Vor 80 Jahren wurde der allererste Prototyp VW Käfers präsentiert – doch die Vorstellung endet mit einem Fehlstart. Dem späteren Erfolg tat dies keinen Abbruch.
Zwei Prototypen aus den Jahren 1936 und 1937 Seite an Seite. Auffällig: Die unterschiedlichen Lüftungsschlitze auf den Motorhauben.
Bild: DPA
(dpa/jb) Es war ein großer Tag in der Porsche-Villa: Granden des Reichsverbands der Automobilindustrie (RDA) waren in den Feuerbacherweg in Stuttgart geladen. Auch Vertreter von Daimler-Benz, von Opel und des Audi-Vorläufers Auto Union waren gekommen, um den Prototyp des ersten "Volkswagens" zu begutachten. Das Problem: Der heute als Käfer bekannte Wagen wurde ausgerechnet bei dieser Präsentation vor 80 Jahren seinem späteren Ruf als Inbegriff der Zuverlässigkeit nicht gerecht. Der eingebaute A-Motor – ein Zweizylinder-Zweitakter mit 850 Kubikzentimetern - war nicht funktionstüchtig. Das von den Nationalsozialisten "Kraft-durch-Freude-Wagen" getaufte Auto lief nicht.
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Brubaker Box und die 1000 Gesichter des VW Käfer
Trotzdem war das "Erste Treffen der Technischen Kommission" kein Flop: Noch vor Kriegsbeginn wurde der unter dem Arbeitstitel V1 von Ferdinand Porsche für die Nazis entwickelte Volkswagen in Einzelstücken gefertigt – das V stand in diesem Fall nicht für Vergeltungswaffe, sondern für Versuchswagen. Bis Ende des Zweiten Weltkrieges wurden etwa 630 Limousinen gebaut.
Nach Kriegsende ging der VW Käferunter britischer Regie in Serie, wurde über die nachfolgenden Jahrzehnten zur Erfolgsgeschichte für Volkswagen – und zum Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder. Schon 1950 wurden knapp 82.000 VW Käfergefertigt. Generationen von Deutschen zwängten sich für die Fahrt in den Urlaub in den buckligen VW. Die dunkle Vergangenheit schien vergessen.
Die Väter des Käfer (1976): Walter Fröde, Heinz Gröschel, Herbert Kaes, Hans Klauser, Ferdinand Porsche (am Steuer), Rudolf Ringel, Werner Rixmann und Wilhelm Vorwig.
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"Die Sympathie für denKäferspeist sich aus verschiedenen Kanälen, einer davon ist mit Sicherheit das Aussehen", sagt Lutz Fügener, Designprofessor an der Hochschule Pforzheim. "Diese gefällige wiedererkennbare Form, die freundlich ist. Das Kindchenschema mit großen Augen weckt den Beschützerinstinkt. Bei den Autos heute ist es eher das Gegenteil." Der Name Käfer geht vermutlich auf einen Korrespondenten der "New York Times" zurück, der in seiner Berichterstattung die Volkswagen Limousine als "Little shiny Bug" ("kleiner glänzenderKäfer") bezeichnete. Der Slogan "Er läuft und läuft und läuft" kam nicht von ungefähr. "DerKäferwar ein Auto, dass zu der Zeit in seiner Zuverlässigkeit herausstand", sagt Fügener. Der VW war sehr einfach zu reparieren und zu warten - durch den luftgekühlten Motor. "DerKäferhat natürlich eine sehr lange Testphase hinter sich, nämlich den Zweiten Weltkrieg." Porsches Neffe Herbert Kaes unternahm mit dem Prototyp VW 38 mit Wehrmachtszulassung Langstreckenfahrten nach Budapest und Griechenland. Die längste Testfahrt führte gar bis nach Afghanistan.
Adolf Hitler begutachtet den ersten Käfer-Prototyp (undatierte Aufnahme, vor 1938).
