Nach über zwei Millionen Exemplaren war 2016 Schluss für den legendären Land Rover Defender 110. Seit Mitte 2020 ist zwar der komplett neue Defender auf dem Markt – eingefleischten Landy-Fans dürfte der aber viel zu modern sein.
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An alle, die dem Original nachtrauern: Es kehrt unter dem Namen Ineos Grenadier zurück! Inklusive Leiterrahmen, solider Offroadtechnik und kräftigen BMW-Motoren.

Das Design war Land Rover zu ähnlich

Ineos Automotive mit Hauptsitz in London ist eine Gruppe chemischer Betriebe mit eigener Autosparte. Ursprünglich wollte Firmengründer Jim Ratcliffe den alten Defender in Lizenz weiterbauen, inklusive der originalen Produktionsanlagen.
Jaguar Land Rover (JLR) machte der Unternehmung aber einen Strich durch die Rechnung. Also heuerte Ratcliffe ein Team von Entwicklern an und startete von vorn.
Ineos Grenadier Utility Wagon
Der Ineos Grenadier soll kein Lifestyle-Objekt werden, sondern ein echtes Arbeitstier.
Die Optik ähnelt stark dem Vorbild: Die kantige Karosserie mit kurzen Überhängen, die runden Leuchten und die Dachfenster zitieren unverkennbar den Ur-Defender. Die Ähnlichkeit ist so stark, dass JLR laut "Automobile Mag" sogar rechtlich gegen das Design vorging – allerdings erfolglos.

Basispreis des Ineos Grenadier: 59.990 Euro

Gebaut wird die Neuauflage in Hambach (Frankreich), im ehemaligen Smart-Werk. Hier, wo aktuell die letzten Elektro-Smart vom Band laufen, werden in Zukunft waschechte Offroader produziert. AUTO BILD war vor Ort und hat sich die Umstellung im Werk Hambach/Lothringen live angeschaut.
Ineos Grenadier Trialmaster Edition
Trotz ähnlicher Optik teilt der Grenadier keinerlei Gleichteile mit dem Ur-Defender.
Die ersten Grenadier sind schon fertig. Zwar handelt es sich dabei noch um Vorserienautos; doch lange wird es nicht mehr dauern, bis die Produktion der Serienfahrzeuge beginnt. Ab dem 18. Mai 2022 ist der Grenadier in drei Konfigurationen bestellbar.
Der Basispreis liegt bei 59.990 Euro. Zum Marktstart haben die Kunden die Wahl zwischen einem zwei- oder fünfsitzigem Utility Wagon und einem fünfsitzigen Station Wagon.

Erster Test des Offroaders in Graz

Der Grenadier setzt wie das Original auf einen Leiterrahmen, Starrachsen, drei Differenzialsperren und permanenten Allradantrieb. Die Karosserie ist aus Aluminium. Das dürfte Skeptiker beruhigen, die befürchten, dass der Grenadier nur ein billiger Abklatsch des Defender werden könnte. Damit der Grenadier auch im Gelände performt, hat sich Ineos Magna als Entwicklungspartner ins Boot geholt.
Wie sich der Grenadier als Vorserienversion fährt, konnte AUTO BILD auf dem Magna-eigenen Prüfgelände in Graz und auf der knüppelharten Teststrecke am Grazer Hausberg Schöckl ausprobieren. Beides meistert die Neukonstruktion beeindruckend lässig.
Unter der Haube sitzt immer ein Dreiliter-Sechszylinder, wahlweise als Diesel mit rund 249 PS und 550 Nm Drehmoment – oder als Benziner mit rund 285 PS und 450 Nm. Beide stammen von BMW, beide arbeiten mit der ZF-Achtstufenautomatik zusammen.
Ineos Grenadier
Tückisches Gelände ist für den Ineos Grenadier ein Kinderspiel. Davon konnte sich AUTO BILD beim ersten Test überzeugen.
Ein eigens entwickeltes Verteilergetriebe sorgt für Permanentallrad und wirksame Geländeuntersetzung. Optional gibt es, wie in der Mercedes G-Klasse, auch Vollsperren für die Achsdifferenziale. Wie der Grenadier innen aussehen wird, dürfen wir noch nicht zeigen. Nur so viel: Auch das ist beachtlich. Da geht was!
Wer sich jetzt noch fragt, woher der Grenadier seinen Namen hat: Er wurde nach dem schicken Pub in London benannt, in dem Mastermind Ratcliffe den Geländewagen ersann.

Technische Daten und Preis: Ineos Grenadier

Motor: Dreiliter-Reihensechszylinder, Benzin oder Diesel
Leistung: 285 PS (Benzin), 249 PS (Diesel)
max. Drehmoment: 450 Nm (Benzin), 550 Nm (Diesel)
Antrieb: Allradantrieb/Achtstufen-Wandlerautomatik
Leergewicht: ca. 2,7 t
L/B/H: 4927/1930/2033 mm
Anhängelast: 3500 kg
Wattiefe: 800 mm
Preis: ab 59.990 Euro

Von

Thomas Rönnberg