. Den Standardsprint auf 100 km/h absolviert der Honda mit 7,6 Sekunden am schnellsten, muss auf 130 lediglich den elektrisch angetriebenen Nissan ziehen lassen. Mit 6,5 Litern auf unserer Test­runde zeigt er sich mit am sparsamsten, bleibt mit gemessenen 1605 Kilogramm Leergewicht auch der Leichteste. 
Dazu passt das ­weder zu hart noch zu straff abgestimmte Fahrwerk samt linear ansprechender Lenkung und knackiger Bremse. Einen Patzer leisten sich Honda und Nissan bei der ­Anhängelast, dürfen gebremst nur 750 Kilogramm ziehen.
Ärgerlicher: Die langen Bremswege von über 37 Metern kosten Punkte. Dazu hat Honda hier zwar hörbar mehr Dämmmaterial verbaut als im kleineren HR-V – in diesem Vergleich bleibt der ZR-V trotzdem der Lauteste, gerade beim Abrollen. Und während man sich im Fond mit Soft-Touch auf den Türtafeln noch sichtlich Mühe gab, muss im Ladeabteil dann doch wieder Plastik herhalten.

Mazda CX-5: Geräumig und mit klassischem Antrieb 

Der Mazda CX-5 ist der Oldie in diesem Vergleich. Er ist seit 2017 am Markt, was ja nichts Schlechtes heißen muss. Im Gegenteil: Hinten und im Gepäckabteil (522 bis 1638 Liter) kommt er mit dem besten Raumangebot um die Ecke, lässt sich bis auf die starre Sprachsteuerung leicht bedienen, beherrscht seit dem letzten Update auch kabelloses CarPlay. Insgesamt fühlt sich der Fahrer hier am SUVigsten ­untergebracht: hoch thronend auf seinem E-Sitz, ein wenig mehr auf dem Auto als ins Auto integriert. Hinten weist der Mazda als Einziger einen deutlich sichtbaren Kardantunnel auf, fährt als Einziger auf Wunsch (2000 Euro) überhaupt noch mit Allrad vor.
Hohe Sitzposition im Mazda, kurze Beinauflagen. Die Bedienung wirft kaum Fragen auf. Touchscreen-Bedienung während der Fahrt nur in Verbindung mit Apple CarPlay und Android Auto.
Bild: Olaf Itrich/AUTO BILD
Neu eingezogen zum aktuellen Modelljahr ist auch das 24-Volt-System, das den CX-5 mild hybri­disiert. Spürbar? Kaum, der Riemenstartergenerator dient als Anlasser und mobilisiert unterstützende sieben Pferdestärken. Mit eher lang übersetzten sechs Wandlerstufen gerüstet, schiebt der hoch verdichtete 2,5-Liter-Saugbenziner gemächlich durch den Verkehr. Das reicht zwar für vernünftige Fahrleistungen auf Konkurrenz-Niveau, der CX-5 wird nicht eingebremst, setzt sich mit 195 km/h Topspeed an die Spitze. 
Doch insgesamt wirkt der Antrieb eher müde, und er weist – irgendwo erwartbar – als kaum elektrisch unterstützter Saugbenziner auch den höchsten Testverbrauch auf: 7,1 Liter. Dagegen schön: Auf dem Handling-Track lässt das Mazda-ESP am meisten Leine, er hebt auch mal ein Beinchen – und das trotz eher weich ausgelegter Abstimmung.

Renault Austral: Auto wendig, Antrieb eigenwillig 

Der Renault Astral zeichnet sich innen durch zwei 12-Zoll-Screens samt Google-Infotainment aus. Renaults eigene ­Benutzeroberfläche liegt darüber, trotzdem sind die Strukturen klar: Maps weist den Weg, die Sprachsteuerung okay-googelt oder hey-googelt man an, und der Play Store stellt weitere Apps bereit. Alternativ steht als Navi jetzt Waze zur Verfügung. Lob verdienen auch die haltstarken Vordersitze und die verstellbare Rückbank.
Mit seinem Android Automotive basierten System ist der Austral am modernsten ausgerüstet. Etwas zu viel: Drei Hebel rechts vom Lenkrad für Gangwahl, Wischer und die Radiobedienung.
Bild: Olaf Itrich/AUTO BILD

Zweites Ass, das der Austral im Ärmel hat: Die Hinterradlenkung (1500 Euro), lässt sich in den einzelnen Fahrmodi 13-stufig verstellen und beschert dem Renault den mit 10,5 Metern kleinsten Wendekreis, aber auch ein lebendiges Handling. Sogar Heckschwenks lassen sich provozieren, die das ESP wieder abfängt. Der ­Austral ist im Test-Trimm serienmäßig mit 20 Zoll bereift, das kostet Abrollkomfort. Gullydeckel ziehen keineswegs unbemerkt vorüber, aber weil der Franzose ja tatsächlich agil ist, verzeiht man ihm das. Die straff abgestimmten Dämpfer passen ebenfalls ins Bild.
Der Antrieb hingegen hinterlässt einen eher inhomogenen Eindruck. Manches Mal wundert man sich, warum denn ausgerechnet an der roten Ampel der Dreizylinder bei Drehzahlen rödeln muss, in denen er stark vibriert. Gerade innerorts schafft es das Multi-­Mode-Getriebe kaum, den 1,2-Liter-Turbo (131 PS) und den E-Motor (68 PS) sanft in Einklang zu bringen. Es ruckt, immer wieder gibt es lange Schaltpausen, auf Tempo 100 braucht der Austral trotz üppiger 199 PS Systemleistung ganze 9,2 Sekunden. Entspannter läuft das auf der Autobahn. Ist einmal alles sortiert, geschieht der Vortrieb leise und gleichmäßig. Der Verbrauch von 6,8 Litern rangiert genau mittig.

