Opel Corsa im ersten Vergleich

Kia Rio, Opel Corsa, Renault Twingo im Test

Ist der Corsa wieder vorn dabei?

Es wird ernst für den neuen Opel Corsa. Im Vergleichstest trifft er auf den frischen Renault Clio und den koreanischen Garantie-König Kia Rio.
Platz 1 mit 500 von 750 Punkten: Kia Rio 1.0 T-GDI 120. Geräumig und mit kompletter Ausstattung. Unaufgeregtes Fahrverhalten, sieben Jahre Garantie. Preis: ab 19.750 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 3291 Euro).
Platz 2 mit 488 von 750 Punkten: Opel Corsa 1.2 Direct Injection Turbo. Gelungene Neuauflage. Lebendiger Motor, Fahrwerk und Lenkung passen. Fond eng. Preis: ab 13.990 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 2398 Euro).
Platz 3 mit 475 von 750 Punkten: Renault Clio TCe 100. Auffälliges Design, fährt mit diesem Motor eher gemütlich. Wenig Platz hinten. Preis: ab 16.440 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 5270 Euro).
Letzter! Und zwar abgeschlagen. So sah es aus für den alten Corsa in seinem letzten Vergleichstest. Das war im Oktober 2017 – und auch kein Wunder. Denn der Opel basierte noch auf der Technik des Fiat Punto. Jetzt tritt hier der Corsa F an. Der steht auf der CMP-Plattform, wie sie zum Beispiel auch der Peugeot 208 verwendet. Opel gehört seit 2017 zu PSA, Peugeot Citroën also. Ganz allein sind die beiden anderen übrigens auch nicht unterwegs, der Renault Clio teilt sich Technik mit dem Nissan Micra, der Kia Rio mit dem Hyundai i20.

Beim Design kann der neue Corsa überzeugen

Opel hat den Corsa modern und schneidig gezeichnet. Hinten ist der Wagen aber ziemlich eng geraten.

Der neue Corsa wirkt mit dem breiten, tief heruntergezogenen Grill, dem flachen Aufbau und der nach vorn geneigten C-Säule fast schon schneidig. Auch das Cockpit ist ernsthaft und ansehnlich gebaut, die großen Analog-Rundinstrumente lassen sich gut ablesen. Den 7-Zoll-Bildschirm kennen wir von Peugeot, hier wie dort gilt: Der Touchscreen reagiert verzögert, die Bedienungs-Icons sind viel zu klein. Vorn und hinten bietet der Corsa etwa so viel Platz wie der Renault, der Kia ist merklich geräumiger. Vorn fällt noch ein schmaler Fußraum mit eng stehenden Pedalen auf – mit breiten Tretern bekommt man Probleme. Und der Fond ist, selbst für diese Klasse, ziemlich eng. Erwachsene sitzen ungemütlich, daran hat auch die tief montierte Rückbank mit kurzer Auflage ihren Anteil. Der Kofferraum schluckt 309 Liter, im Kia sind es 325 und im Renault sogar 391 Liter.

Gebrauchtwagensuche: Opel Corsa

Der Dreizylinder im Kia ist stark und durstig

Vergleichsweise trinkfreudig: Mit dem 120 PS starken Dreizylinder verbraucht der Rio 7,0 l/100 km.

Allerdings stört im Clio die besonders hohe Ladekante von 27 Zentimetern – da werden sich die Bandscheiben aber freuen. Wie im Opel fehlt ein höhenverstellbarer Ladeboden. Der Clio ist charmant eingerichtet, die Instrumente lassen sich einwandfrei ablesen, das war ja bei Renault nicht immer so. Der 7-Zoll-Touchscreen verfügt über eine schöne Grafik – und über eine bessere Logik als der Opel-Bildschirm. Das Raumangebot des Clio ist vorn völlig ausreichend, hinten ist es, ähnlich wie im Corsa, erstaunlich eng und Erwachsenen kaum zu empfehlen. Die Rückbank ist noch flacher über dem Boden montiert als im Corsa. Der klar Beste beim Raumangebot ist der Kia. Das gilt besonders für den Fond. Es ist nicht so, dass man sich hier verlaufen könnte – größer gewachsene Menschen sind aber anständig untergebracht und sitzen bequem. Der Rio ist klar und sachlich eingerichtet, solide verarbeitet. Und wie stets ist die Bedienung selbsterklärend. Eine Wohltat.

Gebrauchtwagensuche: Renault Clio

Angetrieben wird der Kia von einem 1,0-Liter-Dreizylinder. Der hat mit 120 PS einen Leistungsvorsprung vor den 100-PS-Aggregaten der Konkurrenz. Den spielt er auch aus, tritt flotter an, wirkt eine Spur lebendiger. Er läuft etwas lauter als Corsa und Clio, klingt kernig, Dreizylinder eben. Wichtiger: Im Test verbrauchte er mit 7,0 Litern über einen Liter mehr als Corsa (5,9) und Clio (5,7 Liter).

An der Kasse schlägt der Clio die Testkonkurrenz deutlich

Französischer Preisbrecher: Für den Renault Clio im Testtrimm werden 17.840 Euro fällig.

Abgestimmt hat Kia den Rio ganz seriös, handlich und unaufgeregt, mit einer verbindlichen Lenkung. Allerdings könnte die Federung sensibler reagieren, er rollt relativ hart ab. Das kann der Clio besser. Der Franzose federt weicher als die beiden anderen, fährt gemütlicher, lässt sich nicht zu Hektik anstiften. Schon gar nicht mit der betont künstlichen, teigigen Lenkung. Der 1,0-Liter mit 100 PS fügt sich da gut ins Bild. Der bleibt leiser als Opel und Kia, fühlt sich im Vergleich aber schaumgebremst an. Als Einziger hier kommt der Clio nur mit Fünfganggetriebe. Ungewöhnlich, zumal der fünfte Gang zu lang für das kleine Triebwerk übersetzt ist. Der Opel hat mit 1,2 Litern den Vorteil des größeren Hubraums und zieht wirklich auch am kräftigsten durch. Der 100-PS-Dreizylinder bleibt wie der Kia nicht wirklich leise, klingt rauchig-heiser, hängt gut am Gas. Das Fahrwerk hat Opel dazu passend ausgelegt. Der Corsa liegt eher stramm, nimmt Querfugen energisch, fährt sich leicht und handlich. Die Lenkung spricht direkt an, arbeitet präzise. Runde Sache.

Gebrauchtwagensuche: Kia Rio

In Testwagen-Konfiguration steht der Corsa mit 20.730 Euro in der Liste, der Rio folgt mit 21.840 Euro. Wie stets bei Kia mit sieben Jahren Garantie. Den Clio berechnet Renault mit günstigen 17.840 Euro.
Das Fazit: Der neue Opel Corsa feiert einen erfreulichen Einstand, sieht gut aus und fährt genau so. Doch ganz nach vorn schafft er es nicht. Dort liegt souverän der Kia Rio, durchdacht und praktisch gebaut. Ein Tipp ist aber immer auch der komfortable und charmante Renault Clio.

Opel Corsa im ersten Vergleich

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Autoren: , Dennis Heinemann

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