Mercedes CLA: Rückruf-Welle bei Mercedes
Was ist da los beim neuen Mercedes CLA?

Der neue Mercedes CLA fährt elektrisch wie auch als Verbrenner vor. Aktuell häufen sich die Rückrufe für das verhältnismäßig junge Modell. AUTO BILD hat beim Hersteller nachgefragt, was dahintersteckt.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
- Raphael Schuderer
Der CLA gilt als Hoffnungsträger von Mercedes-Benz. Das Elektroauto erhielt erst im vergangenen Jahr das Goldene Lenkrad und schnitt gut im Test ab. Umso mehr überrascht, dass das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) inzwischen gleich mehrere Rückrufe für den noch jungen Benz aufführt. Sie betreffen überwiegend die ersten Zulassungsmonate. Die Zahl der betroffenen Fahrzeuge in Deutschland ist zwar überschaubar, aber nicht zu ignorieren.
Assistenzsysteme, die sich unbemerkt selbst abschalten, Brand- und Stromschlaggefahr – die Warnungen des KBA klingen beunruhigend und betreffen vor allem Sicherheits-Features. Hier die beanstandeten Mängel im Einzelnen:
• Rückruf wegen Brandgefahr, Stromschlaggefahr (Hersteller-Rückruf-Code: 1595005). Betroffene Fahrzeuge in Deutschland: 84
• Rückruf wegen Beeinträchtigung der Rückhaltewirkung der Gurte (Hersteller-Rückruf-Code: 9190024). Betroffene Fahrzeuge in Deutschland: 32
• Zwei Rückrufe wegen fehlerhafter Window-Airbags (Hersteller-Rückruf-Codes: 9193004 und 9192113). Betroffene Fahrzeuge in Deutschland: 140
• Rückruf wegen fehlerhafter Assistenzsysteme (Hersteller-Rückruf-Code: 5496601 und 5496603). Betroffene Fahrzeuge in Deutschland: 594
• Rückruf wegen verminderter Bremsleistung (Hersteller-Rückruf-Code: 4290102). Betroffene Fahrzeuge in Deutschland: 164 (betroffen auch die A-Klasse)

In der vollelektrischen Version hilft ein Zweigang-Getriebe dem CLA beim Stromsparen.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Positiv: Sach- oder gar Personenschäden im Zusammenhang mit den fehlerhaften Bauteilen sind dem KBA bislang nicht bekannt. Mercedes spricht von "kurzen Produktionszeiträumen", die betroffen seien. Auch die absolute Zahl der mangelhaften Fahrzeuge hält sich in Grenzen: Rund 21.000 CLA verkaufte Mercedes 2025 in Deutschland, die Zahl der betroffenen Fahrzeuge liegt im dreistelligen Bereich. Die betroffenen Kunden würden umgehend kontaktiert, lange Werkstattaufenthalte seien nicht zu erwarten. Zudem können Kunden auf einer Service-Seite von Mercedes mithilfe der Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN) prüfen, ob ihr Fahrzeug betroffen ist.
So reagiert Mercedes auf die Rückrufe
Ein Mercedes-Sprecher auf AUTO BILD-Anfrage: "Mercedes-Benz steht für Sicherheit und Qualität. Durch die fortschrittliche digitale Überwachung können wir selbst kleinste Abweichungen früh erkennen und beheben – oft bevor sie sich auf die Kunden auswirken. Wir halten uns an die höchsten Standards, unabhängig davon, ob ein Rückruf ein Fahrzeug oder viele Fahrzeuge betrifft. Wir bedauern zwar alle Unannehmlichkeiten, die durch Servicebesuche verursacht werden, sind aber stets bemüht, Störungen so gering wie möglich zu halten, und handeln entschlossen, um unser Markenversprechen zu halten."
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