Jaguar XF: Kaufberatung
Gesucht: Der beste Jaguar XF

Der Jaguar XF verwöhnt mit Design, Seltenheitswert und kräftigen Motoren. Er ist eine stilvolle Alternative zu Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse – und es gibt ihn sogar als selbstzündenden Kombi. Kaufberatung!
Jaguar – 1935 erstmals als Modellbezeichnung verwendet und 1945 zum Markennamen erhoben – suggeriert Schnelligkeit und katzenhafte Geschmeidigkeit. Ganz so geschmeidig verlief die Historie der Firma aus Coventry allerdings nicht. Waren die Typen XK 120/140/150, Mk II und E-Type in den 50er- und 60er-Jahren in den Verkaufsräumen gleichermaßen erfolgreich wie auf den Rennstrecken, so stand die Marke nach dem Rückzug des Firmengründers Sir William Lyons im Jahr 1972 kurz vor dem Aus. Die siechende British Leyland Motor Corporation, zu der Jaguar mittlerweile gehörte, wurde Mitte der 70er-Jahre unter staatliche Kontrolle gestellt, während der XJ-S von vielen nicht als adäquater E-Type-Nachfolger akzeptiert wurde. Unter der Ford-Ägide ab 1989 folgten zwar neue Modelle wie der X 300 und der bildschöne XK8, die Situation blieb jedoch angespannt – sichtbare Ford-Teile in einem Jaguar stießen Motorjournalisten wie Kaufinteressenten sauer auf. Schnitt. Im Jahr 2007 schälte ein gewisser Ratan Tata, Vorsitzender des indischen Mega-Konzerns Tata, die etwas stumpf gewordenen Juwelen Jaguar und Land Rover aus der Ford‘schen Premier Automotive Group (PAG) heraus und polierte sie wieder auf Hochglanz (während die Halbschwester Aston Martin von einer Investorengruppe um David Richards, Kopf des Rennteams Prodrive, gerettet wurde).
Video: Jaguar XF
Der feine Unterschied
Querdynamik fordert Einschränkungen beim Federungskomfort
Video: Jaguar XF Sportbrake vs. BMW 530d Touring
Edel-Kombis im Vergleich
Infotainment und Klimatisierung müssen über eine komplizierte Menüführung per Touchscreen bedient werden, was den Fahrer mitunter stark vom Verkehr ablenkt – die Bedienkonzepte von Audi, BMW und Mercedes sind hier haushoch überlegen. Auf Augenhöhe mit der Konkurrenz liegt der XF hinsichtlich der Verarbeitungsgüte und der Qualität der Werkstoffe – insbesondere, wenn man in Leder auf Sitzen und Armaturenbrett sowie Edelholz-Intarsien investiert hat. Der so ausstaffierte, fein duftende XF-Innenraum verströmt noble britische Clubatmosphäre – das wiederum können die deutschen Mitbewerber nicht.
Sieben sehr unterschiedliche Triebwerke stehen zur Wahl

Welcher Motor soll es sein? Von sanftem Schnurren bis zu wildem Fauchen ist alles möglich.
Bild: Ronald Sassen
Mehr zum Thema: Fahrbericht Jaguar XF Sportbrake
3.0 Kompressor (AWD) (340 PS): Der V6-Kompressor-Motor ist vom V8 des Hauses abgeleitet und generiert immerhin 450 Nm. Diese rückt er aber erst ab 3500 Umdrehungen pro Minute heraus, was das Automatikgetriebe bisweilen zu hektischem Herunterschalten nötigt. Wer das Gaspedal mit Gefühl und Weitsicht bedient, findet in diesem drehfreudigen und sportlich klingenden Sechszylinder allerdings einen standesgemäßen Antrieb für seinen Jaguar. Einem guten Drink gegenüber ist er jedoch nicht abgeneigt, im Alltag sind rund 12 Liter Super pro 100 Kilometer einzuplanen. Gegen 3000 Euro Aufpreis werden alle Räder angetrieben, was die Wintertauglichkeit deutlich verbessert. Der AWD (All Wheel Drive) ist das richtige Angebot für Chalet-Eigner und Wintersportler. 5.0 Kompressor R (510 PS): Leider können wir Ihnen diesen Motor aus wirtschaftlichen Gründen nicht empfehlen. Denn er ist sehr, sehr teuer und kann unter Volllast obszön viel verbrauchen. Aber er geht wie die Pest und klingt, wie ein V8 klingen sollte: dunkel, böse, dramatisch. Die Wandlerautomatik läuft hier zur Höchstform auf, stempelt das stattliche Drehmoment von 625 Nm perfekt in den Asphalt. Volles Beschleunigen ist mit diesem Dampfhammer leider immer nur ein kurzes Vergnügen, denn alle bei uns üblichen Tempolimits sind innerhalb weniger Wimpernschläge erreicht – letztlich auch das selbst auferlegte bei 250 km/h.
Mehr zum Thema: Jaguar XF im Dauertest

Die 551-PS-Version des Kompressor-V8 ist eine Alternative für alle, denen ein AMG nicht individuell genug ist.
Bild: Uli Sonntag
Die Grundausstattung fällt großzügig aus
Im Anschaffungspreis sortiert sich der Jaguar XF ziemlich exakt zwischen BMW 5er und Mercedes E-Klasse ein. In der Grundausstattung übertrifft der Brite jedoch die süddeutsche Referenz: Automatikgetriebe, Bi-Xenon-Licht und eine elektrisch verstellbare Lenksäule, die das Lenkrad zum bequemeren Ein- und Aussteigen zum Armaturenbrett zieht, zählen in der Oberen Mittelklasse noch längst nicht zum Auslieferungsstandard. Die in dieser Liga üblichen Annehmlichkeiten wie Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Tempomat oder ein passabel klingendes CD/USB-Audiosystem mit 250 Watt Leistung bringt der XF natürlich auch bereits ab Werk mit. Die Kombiversion Sportbrake unterstreicht ihre Alltagskompetenz zudem mit einigen weiteren serienmäßigen Goodies: eine luftgefederte Hinterachse mit Niveauregulierung zum Beispiel, eine Heckklappe mit Zuziehautomatik, im Verhältnis 60:40 getrennt umlegbare Rücksitzlehnen samt Durchladeeinrichtung sowie ein Ladeschienensystem und Verzurrösen im Gepäckabteil.
Die Rückfahrkamera zeigt den perfekten Weg in die Lücke

Ja, mit einem Jaguar lässt sich auch ein Fahrrad transportieren. Der Dachquerträger (319 Euro) dockt an die Dachreling des Sportbrake an.
Bild: Werk
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