Bild: DPA
Allerdings war die später so beliebte Form in den 1930er Jahren alles andere als revolutionär. Bei der Konstruktion bediente sich Porsche bei Ideen des österreichischen Designers Béla Barényi. "So hat man sich das aerodynamische Design vorgestellt", sagt Fügener. Fiat und Renault mit seinem "Crémeschnittchen" CV 4 hatten ähnliche Formen im Portfolio. "VW hatte das nicht reserviert."Doch im Gegensatz zu anderen Autobauern blieb Volkswagen demKäferund seiner Formsprache treu. Das wurde dem inzwischen mit Abstand größten deutschen Autobauer Ende der 1960er-Jahre fast zum Verhängnis. "Im Jahre 1970 war derKäfervon seiner Entwicklung am Ende", sagt der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Weil Volkswagen zu lange an dem Konzept festhielt, habe sich der Konzern den Weg in die Zukunft fast verbaut. "Nach demKäferkam eine große Durststrecke, bis der Golf kam und sich durchsetzte." Klar sei aber auch: "OhneKäfergäbe es kein VW und ohneKäferwäre VW nie ein wichtiger Autobauer geworden." Erst 1985 wurde der letzteKäferin Deutschland offiziell verkauft - wegen seiner Beliebtheit aber noch lange aus Mexiko importiert. Schließlich wurde die Produktion 2003 in Mexiko endgültig eingestell - der vorletzte produzierte steht in der Garage von AUTO BILD KLASSIK, der letzte rollte nach Wolfsburg ins VW-Museum. Insgesamt liefen über die Jahrzehnte 21,5 Millionen Käfervom Band. Eine grandiose Erfolgsgeschichte, bei der der 3. Juli 1935 ein wichtiger Meilenstein war.
Brubaker Box und die 1000 Gesichter des VW Käfer
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Der Brubaker Box sieht aus, als käme er aus der Zukunft – und ist doch schon 40 Jahre alt. Kaum zu glauben, dass das Auto auf einem VW Käfer basiert. Andreas Stevens alias DJ Greyboy (Bild) aus Kalifornien fährt einen.
Bild: Micah Smith
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Der coolste Käfer der Welt hat nur eine Tür. Eine Schiebetür. Auf der Beifahrerseite. "Mit beiden Händen", erklärt DJ Greyboy. "Kräftig. Trau dich. Gut so."
Bild: Micah Smith
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Gurte? "Sorry, Mann."
Bild: Micah Smith
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Dann schmeißt Greyboy den Motor an. Ein Käfer, unverkennbar. Dieser Sound im Heck. Er würgt den ersten Gang rein, und der Brubaker Box rollt langsam durch San Diego.
Bild: Micah Smith
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Die Nadeln der vier Rundinstrumente, gut einen Meter hinter dem Holzlenkrad am Horizont zu erahnen, zittern.
Bild: Micah Smith
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Greyboy gibt Gas, der 1600er dreht lautstark auf. Alles, was geht, Tempo 100 auf dem Highway. Andere Autofahrer bremsen ab, gucken, winken, staunen über den ersten Minivan der Welt: "What the ...?"
Bild: Micah Smith
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DJ Greyboy, tagsüber Andreas Stevens, 45 Jahre, Sohn griechischer Einwanderer, Discjockey und Musikproduzent, schreit: "Kenn ich schon. Mein Box erregt mehr Aufsehen als ein verdammter Ferrari."
Bild: Micah Smith
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Kein Wunder: Vom Brubaker Box fahren weltweit ja auch nur noch 13 Stück. Zwischen 30 und 50 Exemplare – die Angaben schwanken – wurden in den 70er-Jahren gebaut. Greyboy hat im vergangenen Jahr einen davon in New Jersey gekauft. Baujahr 1974.
Bild: Micah Smith
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Glatte 5.000 Dollar. Hat noch mal 15.000 Dollar reingesteckt, denn: "Mann, ich sag dir, alle Teile aus Metall waren echt am Arsch." 600 Arbeitsstunden hat er in seinen Brubaker Box investiert.
Bild: Micah Smith
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Mit Kater an seinem Kasten-Käfer geschraubt, nach langen Nächten hinter den Plattenspielern in den vielen Musikclubs und Bars von Südkalifornien. Nur die Box aus Fiberglas war noch zu gebrauchen. Gemeinsam mit einem Freund machte Greyboy den Motor flott, den einzigen Turbo-Boxer in einem Brubaker Box. Und den Innenraum, ...
