Wer sich fürs E-Auto-Fahren interessiert, will wissen, was es kostet. Wenn man alle Kosten zusammenrechnet, fährt meist das Elektromobil als Sieger davon, doch der Kostenvorteil schwindet. Denn aktuell ist das öffentliche Laden eines E-Auto teurer als das Tanken. Das ist das Ergebnis des Ladesäulenchecks, den der Stromanbieter Lichtblick jedes Jahr anbietet und nun für 2024 veröffentlicht hat.
Das Ergebnis ernüchtert, denn derzeit kommt sowieso starker Gegenwind für die politisch erwünschte, weil klimafreundliche Elektromobilität. Aktuell sinken die Zulassungszahlen für neue Elektroautos. Dabei dürften auf Sicht die CO2-Abgabe und der Druck zu geringerem Verbrauch an fossilen Kraftstoffen steigen, 2050 will die EU klimaneutral sein und will daher nur bis 2035 neue Verbrenner zulassen.

Typ-2-Ladekabel im Vergleich

Redaktionstipp
Alternative
Vielseitig
Preistipp
Mennekes
36247
Lapp Mobility
61792
Juice
Booster 2 Deutschland (EL-JB2E2)
GreenCell
EV11
Mennekes
36292
Lapp Mobility
65311
Lapp Mobility
61790
Mennekes
36245
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7,5 Meter
7 Meter
5 Meter, verlängerbar auf bis zu 25 Meter
5 Meter
4 Meter
10 Meter
7 Meter
7,5 Meter
3,5 Kilogramm
3,01 Kilogramm
4,1 Kilogramm
2,4 Kilogramm
2,87 kg
4,79 Kilogramm
1,85 Kilogramm
2,73 Kilogramm
22 Kilowatt
22 Kilowatt
22 Kilowatt
11 Kilowatt
11 Kilowatt
22 Kilowatt
11 Kilowatt
11 Kilowatt
32 Ampere
32 Ampere
32 Ampere
16 Ampere
20 Ampere
32 Ampere
20 Ampere
20 Ampere
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
  • 3,5 Kilogramm leicht, 7,5 Meter lang
  • Bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung
  • 3 Kilogramm leicht, 7 Meter lang
  • Bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung
  • Geschützt nach IP55
  • Viele Adapter im Lieferumfang
  • Bis zu 22 kW Ladeleistung
  • 2,4 Kilogramm leicht
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Kompakt durch Spiralform
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Lädt mit bis zu 22 Kilowatt
  • Mit 10 Metern auch für größere Fahrzeuge lang genug
  • Geschützt nach IP55
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Mit knapp 1,9 Kilogramm leicht, 7 Meter lang
  • 2,7 Kilogramm leicht, 7,5 Meter lang
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Nur Spritzwasserschutz (IP44)
    • Teuer
    • Nur 5 Meter lang, aber verlängerbar
    • Nur 5 Meter lang
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    • Nur nach IP20 geschützt
    • Knapp 4,8 Kilogramm schwer
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    • Nur Spritzwasserschutz (IP44)
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt

    Mittlerer Strompreis beim AC-Laden und fürs Schnellladen

    Dabei ist interessant, dass das normale Wechselstromladen an Ladestationen bis 22 kW mittlerweile im Schnitt schon 55 Cent pro Kilowattstunde (kWh) kostet, das sind knapp 20 Cent mehr als beim Laden über privaten Haushaltsstrom (Kosten zurzeit 35,31 Cent/kWh). Für das Unterwegsladen bedeutet das einen Aufschlag von fast 56 Prozent im Vergleich zum heimischen Laden! Schärfer noch fällt der Unterschied im Vergleich zum Schnellladen (ab 50 kW aufwärts) aus, dort kostet die kWh im Schnitt 66 Cent. Das ist ein zwar ein Aufschlag von 87 Prozent, aber auch ein Stück weit eher nachzuvollziehen wegen der hohen Kosten zum Aufbau eines bundesweiten Schnellladenetzes.

    So wirken sich die gestiegenen Stromkosten auf 100 km aus

    Transparent werden die gestiegenen Stromkosten, wenn man sie auf den üblichen Verbrauchswert auf 100 Kilometer umrechnet. Bei einem durchschnittlichen Strombedarf eines mittelgroßen E-Autos von 20 kW kostet das Stromladen bis 22 kW also 11,10 Euro bzw. 13,11 Euro beim Schnellladen. Dem stehen Kraftstoffkosten von 10,38 Euro für einen Benziner (bei 6 Litern/100 km) gegenüber.
    Energiekostenvergleich Dezenber 2023
    Beim Vergleich der Energiekosten im Quartalsdurchschnitt fährt man mit Strom weiterhin am günstigsten.
    Bild: Bundeswirtschaftsministerium / BMWK
    Und das wiederum heißt, dass es günstiger ist, fossilen Sprit an der Tankstelle zu tanken, als umweltfreundlich Strom zum Autoantrieb zu verbrauchen. Besonders unglücklich ist dies zudem, weil die jüngste Meldung zum Strommix in Deutschland zwischen Januar und März einen satten Anteil von 56 Prozent Grünstrom wiedergab.

    Ladepreis steigt, obwohl der Strompreis sinkt

    Vor dem Hintergrund allgemein fallender Strompreise ist der steigende Ladepreis fürs E-Auto-Laden bedenklich: Gegenüber dem Ladesäulencheck 2023 kletterte der Strompreis fürs allgemeine Wechselstromladen bis 22 kW um 3 Cent, fürs Gleichstrom-Schnellladen gleich um vier Cent pro kWh.
    Der Ladesäulencheck bemängelt auch das anhaltenden Wirrwarr an unterschiedlichen Ladeanbietern, wobei man besonders bei überregionalen Fahrten die Auswahl unter einer Vielzahl von Anbietern, Tarifen und Lade-Apps habe. Das ladekartenlose Adhoc-Laden wiederum fällt in der Regel teurer aus als über einen Anbieter, ein Malus fürs spontane Laden.

    Gesamtkostenbilanz zugunsten von E-Autos

    Ein Trostpflaster für E-Auto-Fahrer und solche, die es werden wollen, gibt es dennoch: Zum Vergleich der Gesamtkosten im Vergleich E-Auto und Verbrenner fließen viele weitere Faktoren wie Wartung- und Inspektionskosten sowie Steuer und Versicherung ein. Im letzten Gesamtkostenvergleich von AUTO BILD hatte ein VW ID3 gegenüber einem VW Golf 7 Verbrenner somit einen Kostenvorteil von satten 50 Prozent.