STLA-One-Plattform von Stellantis für 30 Modelle
Warum diese Stellantis-Plattform den Autobau verändert

Beim Autobau sind Kosten alles – vor allem für die Hersteller. Der Multimarkenkonzern Stellantis macht sich mit der neuen Fahrzeugplattform STLA One fit für die Zukunft – und will so 20 Prozent der Kosten sparen.
Bild: Stellantis
Bei vielen Autokonzernen gehören die Kollegen mit den spitzen Bleistiften zum festen Team. Allerdings lässt sich mit Details nur noch wenig Geld sparen. Stellantis geht daher an einen der größten Kostenfaktoren ran: den Bau unterschiedlicher Plattformen für verschiedene Modelle. Mit der neuen modularen Fahrzeugarchitektur STLA One macht der Multimarkenkonzern ein eindrucksvolles Versprechen: Stellantis will die Kosten beim Autobau um satte 20 Prozent senken.
Das Ziel: Auf Basis der STLA-One-Plattform lassen sich bis zu 30 Automodelle für die drei Autosegmente B, C und D bauen (also Kleinwagen, Mittelklasse und obere Mittelklasse). Die neue Plattform, vorgestellt am Investor Day in der Nordamerika-Zentrale des Unternehmens in Auburn Hills (Michigan), geht 2027 an den Start. Sie ist der nächste Schritt der Plattformoptimierungsstrategie des Konzerns, die Stellantis schon 2021 eingeläutet hat. Andere Konzerne gehen ähnliche Wege, Volkswagen beispielsweise mit der Scalable Systems Platform (SSP).
Warum ist das wichtig? Erst mit konkurrenzfähigen Produktionsmöglichkeiten lassen sich günstige Fahrzeuge herstellen, die im globalen Wettbewerb mit China und anderen Herstellern aus Fernost in Preis und Qualität konkurrieren können. Auch wird damit die Basis gelegt für weitere technische Integrationen. Dazu gehört ein neues Cockpit, nach neuer Namensgebung STLA SmartCockpit genannt, aber auch die Steer-by-Wire-Technologie, also das elektronische Lenken.
Der Vorteil der STLA One, eine von drei neuen angepeilten Plattformen, liegt in der Vielfalt: Darauf lassen sich diverse Antriebsstränge wie auch Fahrzeuggrößen bauen, vom Kleinwagen bis zum SUV der oberen Mittelklasse. Die Plattform lässt sich auch "unabhängig von der Energiequelle" einsetzen, so Stellantis – ein dezenter Hinweis auf das Nebeneinander verschiedener Antriebsformen vom E-Auto bis zum Hybrid.
Integration der Batterie in die Fahrzeugstruktur
Auch für E-Autos hören sich die Pläne vielversprechend an: Bei der "Cell-to-Body"-Integration wird die Batterie in die Fahrzeugstruktur integriert. Damit lassen sich auch künftige Modelle auf 800-Volt-Architektur bauen. Auch sollen kostengünstige LFP (Lithium-Eisen-Phosphat)-Akkus vermehrt eingesetzt werden. Bereits in der Vergangenheit hat der Stellantis-Konzern mit wegweisenden Innovationen von sich reden gemacht, beispielsweise mit Plänen zum Feststoffakku und dem Straßentest des IBIS-Wechselstromakkus im Peugeot E-3008.

Noch dieses Jahr will Stellantis einen Feststoffakku in einer "Demonstrationsflotte" testen, basierend auf elektrischen Dodge Charger Daytona.
Bild: Stellantis
Zwei Millionen Fahrzeuge auf Basis von drei Plattformen
Mit neuen Plattformen und der modularen Strategie will Stellantis bis 2030 die Hälfte aller gebauten Autos auf drei Plattformen erstellen und dabei bis zu 70 Prozent der Komponenten wiederverwenden. Bis 2035 sollen so bis zu zwei Millionen Fahrzeuge entstehen.
Damit lässt sich bei neuen Autos die Zeit bis zur Markteinführung verkürzen und vor allem Kosten sparen, so der Hersteller. Auch ließen sich die Betriebsabläufe vereinfachen, ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Nicht zuletzt lässt sich der Fahrzeugbau gezielter planen.
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