Bild: Micah Smith
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... minimalistisch wie in keinem anderen Auto. Hat aus dem Fond eine Lounge werden lassen, ...
Bild: Micah Smith
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... goldfarbener Stoff an den Wänden. Hat die markanten Stoßstangen nachgebaut, Stahl mit Holzfolie. Und den Glitzerlack aufgetragen, der seinen Brubaker wie einen Goldbarren aussehen lässt.
Bild: Micah Smith
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Der Brubaker Box hat seine Windschutzscheibe vom AMC Javelin, ...
Bild: Micah Smith
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... die Heckscheibe vom Chevy El Camino, Rücklichter vom Datsun-Pickup ...
Bild: Micah Smith
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... und viele Teile vom Ford Pinto. Zum Beispiel ...
Bild: Micah Smith
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... die Felgen.
Bild: Micah Smith
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Das skurrile Auto stammt aus einem Entwurf des ehemaligen GM-Designers Curtis Brubaker. Er startet das Auto als Kit Car, sammelte Geld von Investoren ein. Doch nach nur drei Autos sprangen die wieder ab.
Bild: Micah Smith
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Am Ende baute die Firma Automecca noch ein paar Dutzend Brubaker Box und verkaufte sie unter dem Namen "Sports Van". "Eine traurige Geschichte", sagt Greyboy und arbeitet sich durch das Vierganggetriebe.
Bild: Micah Smith
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"Das Auto ist eine Skulptur. Allein die Idee mit nur einer Tür." Sie macht das Auto – nicht nur von der Fahrerseite aus betrachtet – zu einem einmaligen Designstück. Falls der Wagen nach einem Unfall auf der Beifahrerseite liegen bleibt, ...
Bild: Micah Smith
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... kann man den Box durch eine Luke im Dach verlassen. Nur deshalb ist das Auto, das wie ein Mondmobil aussieht, überhaupt zugelassen.
Bild: Micah Smith
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Greyboy fährt eh nur oben offen. Weil die Käfer-Pedale nach vorn und oben versetzt wurden, ...
Bild: Micah Smith
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... sitzt der DJ - genau wie Autor Hauke Schrieber (Bild) - in seinem Box entspannt zurückgelehnt. Er sucht einen Musiksender im Radio, das da eingebaut ist, ...
Bild: Micah Smith
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... wo sich in normalen Autos die Fahrertür befindet.
Bild: Micah Smith
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"So kann mir keiner an den Knöpfen rumfummeln", ruft Greyboy und fingert mit der linken Hand an den Reglern.
Bild: Micah Smith
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Doch viel von Musik ist bei dem Lärm eh nicht zu hören.
Bild: Micah Smith
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Greyboy war bislang keine 800 Kilometer mit seinem Goldstück unterwegs. Für die täglichen Fahrten benutzt er seinen Toyota Prius. Der sei das genaue Gegenteil: total uncool, aber voll vernünftig.
Bild: Micah Smith
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Ausfahrten im Brubaker sind für ihn Feiertage. Am Ziel der Fahrt, dem Fiesta Island Park vor San Diego, steigt ein Mann vom Fahrrad und fragt DJ Greyboy, was das denn für ein cooler Van sei. "Siehst du", sagt Andreas Stevens, "die Leute erkennen ihn sofort als das, was er sein soll. Als einen Van."
Bild: Micah Smith
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Hört sich an wie ein VW, sagt der Biker. "Ist aber ein Brubaker Box", antwortet Greyboy. Der Mann zuckt mit den Schultern. "Nie gehört." Offiziell zugelassen ist dieses unglaubliche Stück Auto allerdings in der Tat als ein Volkswagen. Als der coolste Volkswagen der Welt.
Bild: Micah Smith
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Der coolste, aber nicht der einzige. Außergewöhnliche Vehikel, die auf dem Käfer aufbauen, entstanden so einige. Fahrzeuge aus dem VW-Konzern und darüber hinaus. Ihnen ist gemein, dass in allen ein Käfer drin steckt. Hier kommt unsere Auswahl!
