Neuer CATL-Auto-Akku reicht für 1500 Kilometer
Neue Akkutechnik vernichtet die Reichweitenangst

Bild: CATL
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Wenn die Deutschen eines am E-Auto bemängeln, dann ist es die als gering empfundene Reichweite. Die neuesten Technologiesprünge aus China lassen aufhorchen – und haben das Zeug, die Kritik an Elektroautos verstummen zu lassen. Jetzt hat der Akkuhersteller CATL gleich drei Batterie-Innovationen vorgestellt, die E-Autos mit großen Schritten voranbringen würden. Auf dem Tech Day wurden die künftigen Batterietechnologien präsentiert – die Veranstaltung fand unmittelbar vor der wichtigen Automesse Auto Shanghai statt.
Einmal zeigte CATL einen Zweikern-Akku, der mit nur einer Ladung für 1500 Kilometer gut sein soll. Als zweite Innovation stellte der chinesische Batteriehersteller einen Shenxing-Akku der nächsten Generation vor, der binnen fünf Minuten Strom für 520 Kilometer Reichweite laden soll. Außerdem kündigte CATL einen marktreifen Natrium-Ionen-Akku vor, der schnelle Ladefähigkeit zum günstigem Preis bieten soll – und schon ab Dezember 2025 eingebaut werden könne.
Herzstück des neuen "Freevoy Dual Core"-Akkus sind die beiden unterschiedlich konstruierten Kerne. Die Technologie basiert darauf, dass die Batterie in zwei unterschiedliche Energiezonen aufgeteilt wird, die mit unterschiedlicher Technik arbeiten. Eine davon hat eine selbstformende Anode integriert, die eine um 60 Prozent höhere Volumenkapazität und eine um 50 Prozent höhere Energiedichte erlaubt.
Beides sind Werte, die bei gleichem Gewicht eine größere Speicherkapazität ermöglichen. Oder, anders gesagt, auf gleichem Bauraum der Batterie eine deutlich größere Reichweite erlauben. Der neue Schwellenwert pro Liter Bauraum steige laut Hersteller auf über 1000 Wattstunden, das wäre ein hervorragender Wert.

Die beiden Elemente der Dual-Core-Batterie ergänzen einander.
Bild: CATL
Das Batteriesystem ist auf fünf doppelte Funktionen ausgelegt: duale Hochvolttechnik, duale Niedervolttechnik sowie allgemein doppelte Strukturen. Dazu kommen ein doppeltes Thermomanagement wie auch ein zweifach besserer Schutz gegen sich ausbreitende Zellenbrände, das gefürchtete sogenannte thermische Durchgehen (Thermal Runaway).
Ein wichtiger Durchbruch wäre gelungen, wenn CATL, mit einem Marktanteil von rund 34 Prozent größer Batteriehersteller der Welt, ab Dezember 2025 in den Bau von Natrium-Ionen-Akkus einsteigt. Dieser Akkutyp, der bei CATL Naxtra-Akku heißt, ist ähnlich konzipiert wie die weit verbreiteten Lithium-Ionen-Akkus. Nur nutzt er als Rohstoff nicht das seltene Erden-Metall Lithium, sondern kostengünstiges und weit verbreitetes Natrium.

Die Dual-Core-Batterie von CATL setzt auf doppelt angelegte Elemente und zwei Energiezonen.
Bild: CATL
Natrium ist Bestandteil im haushaltsüblichen Kochsalz und soll auch eine geringere Brandgefahr aufweisen. Die Kapazität beim Natrium-Ionen-Akku fällt allerdings etwas geringer aus. Auf der Habenseite schlägt dagegen eine geringere Empfindlichkeit gegenüber Kälte ins Gewicht.
Die dritte vorgestellte Innovation ist die vielleicht am meisten herausragende: Sie betrifft einen Shenxing-Akku der neuesten Generation, der sich ultraschnell laden lässt. Ihn zeichnen Material und Laderate aus: Als LFP-Akku basiert er auf Lithium-Eisenphosphat, solche Akkus sind in E-Modellen mit Einachs-Antrieb wie Tesla Model 3 und Model Y oder BYD Seal eingebaut. Die Laderate wird als 12C eingestuft. Die C-Rate ist das Verhältnis aus Größe der Batterie und der zum Laden nötigen Zeit – 12C würde somit das Vollladen im zwölften Teil einer Stunde bedeuten, sprich in fünf Minuten!
Möglich mache das eine den Angaben zufolge superstarke Ladeleistung von in der Spitze 1,3 Megawatt. Mit solch einer Ladeleistung rauscht pro Sekunde Strom für 2,5 Kilometer Fahrtstrecke in den Akku. Diese Batterie wäre für eine Fahrstrecke von 800 Kilometern gut.
Fazit
Wieder einmal zeigt sich, dass der Batteriefortschritt vor allem aus China kommt. Die angekündigten Technologiesprünge würden E-Autos deutlich alltagstauglicher machen. Immerhin strebt VW über einen strategischen Schulterschluss mit CATL eine Kooperation an, wodurch sich die neuen superschnellen Batterien auch in Autos aus dem Volkswagen-Konzern wiederfinden ließen.
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