Auf der IAA Mobility in München (7. bis 12. September 2021) hat Mercedes-AMG den GT 4-Türer Plug-in-Hybrid präsentiert. Wider Erwarten trägt das neue Topmodell nicht den Namen GT 73 e, sondern es bekommt die Bezeichnung GT 63 S E Performance. Macht aber nichts, denn viel wichtiger als das Kürzel sind natürlich die Leistungsdaten. Hier trumpft der GT richtig auf: Die Systemleistung beträgt brutale 843 PS und bis zu 1470 Nm Systemdrehmoment. Damit ist der GT 63 S E Performance nicht nur das erste Performance-Hybridmodell von Mercedes-AMG, sondern auch das bislang stärkste Serienmodell der Marke. Zumindest bis der Hypersportwagen AMG One ausgeliefert wird!
Hinweis
Mercedes-AMG GT 4-Türer mit Rabatt bei carwow.de
● Plug-in-Hybrid heißt GT 63 S E Performance
● erster Performance-Hybrid von Mercedes-AMG
● Technologien aus der Formel 1
● 4,0-Liter-V8-Biturbo wird von einem Elektromotor mit maximal 150 kW (204 PS) unterstützt
● Systemleistung beträgt 843 PS und bis zu 1470 Nm Systemdrehmoment
● 0-100 km/h in 2,9 Sekunden
● 0-200 km/h in unter 10,0 Sekunden
● Topspeed: 316 km/h
● elektrische Reichweite: 12 Kilometer
● selbst entwickelte Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 6,1 kWh
● neuer Fahrmodus "Electric"
● vier Rekuperationsstufen
● Preis dürfte bei etwa 200.000 Euro liegen

Rekuperationsgrad wird am Lenkrad eingestellt

Im Interieur des GT 63 S E Performance gibt es keine Überraschungen. Die Performance-Sitze sind immer noch spitze, die Verarbeitungsqualität ist top. Das Cockpit des GT 63 S ist eine gelungene Kombination aus Sport und Luxus. Die größte Neuerung ist das seit der Modellpflege auch aus GT 43 und GT 53 bekannte AMG Performance Lenkrad, das im GT 63 S E Performance jedoch über die Besonderheit verfügt, die unterschiedlichen Rekuperationsstufen direkt am Lenkrad auszuwählen. Dabei hat der Fahrer die Möglichkeit, zwischen vier Stufen von 0 bis 3 zu wählen, wobei in Stufe 3 sogar das sogenannte One Pedal Driving möglich sein soll – also das Fahren ohne den Einsatz des Bremspedals. Wie das im Alltag funktioniert, werden wir im ersten Test klären! Abgesehen davon bietet Mercedes-AMG den Kunden auch im Innenraum die Möglichkeit der Individualisierung – so steht im GT 63 S E Performance eine große Farbauswahl für die Lederausstattung bereit.

Elektromotor auf der Hinterachse

Weiter geht's mit dem Highlight des neuen Mercedes-AMG GT 63 S E Performance, dem Antrieb. Der bekannte Vierliter-V8-Biturbo mit 639 PS und 900 Nm maximalem Drehmoment bleibt unangetastet. Im neuen Topmodell, das ganz offensichtlich den GT 63 S 4Matic+ ersetzt, wird der V8 von einem maximal 150 kW (204 PS) starken Elektromotor unterstützt. In Summe ergibt sich so eine Systemleistung von 843 PS und bis zu 1470 Nm Systemdrehmoment (je nach Gangkombination). Der Elektromotor und die selbst entwickelte AMG High Performance Batterie (HPB) sind dabei zusammen mit dem elektronisch gesteuerten Hinterachs-Sperrdifferenzial in einer sogenannten Electric Drive Unit an der Hinterachse positioniert. Die Lithium-Ionen-Batterie wurde in enger Zusammenarbeit mit dem F1-Team entwickelt, wiegt nur 89 Kilogramm und bietet 70 kW Dauerleistung. Für bis zu zehn Sekunden, beispielsweise beim Beschleunigen oder Überholen, steht die Maximalleistung von 150 kW zur Verfügung.
Mercedes-AMG GT 4-Türer Hybrid PAD
Der bekannte Vierliter-V8-Biturbo leistet weiterhin 639 PS und wird von einem Elektromotor unterstützt.

Die Kapazität der HPB beträgt 6,1 kWh, womit der GT 63 S E Performance im neuen "Electric"-Modus maximal zwölf Kilometer rein elektrisch fahren können soll. Damit ist die elektrische Reichweite sehr überschaubar, schließlich schaffen die meisten Plug-in-Hybride inzwischen realistische 40 bis 60 Kilometer. Doch seien wir mal ehrlich, bei einem AMG mit über 800 PS geht es in erster Linie um Leistung und die Performance und hier überzeugt das neue GT-Topmodell – zumindest auf dem Papier. Auch wenn Mercedes noch keine offiziellen Gewichtsangaben parat hat, dürfte das Leergewicht bei etwa 2,5 Tonnen liegen. Trotzdem beschleunigt der GT 63 S E Performance dank Elektro-Boost in rekordverdächtigen 2,9 Sekunden auf 100 km/h – immerhin drei Zehntel schneller als der GT 63 S. 200 km/h sollen nach weniger als zehn Sekunden anliegen und den Topspeed gibt Mercedes-AMG mit 316 km/h (GT 63 S: 315 km/h) an.
Hinweis
Fehler-Diagnose mit der Carly-App selber machen
Doch der 843 PS starke GT 63 S E Performance soll auch anders können: Insgesamt stehen nicht weniger als sieben Fahrmodi ("Comfort", "Sport", "Sport+", "Race", "Glätte", "Individual" und "Electric") zur Verfügung. Im neuen "Electric"-Modus soll der GT ausschließlich und bis maximal 130 km/h elektrisch fahren. Bei entladener Batterie oder wenn mehr Leistung abgerufen wird, wechselt er automatisch in den "Comfort"-Modus. Auch in "Comfort" startet der AMG zumeist elektrisch und somit lautlos. Doch das stimmt nur bedingt, denn im Innenraum soll ein "AMG typischer Start-up-Sound" ertönen. Eines war den Affalterbacher Ingenieuren nämlich besonders wichtig: Auch der Performance-Hybrid soll akustisch klar als AMG zu erkennen sein. Ob das Vorhaben geklappt hat, klärt spätestens der AUTO BILD-Fahrbericht.