Bild: Werk
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Wir starten mit dem Plattenwagen. Nutzfahrzeuge aus eigener Produktion hatte VW in den Anfangstagen noch nicht zur Verfügung, geschweige denn kleine Transporter, mit denen man im Werk Motoren und ähnliches von Band zu Band schaffen konnte.
Bild: Hersteller
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Also zimmerten sich die VW-Leute aus Fahrgestell und Motor vom Käfer den Plattenwagen, um ihn als Lastesel für kurze Strecken im Werk und drumherum einzusetzen. Mit der Kabine hinten, ein umgekehrter Pick-up also.
Bild: Angelika Emmerling
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Dieser Plattenwagen inspirierte den niederländischen VW-Importeur Ben Pon senior bei einem Besuch in Wolfsburg so sehr, dass er ein Nutzfahrzeug auf Käfer-Basis skizzierte. Der Anstoß für die Entwicklung des VW Typ 2, besser bekannt als Bulli.
Bild: Sven Krieger
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Am 8. März 1950 liefen die ersten zehn Transporter in Wolfsburg vom Band. Sie bauten auf einer verstärkten Bodenplatte auf, alles weitere war Käfertechnik, auch die Motoren. Das bedeutet, dass die ersten T1 mit überschaubaren 25 PS auskommen mussten.
Bild: Werk
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Trotzdem erarbeitete sich der Bulli schnell einen Ruf als zuverlässiger Begleiter für alle Fälle, sei es als Transporter, als Pritsche oder als Bus. 1955 bekam er das, was wir heute ein Facelift nennen, mit einigen Aufwertungen im Innenraum und mehr Leistung.
Bild: Uli Sonntag
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Sämtliche Varianten des T1 waren (und sind) geradezu wahnsinning beliebt, der König unter den Bullis ist aber der Samba. Schon ein Jahr nach Stapellauf kam der Bus mit den 23 Fenstern und hält bis heute seinen Kultstatus.
Bild: Roman Rätzke
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Anfang der 1960er hatte die Deutsche Post ein Problem. Trotz spezieller Modifikationen war im Käfer einfach nicht genug Platz für Briefe und Päckchen. Die Lösung: der VW Typ 147. Der war größer als ein Goggo-Transporter, praktischer als der Käfer, aber kleiner als der Bulli.
Bild: Sven Krieger
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Gemeinsam mit Westfalia entwickelte und baute VW den 147, der alsbald aber nur noch unter seinem Spitznamen Fridolin firmierte. Technik gab es im VW-Regal genug, nicht nur den vertrauten 1200er-Boxer, der im Heck des 147 seinen Dienst versieht.
Bild: Markus Heimbach
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Leider gehörte 1964, als der Fridolin in Serie ging, Rostschutz noch nicht zum Serienpaket eines Neuwagen. Das führte dazu, dass viele Exemplare im täglichen Einsatz bei Wind und Wetter verschlissen wurden und gute Fridolin heute selten sind.
Bild: Uli Sonntag
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Der VW Typ 181 war nie das, was er sein sollte. Gedacht als witziges Spaßauto machte er bei Behörden Karriere. Dabei war seine technische Basis (Käfer-Motor, Bodengruppe vom Karmann Ghia, Hinterachse vom T1 Bulli) eigentlich veraltet und mit den Anforderungen an einen Geländewagen völlig überfordert.
Bild: Werk
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Als Cabrio eignete er sich auch nicht. Dafür war er zu sparsam ausgestattet. Und um als Freizeitauto fürs Wochenende durchzugehen, musste der Käufer einfach zu tief in die Tasche greifen. Was also tun?
Bild: Uli Sonntag
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Den Verantwortlichen war es vor allem wichtig, dass der 181 nicht mit diesem Ahnen in Verbindung gebracht wurde. Daher nannte man ihn kurzerhand Kurierwagen und erklärte ihn zum Mehrzweckfahrzeug für Straße und Gelände. Unter diesem Vorzeichen schlug er sich gar nicht schlecht, ...
