Mega Monte Carlo (1996): Supersportwagen
Dieser vergessene Supersportwagen sieht aus wie ein Mercedes

Haben Sie diesen französischen Supersportwagen schon einmal gesehen? Der Mega Monte Carlo erinnert nicht nur optisch an einen Mercedes – er besitzt sogar einen V12 aus Stuttgart.
Bild: supercars.net
Lamborghini Diablo, Ferrari F50, Bugatti EB110, Porsche 959, Jaguar XJ220, McLaren F1 – und, und, und: In den 1990er-Jahren erlebte das Segment der Supersportwagen einen regelrechten Boom. Wer damals 500.000 DM oder mehr für ein Auto ausgeben wollte, hatte die Qual der Wahl.
1996 wollte ein kleiner französischer Hersteller ein Stück vom Supersportwagen-Kuchen abhaben. Das ist die Geschichte des Mega Monte Carlo.
Sie haben noch nie vom Mega Monte Carlo gehört? Da sind Sie nicht allein. Ich bin in einem meiner zahlreichen Autoquartette über den Monte Carlo gestolpert – und war sofort Feuer und Flamme für diesen heute fast vollständig in Vergessenheit geratenen französischen Supersportwagen.
Wie viele Monte Carlo wurden gebaut?
Tatsächlich ist die Informationslage zum Mega Monte Carlo extrem dünn. Das beginnt schon bei der eigentlich simplen Frage nach der Stückzahl. Je nach Quelle ist von zwei bis fünf gebauten Autos die Rede.

Vier kleine Rückleuchten und nach oben versetzte Endrohre: Das Heck des Mega Monte Carlo ist recht schlicht gehalten.
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Doch fangen wir von vorn an, denn die Geschichte hinter dem Monte Carlo ist bemerkenswert.
Im Jahr 1983 kaufte Aixam die Firma Arola, die vor allem für ihre Microcars bekannt war – also Fahrzeuge, die ohne Führerschein gefahren werden konnten. Ein Geschäftsfeld, in dem Aixam bis heute sehr erfolgreich ist.
Aixam steckt hinter Mega
Anfang der 1990er-Jahre entschied sich Aixam, unter der neu gegründeten Submarke Mega – der Name sollte Programm sein – ein Prestigeprojekt aus dem Boden zu stampfen. Ziel war es, den größten und schnellsten Supersportwagen zu bauen: das komplette Gegenteil der hauseigenen Microcars.
1992 kam der Mega Track auf den Markt, ein seiner Zeit weit vorausgedachtes Auto und so etwas wie ein früher Vorläufer heutiger Offroad-Sportwagen à la Lamborghini Huracán Sterrato oder Porsche 911 Dakar. Der Track war ein bulliger Supersportwagen, dessen Bodenfreiheit auf bis zu 34 Zentimeter angehoben werden konnte und der von einem Mercedes-V12 angetrieben wurde.
Nicht zuletzt wegen des für damalige Verhältnisse exorbitanten Preises von 1,7 Millionen französischen Francs wurde der Mega Track jedoch ein Flop. Angeblich entstanden nur fünf oder sechs Exemplare.

Flache Front, kurze Überhänge: Der Mega Monte Carlo ist nur 4,45 Meter lang, aber dafür 1,99 Meter breit.
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Doch von diesem Misserfolg ließ sich Aixam nicht entmutigen. Nur wenige Jahre später wagten die Franzosen einen weiteren Anlauf im Supersportwagen-Segment.
Ab diesem Zeitpunkt wurde es allerdings komplizierter. 1994 übernahm Mega Teile von Monte-Carlo Automobiles (MCA), einem Kleinserienhersteller, der 1990 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Automobile Club de Monaco den Supersportwagen Centenaire präsentiert hatte – ebenfalls ohne nennenswerten Markterfolg.
1996 in Genf präsentiert
Für das neue Projekt schlug Mega einen deutlich konventionelleren Weg ein als beim Track. Der Offroad-Supersportwagen war gescheitert, also verzichtete der Monte Carlo auf erhöhte Bodenfreiheit und grobstollige Spezialreifen. Das Design des 1996 auf dem Genfer Autosalon gezeigten Mega Monte Carlo stammt zwar aus derselben Feder wie das des Track, wirkt aber völlig anders.
Die Vier-Augen-Optik erinnert zwangsläufig an die Mercedes E-Klasse (W 210) und den CLK (C 208), während der Rest eigenständig erscheint – und aus heutiger Sicht erstaunlich vorausschauend. Der in Genf gezeigte Prototyp besaß noch ein Stahlchassis und war silbern lackiert. Beim zweiten Monte Carlo entschied man sich für eine auffällige gelbe Lackierung, später sogar mit gelben Felgen.
Auf dem Autosalon in Genf erhielt der Mega Monte Carlo jedoch kaum mediale Aufmerksamkeit. Ob es an der dezenten Farbe oder schlicht an mangelndem Interesse lag, lässt sich heute nicht mehr eindeutig sagen. Fest steht: Der Supersportwagen made in France hatte einen schweren Start.

Zu einem späteren Zeitpunkt wurden die Felgen in Wagenfarbe lackiert. Wie viele Mega Monte Carlo letztendlich gebaut wurden, ist nicht bekannt.
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6,0-Liter-V12 von Mercedes
Zwar entwickelte Mega das Auto mutmaßlich bis zur Serienreife weiter und wechselte sogar von einem Stahlchassis auf ein Carbon-Monocoque, doch der erhoffte Erfolg blieb aus. Dabei klangen die Zutaten vielversprechend: Hinter Fahrer und Beifahrer arbeitete der aus dem Track bekannte Mercedes-V12 (M 120), der aus 6,0 Litern Hubraum serienmäßig 394 PS holte. Im Monte Carlo soll der Motor dank Softwareanpassungen bis zu 450 PS entwickelt haben. Anders als bei Mercedes wurde er an eine Sechsgang-Handschaltung von ZF gekoppelt.
Über 300 km/h Topspeed
Auch die Fahrleistungen des je nach Quelle zwischen 1350 und 1500 Kilogramm schweren Monte Carlo klangen ambitioniert: Den Sprint von 0 auf 100 km/h sollte der 4,45 Meter lange und 1,99 Meter breite Supersportwagen in 4,4 Sekunden erledigen, die Höchstgeschwindigkeit wurde mit über 300 km/h angegeben.
Tatsächlich baute Mega sogar eine Rennversion des Monte Carlo – die jedoch nie offiziell an einem Rennen teilnahm. Angeblich lief die Produktion bis 1999. Angesichts der kolportierten Stückzahl von maximal fünf Fahrzeugen erscheint das allerdings fraglich. Manche Quellen sprechen sogar davon, dass lediglich zwei Mega Monte Carlo entstanden. Wo sich diese Autos heute befinden, ist unbekannt.
Und während die Preise von Ferrari F50, Bugatti EB110 und McLaren F1 immer weiter steigen, stehen irgendwo noch zwei vergessene Mega Monte Carlo in einer Garage. Oder vielleicht auch fünf.
Fazit
Der Mega Monte Carlo flog damals wie heute völlig unter dem Radar. Nur ein altes Autoquartett hat mich wieder an diesen ebenso skurrilen wie faszinierenden Supersportwagen erinnert. Umso mehr würde ich gern wissen, ob die wenigen gebauten Exemplare heute noch existieren – und wo sie sich verstecken.
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