Der neue Opel Astra ist bestimmt kein Retro-Auto. Dennoch nimmt er hier und da Bezug auf seine Vorgänger-Generationen: Die Kiemen an der C-Säule gab es so ähnlich beim Kadett D und beim Einsteigen erinnert mich das serienmäßige 10-Zoll-Display vor dem Lenkrad sofort an den Digitaltacho vom Kadett E. Mittig die Geschwindigkeit, daneben Öltemperatur und Tankstand. Individuell konfigurierbar und grafisch schärfer im neuen Astra, Mäusekino im Kadett.
Der Kadett des Kanzlers - Opel Kadett E GSI (1991)
Das Mäusekino im Kadett GSI war seiner Zeit voraus.


Obwohl zwischen diesen beiden Autos über 30 Jahre liegen, sind Windgeräusche bei Kadett GSI nicht zigfach stärker als im neuen Astra zu vernehmen. Der cW-Wert von 0.30 beim GSI war damals schon sensationell. An die gute Dämmung des neuen Opel Astra kommt der Kadett allerdings überhaupt nicht ran. Mehr als Teppich hat er nicht zu bieten. Dafür wiegt er aber nur knapp unter einer Tonne!
Der Strömungswiderstand ist beim GSI noch eine Spur besser als beim normalen Kadett E.

Und die Qualität ist ebenfalls nicht vergleichbar. Während im Astra nichts knarzt, stöhnt der Armaturenträger des Kadett bei jedem Gangwechsel. Und Komfort und Polsterung der Sitze trennen natürlich Jahrzehnte von Entwicklung. Für mich bieten die Stoffsitze des neuen Astra den momentan besten Komfort in der Kompaktklasse.
Qualitativ und technisch lässt der neue Astra den Kadett E selbstverständlich weit zurück.

Neuer Opel Astra und Kadett GSI bringen beide Laune beim Fahren

Beim Fahren finden beide Generationen wieder zusammen. Der durchzugsstarke 2-Liter-Benziner im Kadett knurrt und beißt mit jeder Drehzahl fester zu, bewegt den Dreitürer mit 115 PS mühelos. Beim neuen Astra reicht dem 1,2-Liter-Turbo-Benziner weniger Drehmoment, er baut schnell genug Druck auf. Und zum Glück lässt sich der 130-PS-Motor mit einer knackigen und präzisen 6-Gang-Handschaltung dirigieren, das wir ja immer mehr zur Seltenheit.
Vom Aussterben bedroht! Zum Glück gibt es für den neuen Astra noch eine Handschaltung.


Opel Kadett GSI mit prominenten Vorbesitzer

Apropos Seltenheit: Die Autos der 90er werden für mich immer wertvoller. Mit jedem weiteren Lebensjahr erwachen mehr und mehr Erinnerungen zu Golf 3, BMW 3er E36 und Opel Kadett. Die Autos meiner Jugend, sie prägten das Straßenbild in unserer kleinen Stadt. Topmodelle wie der Kadett E GSI waren selten und noch seltener so original wie der GSI von Opel Classic.
Originale Kadett E GSI sind heute rar. Der noch stärkere 16V ist geradezu ein Einhorn.

Er gehörte von 1991 bis 1996 dem verstorbenen Altkanzler Helmut Schmidt (die ganze Geschichte dazu lesen Sie hier), der sich das Auto im Alter von 73 Jahren kaufte. Was für ein Statement! Heute kann ich mir nicht einen Politiker im Ford Focus ST oder Renault Megane RS vorstellen. Also gerne ein Beispiel nehmen! Mit einem Opel Kadett GSI wird es allerdings schwer, der ist im guten Zustand nur mit viel Glück zu finden. Leichter ist es, in den neuen Opel Astra einzuchecken, den gibt's auch als (noch) förderfähigen Plug-in Hybrid.

Bildergalerie

Kamera
Neuer Opel Astra gegen Kadett GSI

Fazit

Neuer Opel Astra gegen Kadett E GSI. Besser oder schlechter gibt es hier nicht. Das ist früher und heute. Der Kadett aufgeladen mit Flashbacks in die 90er und der neue Astra im Hier und Jetzt, mit viel Platz für neue Erinnerungen.