Bild: autobild.de
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... bietet er doch vier Personen problemlos Platz. Entfernt man Verdeck und Türen, umtost der Fahrtwind die Insassen. Speziell in den USA machte der 181, kurzerhand "the Thing" genannt, Karriere. Dort war und ist er als ulkiges Spaßauto beliebt.
Bild: Super Plus
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Auch das ist ein Käfer? Ja, wenigstens, solange es ums Fahrwerk geht. Die Gebrüder Fritz und Ernst Beutler bauten dieses wunderschöne, langgestreckte Coupé zum Genfer Salon 1954 auf einem Käfer-Chassis auf.
Bild: Uli Sonntag
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Die Karosse besteht aus einem Stahlgerippe mit Aluhaut, Motor und Bremsen stammen von einem Porsche 356 B. Deshalb trägt der Wagen auch die Bezeichnung Beutler-VW-Porsche Typ 57. Dieses Auto steht im Zeithaus der Autostadt Wolfsburg. Erhältlich war es auch als Cabriolet.
Bild: Uli Sonntag
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Technisch ganz ähnlich und nicht weniger schön als der Beutler Typ 57 ist dieser VW von Ghia-Aigle. Er stammt aus der Feder von Giovanni Michelotti und baut auf einem VW 1200 Export auf, dessen Motorleistung ein Kompressor um 50 Prozent erhöht.
Bild: Wolfgang Gröger-Meier
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1957 stellte Ghia-Aigle den Wagen auf dem Genfer Salon vor. Wahrscheinlich ist, dass es sich um das einzige je in dieser Form umgebaute Fahrzeug handelt.
Bild: Wolfgang Gröger-Meier
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Kleinserien-Spezialist Rometsch aus Berlin verblüffte die deutsche Autowelt 1950 mit dem Beeskow Cabrio und dem Coupé. Elegant, filigran und sportlich wirkten die beiden auf der Berliner Auto-Ausstellung zwischen jeder Menge aufgebrezelter Vorkriegsmodelle. Dabei verbarg sich unter der Aluhaut gar nichts Spektakuläres: ...
Bild: Markus Heimbach
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... Nur hatten Friedrich Rometsch und Auto-Architekt Johannes Beeskow Bodengruppe und Motor des Käfer so wunderbar neu eingekleidet. Nichtsdestotrotz markierte dieses Paket den Startpunkt für eine rasante Entwicklung. Denn ...
Bild: Markus Heimbach
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... die Beeskow-Modelle waren nach kurzer Zeit speziell in Glamour-Kreisen so gefragt, dass Friedrich Rometsch sogar in Hollywood eine Filiale eröffnete.
Bild: Uli Sonntag
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VW war von diesem Erfolg gar nicht angetan. Die Wolfsburger weigerten sich, Rometsch mit Fahrgestellen zu beliefern, was die Firma dazu zwang, verunfallten Käfern hinterher zu jagen.
Bild: Uli Sonntag
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Der von Bert Lawrence gezeichnete Nachfolger fürs Rometsch Coupé war dann trotz aufwändiger Zweifarb-Lackierung und Panoramascheibe auch eher gut gemeint als eine realistische Chance zu haben. Jedoch: Heute gehören Rometsch-Fahrzeuge ganz selbstverständlich zur Sammlung des Zeithauses von VW!
Bild: dpa
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Nein, das ist kein 356er Porsche. Der Stuttgarter Karossier Dannhauer & Stauss schneiderte dem Käfer 1300 Anfang der Fünfziger diese schönen Kleider. 40 PS sorgten für ordentlichen Vortrieb und ermöglichten immerhin 120 km/h Spitze.
Bild: Werk
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Rund 100 Stück des Dannhauer & Stauss-Cabriolet wurden gebaut, fünf davon haben, so wird spekuliert, in fahrbarem Zustand überlebt. Das macht den Dannhauer & Stauss zum Luxus-Käfer für frühe Genießer des Wirtschaftswunders.
