Monterey Car Week 2026: die "Legends of the Autobahn"
Amerika liebt deutsche Autos: Hier feiern die Amis Autobahn-Legenden

Die transatlantische Achse mag gerade ein wenig eiern und quietschen. Aber zumindest die amerikanischen Petrolheads sind sich einig – und feiern bei der Monterey Car Week ihre Helden aus der alten Welt.
Bild: T. Geiger
Es ist nebelfeucht und nieselgrau, und von California Dreaming kann an diesem Donnerstagmorgen kaum die Rede sein. Doch davon lassen sich die Fans deutscher Automobilkultur nicht abschrecken: Es ist Car Week in Monterey, und wie jedes Jahr hallt der Lockruf der Autobahn über den kurz geschorenen Golfrasen von Pacific Grove.
Schließlich markiert das gemeinsame Treffen der amerikanischen BMW-, Mercedes- und Audi-Clubs als "Legends of the Autobahn" traditionell den Auftakt zum Hochamt der Automobil-Enthusiasten – und da wird sich doch niemand vom Wetter die Laune verderben lassen.
Deutsche Autoliebe trotzt dem politischen Klima
Zumal gute Laune den Petrolheads derzeit wichtiger ist denn je. Schließlich beweisen sie mit ihrem Engagement für Motoren "Made in Germany", dass die Liebe der Amerikaner zur alten Welt und ihren Autos nicht unter dem Quietschen, Ächzen und Eiern der transatlantischen Achse leidet.

Der BMW Z8 bringt kalifornisches Roadster-Feeling auf den Golfplatz von Monterey und zählt zu den begehrtesten Klassikern der Marke.
Bild: T. Geiger
Deshalb fahren sie trotz der feuchten Stimmung mit einem fröhlichen Lachen ihre offenen Cabrios aufs Green, polieren den Tau vom alten Blech ihrer Coupés und Limousinen und bringen ihre Sportwagen in Szene, bevor sie gut gelaunt die bohrenden Fragen der Juroren beantworten und stolz die versteckten Eigenheiten ihrer Schätzchen und die Qualität ihrer Restaurierungen präsentieren. Und wer ein Auge für die Details hat, schmunzelt über schräge Nummernschilder, kitschige Kühlerplaketten oder die bisweilen – nun ja – kreativen Karosseriefarben.
Über 100 BMW vom 02 bis zum Z8
Selbst wenn Porsche seit ein paar Jahren sein eigenes Süppchen kocht und VW höflich ignoriert wird, gibt es bei den drei anderen Marken mehr als genug zu sehen – am meisten bei BMW, wo über 100 Autos parken und den Bogen von der aktuellen M-Palette über Dutzende 02er und coole 6er, leidenschaftliche 3.0 CSL oder luxuriöse Z8 bis zum exotischen 700 Sport und sogar einer XXL-Isetta vom Typ 600 schlagen.

Der Audi quattro erinnert daran, wie die Ingolstädter mit Allradantrieb Motorsportgeschichte schrieben und eine ganze Fahrzeuggattung prägten.
Bild: T. Geiger
Analog zum Marktanteil auf der Straße ist das Feld am anderen Ende des Golfplatzes bei Audi am kleinsten. Doch dafür machen die Herren der Ringe vielleicht am meisten her. Denn während sonst überall auch gewöhnliche Autos ausgestellt werden, dominieren bei der Fraktion mit Fokus auf Ingolstadt die RS-Modelle und die Coupés vom Schlage des TT und natürlich des R8. Schade eigentlich, dass es der neue Nuvolari nicht hierher geschafft hat, obwohl er doch sonst überall bei der Car Week zu sehen sein wird.

Auch der BMW 3.0 CSL gilt als Motorsport-Ikone und begeistert auch Jahrzehnte nach seinem Debüt mit seiner markanten Silhouette.
Bild: T. Geiger
Wie breit gefächert die Liebe der Amerikaner zu den Autos aus der Heimat der Autobahn ist, sieht man vor allem bei Mercedes. Nicht nur, weil die Schwaben natürlich die längste Tradition haben und deshalb die größten Altersunterschiede im Feld. Sondern vor allem auch, weil hier neben den üblichen Verdächtigen und dem exotischen Einzelstück Lotec Sirius mit einem auf 1200 PS getunten Schwaben-V12 ein paar Autos stehen, die es ohne die Amerikaner nie gegeben hätte – allen voran natürlich der legendäre 300 SL und der 190 SL, die vor allem auf Betreiben des US-Importeurs Max Hoffmann gebaut wurden.

Tiefergelegt, mit LED-Front und maximaler Attitüde: Der S-Klub 600 "The Final Boss" zählt zu den schillerndsten Hinguckern der Veranstaltung.
Bild: T. Geiger
Aber eben auch die wilden Restomods des Hardcore-Tuners S-Klub aus Los Angeles, bei denen die deutsche Ingenieurskunst mit der kalifornischen Car Culture eine unheilige Beziehung eingeht und schillernd-schräge Blech-Schönheiten hervorbringt.

Exotischer geht es kaum: Der Lotec Sirius kombiniert einen brachialen V12 mit 1200 PS und gehört zu den seltensten Supersportwagen deutscher Herkunft.
Bild: T. Geiger
Bei den "Legends of the Autobahn" zählen Umbauten wie der tiefergelegte 600 "The Final Boss" mit LED-Gesicht oder der SL auf Steroiden genau wie der mit einer mutigen Flex zum Landaulet geschneiderte Maybach zwar zu den Publikumsmagneten, doch auf die echte Autobahn werden sie es dagegen nie schaffen. Selbst wenn S-Klub in die ganze Welt verkauft, wird ihnen der Segen des TÜV für diese Autos auf ewig verwehrt bleiben.
Service-Links
- Kfz-Versicherung
- Leasing-Tipps
- THG-Quote: So funktionierts
- THG-Quoten-Vergleich
- E-Auto oder Verbrenner?
