MG9S PHEV Facelift: Fahrbericht
Preiswerter Plug-in-Hybrid-Riese aus China mit Abstrichen

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Viel Platz, starke Reichweite und bis zu sieben Sitze: Der MG9S PHEV liefert beeindruckende Eckdaten zum attraktiven Preis. Doch bei Software und Fahrkomfort offenbaren sich die Grenzen des Sparmodells.
Bild: Marcus Werner / Hersteller
Während andere chinesische Hersteller ihre ersten Modelle auf den europäischen Markt bringen, kommt MG bereits mit einem Facelift für den MG9S PHEV ums Eck.
Wer den großen Auftritt sucht, findet jetzt in dem 4,98 Meter langen SUV ein optisch noch schärfer gezeichnetes Raumwunder, das mit bis zu sieben Plätzen und einem maximal 2093 Liter fassenden Kofferraum keine Platzängste verursacht. Dazu kommt ein Einstiegspreis von 44.990 Euro, der in dieser Größe seinesgleichen sucht. Selbst wer in die Premiumausstattung einsteigen möchte, liegt mit 48.790 Euro noch deutlich unter dem, was etablierte Mitbewerber verlangen.
Befeuert wird der MG9S PHEV in beiden Ausstattungsvarianten durch die Kombination aus einem 1,5-Liter-Vierzylinder mit 142 PS und einem E-Synchronmotor mit 231 PS. Im Zusammenspiel werden so 299 PS und ein maximales Drehmoment von 390 Newtonmetern generiert, die auf die Vorderräder übertragen werden.
In 6,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h
Das wäre auch völlig in Ordnung, wenn nicht die Maxxis-Serienbereifung für mangelhafte Traktion auf nasser Fahrbahn und heftiges Rubbeln der Reifen auf dem Asphalt sorgen würde. Bei trockener Straße soll der MG9S PHEV in 6,9 Sekunden auf Landstraßentempo beschleunigen und bis zu 200 km/h schnell werden.

Wenig zu klagen gibt es über das subjektive Fahrgefühl. Die Lenkung arbeitet ausreichend direkt, in Kurven neigt der MG9S PHEV zu leichtem, aber unbedenklichem Untersteuern.
Bild: Marcus Werner / Hersteller
Das gelingt allerdings nur, solange die 23,2-kWh-Batterie den E-Motor speisen kann. Ist sie mit schwerem Gasfuß leer gefahren, tut sich der Verbrenner schwer, die 2,2 Tonnen in Bewegung zu halten. Wer unterwegs möchte, dass der Akku durch den Benziner geladen wird, muss über das Zentraldisplay ein separates Menü bemühen und den entsprechenden Modus aktivieren.
Bis zu 100 Kilometer rein elektrisch fahren
Bis dieser Vorgang abgeschlossen ist, empfiehlt es sich, das Tempo unter 160 km/h zu halten. Die allein auf den Schultern des 1,5-Liter-Verbrenners lastende Arbeit macht ihn tonal sehr unmutig und lässt ihn lautstark jammern. Schneller unterbinden lässt sich das, wenn man den Akku extern lädt. Allerdings geht das nur mit maximal 11 kW und dauert im besten Fall drei Stunden. Das wirkt für ein Facelift mit Blick auf die Konkurrenz, mit der man sich messen will, etwas aus der Zeit gefallen. Ist der Akku voll, können bis zu 100 Kilometer rein elektrisch abgespult werden.

Üppige Platzverhältnisse gibt es für Reisende in der zweiten Reihe – solange die dritte Reihe im MG6S PHEV nicht besetzt ist.
Bild: Marcus Werner / Hersteller
Aus der Zeit gefallen wirkt auch das Infotainment. Hier setzt man auf das System des Vorgängers. Zwei schick aussehende 12,3-Zoll-Displays gehen nahtlos ineinander über und erzeugen eine mächtige Bildfläche. Leider werkelt dahinter die alte Software, die mit einem zögerlichen Navi nicht immer hinterherkommt und bei der Menüführung nicht an das heranreicht, was MG mit dem MG4 EV Urban bietet.
Die Lenkung arbeitet ausreichend direkt
Wenig zu klagen gibt es dagegen über das subjektive Fahrgefühl. Die Lenkung arbeitet ausreichend direkt, in Kurven neigt der MG9S PHEV zu leichtem, aber unbedenklichem Untersteuern. Auch das einfache Fahrwerk kann Aufbaubewegungen nicht vollständig verhindern und reicht Stöße, gerade über die Hinterachse, eins zu eins an die Reisenden weiter.
Dafür kann, wer will, bis zu 2,0 Tonnen an den Haken nehmen, was die Alltagstauglichkeit noch einmal auf ein anderes Niveau hebt. Ebenso der Umstand, dass ein 65-Liter-Tank eine passable Reichweite auch ohne E-Unterstützung garantiert.

In Reihe drei finden zwei weitere Fahrgäste im MG9S PHEV Platz. Allerdings sollte man hier kein Gardemaß haben.
Bild: Marcus Werner / Hersteller
Der Innenraum macht auf den ersten Blick einen sehr fertigen Eindruck. Besonders die lange Tastenleiste über der Mittelkonsole, die dankenswerterweise die wichtigsten Funktionen vereint, sieht hochwertig aus. Erst bei der Bedienung wird deutlich, dass es sich um schlichte, recht dünne Plastikknöpfe handelt. Am Ende ist das angesichts des Preises wahrscheinlich Jammern auf hohem Niveau.
Was bleibt, ist ein mächtiges SUV, das – wenn alle Antriebseinheiten zusammenspielen – ordentlich anschiebt, eine sehr gute Gesamtreichweite bietet und mit viel Platz für Personen und Ladegut punktet.

Maximal 2093 Liter fasst der Kofferraum im MG9S PHEV.
Bild: Marcus Werner / Hersteller
Zudem bietet MG auf seine Fahrzeuge sieben Jahre Garantie oder bis zu einer Laufleistung von 150.000 Kilometern. Das gibt es sonst nur bei Kia. Einzig die Serviceintervalle einmal pro Jahr oder alle 24.000 Kilometer irritieren dann wieder.

Befeuert wird der MG9S PHEV in beiden Ausstattungsvarianten durch die Kombination aus einem 1,5-Liter-Vierzylinder mit 142 PS und einem E-Synchronmotor mit 231 PS.
Bild: Marcus Werner / Hersteller
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