Bild: Werk
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Der Käfer liefert die technische Basis. Und alle anderen bauen darauf schöne bzw. schönere Autos auf. Wer die letzten Bilder aufmerksam betrachtet hat, könnte diesen Eindruck gewinnen. Und möglicherweise hatte ihn auch VW-Chef Heinrich Nordhoff, denn er beriet sich schon Anfang der 50er mit Wilhelm Karmann über den Typ 14.
Bild: Werk
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Der erschien schließlich 1955 als Coupé und teilte sich mit dem Käfer Radstand und Fahrwerk. Italienische Optik und deutsche Solidität gepaart mit dem überschaubar kraftvollen Herzen des Käfer. Sollte das gutgehen? Es sollte. Der Karmann Ghia wurde für beide Unternehmen zu einem Erfolg, mit dem sie nicht gerechnet hatten.
Bild: Werk
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Frühe Wagen sind unter anderem an ihren tief sitzenden Scheinwerfern zu erkennen. Die Maschine in ihrem Heck leistet anfangs 30 PS. 1957 kam zum Karmann Ghia Coupé das Cabrio dazu. Bei Karmann do Brasil liefen beide Jahre später ebenfalls vom Band.
Bild: Christian Bittmann
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Bis in den Juli 1974 wurde der Karmann Ghia gebaut. Mit dem letzten Facelift gab es nochmal größere Heckleuchten und massivere Stoßfänger. Und den 50 PS-Motor aus dem Käfer 1302.
Bild: Christian Bittmann
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Der Käfer ist ein tolles Auto. Günstig, zuverlässig, praktisch und niedlich noch dazu. Das erkannten auch die Amerikaner schnell, nachdem der 'Bug' bei ihnen zu haben war. Und, er bietet einen weiteren Vorteil: Befreit ...
Bild: Werk
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... man die Bodengruppe von der Karosserie und modifiziert erstere noch ein wenig, dann hat man auf einmal ein Mobil, mit dem man am Strand oder in der Wüste herumheizen kann. Gesagt, getan - das ist in der Sonne Kaliforniens auch dem Klima im Auto zuträglich - und der Buggy ist fertig.
Bild: Werk
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Bruce Meyers war der erste, der eine selbst entwickelte Kunststoffhaut auf ein gekürztes Käferfahrgestell pflanzte und den Manx Buggy (Bild) schuf. Der inspirierte nicht nur alle weiteren Buggy-Bauer stilistisch, er gab außerdem den Anstoß für zahlreiche Wüstenrennautos auf Käferbasis.
Bild: Werk
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Innerhalb der rührigen Umbauer-Szene, die sich daraufhin entwickelte, war Rudolf Kühn aus Hamburg der erste Deutsche, der mit dem HAZ (Bild) einen Buggy in Kleinserie auf den Markt brachte.
Bild: Sven Krieger
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Schnell, spritzig, wendig und spaßig ist so ein HAZ im Übermaß. Speziell, wenn wie beim Fotoauto ein Typ-4-Einspritzer mit 80 PS im Heck heult. Aber auch eine Herausforderung für den Besitzer. Der sollte gut schrauben können, denn abgesehen von der Käfer-Technik ist am HAZ nichts von der Stange.
Bild: Sven Krieger
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Als europäischer Pionier im Buggybau gilt das belgische Unternehmen Apal. Deren Jet Buggy, zumindest dieser, wird bei nicht mal 650 Kilo Leergewicht von einem 85 PS starken Boxer angetrieben. Diese Mischung verwuschelt die Frisuren sämtlicher Mitfahrer, ...
Bild: Uli Sonntag
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... sorgt aber für ein nicht enden wollendes Grinsen im Gesicht. Crashsicher ist so ein Buggy selbstverständlich nicht ansatzweise - was den Hype Ende der 80er-Jahre brachial einbremste - aber er lässt seinen Fahrer im Sommer Mitleid mit den Fahrern moderner, windgeschützter Cabrios empfinden.
Bild: Uli Sonntag
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Typische Zutaten für einen Buggy sind die mit Glasfaser verstärkte Kunststoffkarosserie und ein frisierter Motor. Unterscheidungsmerkmal ist die Frage, ob die Bodengruppe des Käfers verkürzt wird oder nicht.
