Die Mercedes-Baureihe 123 hat den VW Käfer zwar vom Spitzenplatz der deutschen Oldtimer-Top-10 verdrängt, meldete im Frühjahr der Auto-Branchenverband VDA. Stimmt aber gar nicht! In die 43.562 Mercedes-Mittelklassen mit H-Kennzeichen haben die Statistiker nämlich auch Nachfolgemodelle eingerechnet. Nur rund 17.000 gehören wirklich zur Baureihe 123, gebaut zwischen 1974 und 1985.
Damit steht der Käfer tatsächlich weiter an Platz 1, und zwar weit vor allen anderen. 43.193 Volkswagen aller Baureihen, produziert zwischen 1938 und 2003, sind in Deutschland 2023 mit H-Kennzeichen unterwegs. Und eine solche Masse bedeutet natürlich: Marktmacht.
VW Käfer
Seit 1938 gibt es den Käfer, die Urform wurde nie verändert. Aber dennoch änderte sich in den 65 Jahren viel, zum Beispiel die Form der Scheinwerfer.
Bild: Uli Sonntag

Für jeden Geschmack der passende Käfer

Das reflektiert nicht nur die Auswahl an Werkstätten, günstigen Ersatzteilen und Zubehör, sondern auch an Typen: "Käfer" ist ein Sammelbegriff für einen ganzen Kosmos, in dem Platz ist für schwächlich motorisierte Vorkriegs-Vehikel ebenso wie für (relativ) flotte junge Klassiker mit Automatik, Klimaanlage (ja, auch das gab es) und weiteren Extras, die viele einem Käfer nicht zutrauen würden.
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Und auch die Preisentwicklung wird manche überraschen: Seine anhaltend hohe Beliebtheit führt zu stabilen, teilweise noch immer leicht steigenden Preisen, berichtet Marius Brune vom Marktbeobachter Classic Data. Wertverlust müssen Käfer-Besitzer also nicht befürchten. Für Einsteiger ist die Anfangsinvestition folglich gleich geblieben – relativ niedrig im Verhältnis zu "Traum-Oldtimern", aber auch kein Pappenstiehl.
Die Spanne reicht derzeit von knapp über 5000 Euro für einen mittelguten "Mexikaner" aus den 1980er-Jahren bis über 160.000 Euro für Preziosen wie das äußerst rare Cabrio mit Hebmüller-Sonderkarosserie oder einen der noch während des Dritten Reiches gebauten "KdF-Wagen" (hier geht es zur großen Käfer-Kaufberatung).

Bildergalerie

VW Jeans-Käfer
VW Käfer 1303 LS Cabriolet
Preisspiegel VW Käfer Export (Brezel)
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Marktanalyse: Klassische VW Käfer

Jede Käfer-Generation hat ihre Liebhaber

Auch hinsichtlich der Preisentwicklung gibt es nicht "den" Käfer schlechthin. Ob Brezel, Ovali, Dickholmer oder die Modelle der 1970er: Jede Generation hat ihre Liebhaber. Unter 10.000 Euro sind auch durchschnittliche Exemplare immer seltener zu finden. Cabrios tendieren selbst im Zustand 3 in Richtung 20.000 Euro; vor 1960 gebaute liegen schon darüber.
VW Käfer 1302 LS Cabriolet
Als Spaßauto immer schon beliebt, das Käfer Cabriolet. Schon vor zehn Jahren begann der Preis-Hype, 2020 toppten gut erhaltene Exemplare die 30.000 Euro-Marke.
Bild: Uli Sonntag

Ausreißer sind sonst selten. Dazu gehört der "Gelb-Schwarze Renner" von 1973 oder die "Última Edición" von 2003 (der vorletzte steht in der Garage von AUTO BILD). Für dieses Abschiedsmodell, also die letzte Auflage des Luftgekühlten, zahlen Sammler auch über 35.000 Euro.
Eine interessante Investition ist auch der "Superkäfer": Der 50 PS starke 1303 S bildet den Höhepunkt der Käfer-Evolution. Er ist auch der erste mit den neuen Rückenleuchten im Großformat. Prompt nannte sie der Volksmund "Elefantenfüße". Vom Basis-Käfer 1303 unterscheidet er sich außerdem durch die Panoramascheibe.