Das steckt hinter dem Label "E Performance"

Bei der Entwicklung von elektrifizierten Antrieben für Sportmodelle setzt AMG ab sofort noch stärker auf die Zusammenarbeit mit dem Mercedes-AMG Petronas F1 Team. Neben dem GT 63 E Performance, der als Plug-in-Hybrid 843 PS leistet, ist hier vor allem die Rede vom neuen Hypersportwagen AMG One, der echte Formel-1-Technik auf die Straße bringen soll. Nach mehreren Verzögerungen sollen die ersten Kundenfahrzeuge noch 2021 ausgeliefert werden.
Mit dem über 1000 PS starken One soll laut Mercedes-AMG die Performance-orientierte Elektrifizierung eingeleitet werden. Das passiert ab sofort unter dem Label "E Performance". Das Ziel: eine leistungsstarke und effiziente Hybridisierung für die zukünftigen Straßenmodelle voranzutreiben. Erste Beispiele der Zusammenarbeit sind der elektrische Abgasturbolader und die Zelltechnologie der Hochleistungs-Batterien. Beides Technologien, die schon bald in AMG-Serienmodellen zu finden sein werden.
Mercedes-AMG GT 4-Türer Hybrid PAD
Die Ladeklappe ist in der Heckschürze positioniert und nicht zu übersehen.

Marginale optische Veränderungen

Während sich unter dem Blech einiges getan hat, wurde die Optik des Topmodells nur sehr behutsam verändert. Selbst Profis müssen an der Front zwei Mal hinsehen, um die minimal größeren äußeren Lufteinlässe mit den vertikalen statt horizontalen Streben zu erkennen. Die Scheinwerfer mit der von der Modellpflege bekannten Lichtsignatur und der charakteristische Panamericana-Kühlergrill sind altbekannt. Etwas auffälliger als die minimalen Unterschiede an der Front sind die neuen E Performance-Zusätze unterhalb der V8 Biturbo-Schriftzüge an den Kotflügeln. Das deutlichste Unterscheidungsmerkmal ist jedoch die nicht zu übersehene Ladeklappe rechts in der Heckschürze, die etwas billig wirkt. Hier hätte sich Mercedes durchaus etwas mehr Mühe geben können, die Klappe etwas unauffälliger zu integrieren. Auf dem roten Präsentationsfahrzeug kaum zu erkennen: Die jetzt rot hinterlegte Modellbezeichnung.
Mercedes-AMG GT Concept  !!! SPERRFRIST   07. März 2017  09:45 Uhr  !!!
Die 2017 gezeigte Studie AMG GT Concept sah bereits einen Plug-in-Hybridantrieb mit 800 PS vor.

Neue 20-/21-Zoll-Felgen für den GT 63 S E Performance

Wo wir schon beim Thema Farben sind, Mercedes-AMG bietet für das neue Topmodell zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten an: Neben vier Mattlacken stehen auch sieben spezielle Individual-Lackierungen, sowie neu designte 20-/21-Zoll-Radsätze und das AMG Night Paket II zur Wahl. Serienmäßig an Bord sind die Keramikbremse mit 420 Millimeter großen Scheiben an der Vorderachse und spezielle Hybridanzeigen für das MBUX. Naturgemäß bekommt der GT 63 S E Performance alle Update der Modellpflege wie beispielsweise das AMG Ride Control+ Fahrwerk und das bekannte AMG Performance Lenkrad.
Mercedes-AMG GT 4-Türer Hybrid PAD
Keine Überraschungen im Innenraum: Das Highlight ist das neue AMG Performance Lenkrad.


GT 63 S E Performance könnte um die 200.000 Euro kosten

Zum jetzigen Zeitpunkt macht Mercedes-AMG noch keine Angaben zum Preis des neuen GT 63 S E Performance. Im Konfigurator sind aktuell nur der GT 43 (ab 96.878 Euro) und der GT 53 4Matic+ (ab 114.490 Euro) zu bestellen. Der 639 PS starke GT 63 S kostetet zuletzt mindestens 169.527 Euro. Allein aufgrund des deutlichen Leistungszuwachs und der modernen Technologie dürfte der Preis des GT 63 S E Performance deutlich darüber liegen. AUTO BILD geht davon aus, dass das neue Topmodell rund 200.000 Euro kosten wird. Interessant dabei ist, dass die Auslegung nicht gänzlich neu ist: 2017 präsentierte Mercedes das AMG GT Concept als Vorschau auf den späteren GT 4-Türer – die Studie sah einen Vierliter-V8-Biturbo mit Elektrounterstützung und 800 PS vor.