Bild: Werk
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Soll sie gekürzt werden, wird der Buggy leichter und wendiger. Es bedarf aber auch eines kundigen Schraubers, der exakt weiß, wo und wie er (oder sie) die Bodenplatte auftrennen und wieder zusammensetzen muss.
Bild: Werk
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Rassig wie ein Ford GT 40 sieht der Fiberfab Bonito aus. Atemberaubend das Design, großartig die Formen. Dieser Wagen gehört nach Le Mans, denkt man unwillkürlich. Bis zum ersten Drehen am Zündschlüssel. Denn ...
Bild: Christian Bittmann
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... dann zerstört der im Heck rasselnde Käfer-Boxer jede Illusion von Geschwindigkeit. Aber nur, um sie durch etwas anderes zu ersetzen. Durch ungefiltertes Fahrgefühl und die Gewissheit, dass dieser Traum kein Traum bleiben muss. Oder besser musste.
Bild: Christian Bittmann
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Ein oller Käfer plus 4.500 Mark fürs Kit Car und ein paar launige Arbeitsstunden mit Freunden in der Garage, schon hatte man in den 70ern einen wieselflinken Sportler vor der Tür stehen. Kein Wunder, dass der Bonito damals der Traum vieler Bastler war.
Bild: Christian Bittmann
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Man nehme die Bodengruppe und den Motor vom Käfer, ändere Details wie die Wagenheberaufnahmen, die Befestigung der Vorderachse und den Mitteltunnel und messe dem Wagen neue Kleider an. Fertig ist der Millionenseller für Südamerika namens Brasilia.
Bild: Werk
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Etwas weniger eng als der Brasilia ist der VW SP2 mit dem Käfer verwandt, denn in seinem Heck boxert ein Flachmotor mit wahlweise 54 oder 65 PS. Den Einfluss des deutschen Ahnen kann aber auch der SP2 nicht leugnen. Denn er basiert auf dem brasilianischen VW 1600. Und der wiederum hat sein Fahrgestell vom Käfer.
Bild: Werk
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Ähnliches gilt für den VW Puma. Der ist ab 1974 technisch ein Brasilia und daher ebenfalls eng mit dem Käfer verwandt. Zunächst schob den schnittigen Sportler ein 1500er Boxer an, später kamen ein 1600er und kurzeitig sogar eine Version namens GT 1800S dazu.
Bild: Martin Meiners
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Dieser flache Silberling stammt aus der Schweiz. Sein Schöpfer ist der Arzt Dr. Emil Enzmann. Unter dem Blech sitzt ein VW 1100. 1957 stellte Enzmann seinen Wagen auf der IAA in Frankfurt vor, bis 1968 entstanden 100 Spider, Cabrios und Hardtops. Seit 2001 wird der Enzmann wieder gebaut.
Bild: Werk
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Wer in der DDR kein Auto aus sozialistischer Produktion fahren wollte oder konnte, wurde selbst kreativ. Die Technik für dieses schnittige Coupé stellte - Sie ahnen es - ein VW Käfer, der Rest der Teile stammt von Dacia, Lada und Skoda.
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Und damit ist es Zeit, die Medaille von der anderen Seite zu betrachten. Die folgenden Autos sehen auf den ersten Blick zwar nach Käfer aus. Beim zweiten Hinsehen tun sich im Vergleich zum Standard-Käfer aber einige Unterschiede auf.
Bild: Werk
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Sowohl Beutler aus der Schweiz als auch Ledl aus Österreich baute den Käfer zum Pritschenwagen um, im Fall der Schweizer vor allem, um ihn selbst als Dienstwagen zu nutzen. Das Exemplar hier gehört zur Volkswagen-Sammlung.
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Was die Italiener können, das können wir schon lange. Dachte sich Ende der 50er offenbar jemand bei VW. Und gab den Auftrag für diesen am Fiat 500 Jolly angelehnten Strandkäfer mit Flatterdach und Korbstühlen. 1960 entstand das Einzelstück bei Karmann in Osnabrück.
