Kältemittel in Klimaanlagen
CO2 gewinnt an Gewicht

Nach Toyotas Rückzug vom Killer-Kältemittel R1234yf nennt nun Daimler erstmals einen Zeitpunkt für die Einführung von CO2-Klimaanlagen. Viele Konzerne warten aber noch ab.
- Frank Rosin
In die Diskussion um das umstrittene Kältemittel R1234yf kommt neue Bewegung. Waren bis vor einem Jahr noch alle Hersteller weltweit vom neuen Stoff überzeugt, bröckelt die Pro-R1234yf-Koalition nun zusehends. Daimler hat angekündigt, voraussichtlich Ende 2016 die ersten Autos mit CO2-Klimaanlagen auszuliefern. Die Verträge mit Zulieferern seien unterschrieben, gab Entwicklungsvorstand Thomas Weber am Rande der IAA bekannt. Erstes Modell mit der neuen Klimaanlage müsste folglich die für 2016 erwartete neue E-Klasse sein. Damit bliebe die kommende Generation der E-Klasse noch in der EU-Übergangsfrist. Von 2017 an dürfen in Europa keine Neuwagen mit dem alten klimaschädlichen Kältemittel R134a mehr verkauft werden. Was mit den übrigen Mercedes-Baureihen geschehen wird, ist noch unklar. Eine Umstellung der Klimaanlagentechnik während der laufenden Produktion erscheint jedoch schwierig und teuer.
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Eine Reihe von Herstellern will sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festlegen. Zum Beispiel Renault, die zwar derzeit R1234yf im Zoë nutzen, hier aber keine Sicherheitsbedenken haben, weil es am E-Mobil keine heißen Bauteile in der Nähe der Klimaanlage gibt. Eine mögliche Entscheidung für CO2 in der Zukunft behält sich Renault ausdrücklich vor. Womöglich eine kluge Strategie, denn auch Stefan Bratzel sieht CO2 als zukünftigen Branchenstandard. Er gibt zu bedenken: "Hersteller, die sich in puncto Sicherheit beratungsresistent zeigen, könnten von den Kunden abgestraft werden."
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