Nissan Qashqai: Fährt fast wie ein E-Auto, zeigt Schwächen im Digitalen 

Der Qashqai fährt mit dem wohl ungewöhnlichsten Antriebskonzept vor. Dabei haben seine Ingenieure es sich leicht gemacht. Mit den Vorderrädern verbunden ist nur der 190 PS starke Elektromotor, der Verbrenner (158 PS) lädt lediglich den Akku nach. Ansprechverhalten und Spritzigkeit stehen dem eines E-Autos so in nichts nach, mit 6,5 Liter Verbrauch zieht der Nissan mit dem Honda gleich. 100 km/h sind nach glatten acht Sekunden erreicht. Netter Nebeneffekt: Ein kompliziertes Getriebe spart man sich ganz. Dabei läuft der 1,5-Liter-Turbo im Nissan trotz auch nur drei Zylindern ruhiger als der Renault-Motor. Die leichte Lenkung vermittelt kaum Gefühl.
Der Nissan wirkt innen am einfachsten gemacht, der gut platzierte Bildschirm versteht sich mehr als Radio und Navi. Fahrdaten und Einstellungen gehen nur über's Kombiinstrument.
Bild: Olaf Itrich/AUTO BILD

Die Stärke des Austral ist die Schwäche des Qashqai: das Infotainment. Der mittlere Bildschirm macht den Eindruck, mehr oder weniger vom Rest des Autos abgekoppelt zu sein. Er zeigt wenig mehr als Navi, Musik und Smartphone-Kopplung an. Alle wichtigen Fahrzeugeinstellungen müssen übers Kombiinstrument und die Lenkradtasten erfolgen – fummelig. Die bordeigene Sprachsteuerung verweigerte auch mal ganz die Arbeit. Die weich gepolsterten Vordersitze sowie die teilweise günstige Materialanmutung sind weitere Kritikpunkte. Dagegen gut: Trotz mit Abstand geringster Außenlänge (4,43 Meter) fällt das Kofferraumvolumen mit 455 bis 1415 Litern ordentlich aus.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,0 s 
3,0 s 
3,5 s 
3,9 s 
0–100 km/h 
7,6 s 
8,6 s 
8,0 s 
9,2 s 
0–130 km/h 
12,9 s 
13,9 s 
10,9 s 
15,1 s 
0–160 km/h 
23,1 s 
22,4 s 
20,5 s 
23,2 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
3,9 s 
4,6 s 
3,8 s 
4,4 s 
80–120 km/h 
5,5 s 
5,7 s 
4,9 s 
5,1 s 
Leergewicht/Zuladung 
1605/525 kg 
1640/470 kg 
1675/505 kg 
1720/433 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
59/41 % 
59/41 % 
63/37 % 
57/43 % 
Wendekreis links/rechts 
11,7/11,7 m 
12,0/11,8 m 
11,4/11,7 m 
10,6/10,5 m 
Sitzhöhe 
660 mm 
700 mm 
675 mm 
690 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
37,9 m 
35,8 m 
35,1 m 
34,4 m 
aus 100 km/h warm 
37,6 m 
35,2 m 
34,8 m 
34,2 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
58 dB(A) 
57 dB(A) 
58 dB(A) 
59 dB(A) 
bei 100 km/h 
67 dB(A) 
65 dB(A) 
65 dB(A) 
65 dB(A) 
bei 130 km/h 
71 dB(A) 
69 dB(A) 
69 dB(A) 
70 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
4,7 l S/100 km 
6,4 l S/100 km 
4,8 l S/100 km 
5,0 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
6,5 l S/100 km
(+18 %)
7,1 l S/100 km
(+3 %)
6,5 l S/100 km
(+27 %)
6,8 l S/100 km
(+48 %)
Sportverbrauch 
9,5 l S/100 km 
9,7 l S/100 km 
9,2 l S/100 km 
9,2 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
153 g/km 
168 g/km 
153 g/km 
161 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
880 km 
780 km 
850 km 
810 km 

Unterschiede nicht nur beim Kaufpreis 

An der Kasse führt am Ende der Nissan, vor allem dank guter Versicherungseinstufungen und günstigem Anschaffungspreis. Der Mazda startet in der Grundausstattung am preis­wertesten, dazu gesellt sich im Testwagentrimm aber noch die Homura-Ausstattung für 5500 Euro. 
Vier mal SUV, vier verschiedene Antriebskonzepte. Am sparsamsten bleiben Nissan und Honda (6,5 Liter Testverbrauch).
Bild: Olaf Itrich/AUTO BILD

Ihn zeichnet seine Sechsjahresgarantie aus, den Renault, dass er nur alle zwei Jahre zur Wartung muss. In Summe seiner Eigenschaften setzt er sich am Ende durch, verweist den Qashqai auf Platz zwei. Mazda drei, Honda vier. Hier hat jeder seine Stärken – und beweist Charakter.

Fazit

Man sieht es nicht gleich, aber hier stehen Charakterköpfe – und zwar richtig gute. Renault hat mit dem Austral ein Auto mit starkem Infotainment im Programm, auch der unkonventionelle Nissan-Antrieb funktioniert super. Der CX-5 bietet nach wie vor Platz und einen konventionellen Antrieb, den es für sich genommen auch nicht zu sehr dürstet. Dass der ZR-V auf Platz vier fährt, liegt am etwas knappen Raum, den Bremsen und Details. Für Sport-Fans ist er erste Wahl.