Bild: Werk
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Ein Käfer zwar, aber doch irgendwie mehr. Das ist das auf dem Brezelkäfer basierende, wunderschöne Hebmüller Cabriolet. Die Rückbank fehlt, ein hoch bauendes Verdeck ebenfalls. Die Motorhaube vollendet gekonnt die Form, ...
Bild: Roman Raetzke
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... die am Bug des Käfer beginnt. Dazu kommen die schicke Zweifarb-Lackierung und zarter Luxus im Innenraum. Alles in allem ein Fahrzeug, das enorme Sehnsüchte weckt. Da insgesamt nur 696 Exemplare gebaut wurden, ist so ein Hebmüller auch noch wertvoll. Sammler bezahlen bis zu 200.000 Euro.
Bild: Margret Hucko/ AUTOBILD
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Wie viele Behörden fuhr in den 60er und 70er Jahren auch die Deutsche Post Käfer. Allerdings nicht so gemütlich und kommunikativ wie der Rest der Bevölkerung. Den Post-Käfern fehlten Beifahrersitz und Rückbank, um Platz für Briefe und Päckchen zu schaffen.
Bild: Verein zur Erhaltung historischen Postgutes
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Einige Exemplare bekam die Post sogar mit Rechtslenkung, was der Sicherheit der Briefträger dienen sollte. Denn so mussten diese nicht an jeder dritten Kreuzung auf der Straßenseite aus dem Auto aussteigen, um die Kästen zu leeren. Weil der Platz im Käfer dennoch endlich ist, entstand der Fridolin (s. Bild Nr. 36).
Bild: Wolfgang R. Reimann (Volkhard Stern / Museum für Kommunikation-Ffm)
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Und alle so: Ooooooooooh. Niedlich! Ja, aber nicht nur.
Bild: Sven Krieger
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Filmheld Herbie hatte nämlich nicht nur auf der Leinwand geradezu magische Fähigkeiten, wenn es darum ging, mit seinem 1200er Motor ausgewachsene Sportwagen abzuledern.
Bild: dpa
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Das Produktionsteam hat einige Filmautos tatsächlich modifiziert, u.a. mit einem 200 PS starken Porsche-Aggregat, einer geänderten Hinterachse, neuen Bremsen und besseren Reifen. Im 2005er Film "Herbie - Fully Loaded" soll sogar ein V8 zum Einsatz gekommen sein.
Bild: dpa
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Auf die Debatte, ob man sowas darf, wollen wir uns nicht einlassen. Sondern einfach festhalten, dass es geschah. Unternehmer Sirri Karabag aus Hamburg hat den 1600er-Motor eines 97er Käfer gegen eine Elektro-Antriebseinheit getauscht und ...
Bild: Roman Rätzke
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... den Reevolt e-Käfer geschaffen. Der hat 35 PS, läuft 105 km/h Spitze und hält dank der 80 Kilo schweren Batterie auf der Vorderachse sogar besser die Spur als seine benzingetriebenen Brüder. Die Reichweite liegt bei ca. 120 Kilometern.
Bild: Roman Rätzke
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Die fetten Schlappen, die Spoilerlippe und der Lufteinlass hinter der Fahrertür lassen darauf schließen, dass das hier nicht einfach nur ein Käfer ist. Und tatsächlich, der Carmaxx Bugster aus Österreich ist eigentlich ein 270 PS starker Porsche Boxster S, ...
Bild: Ronald Sassen
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... dem die Karosserie eines 1303 übergezogen wurde. Die Maße beider Fahrzeuge stimmen in der Länge bis auf wenige Millimeter überein, was die Hochzeit zwar möglich, aber ziemlich kompliziert machte. Bei der OP kam ein Über-Käfer mit der Fahrdynamik eines waschechten Porsche heraus.
Bild: Ronald Sassen
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Immer noch nicht sattgesehen am Wolfsburger Krabbeltier und seiner Familie? Dann bitte hier entlang. Dort warten die wildesten Tuning-Käfer aller Zeiten auf Sie.