Marktstart und Preis

Nissan setzt auf die Kombination SUV und Elektro: Mit dem neuen Ariya bringen die Japaner ein vollelektrisches SUV-Coupé auf den Markt, das dem VW ID.4 Konkurrenz machen soll. Optisch und technisch soll der Ariya eine neue Ära bei Nissan einläuten. Mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern rollt das Elektro-SUV 2022 nach Deutschland. Man kann das Auto bereits hier online vorbestellen. Preise nennt Nissan noch nicht, aber die Basis sollte unter 50.000 Euro zu haben sein.
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Erster Nissan mit neuem Markengesicht

Die schmalen Scheinwerfer und der große, sich nach unten verjüngende Kühlergrill bilden zusammen mit den filigranen Tagfahrlichtern das neue Markengesicht von Nissan. Als Gimmick spendieren die Designer dem Ariya ein leuchtendes Nissan-Logo. 
Nissan Ariya      !! Sperrfrist 15. Juli 2020    07:15 Uhr !!
Das neue Markengesicht von Nissan: schmale Scheinwerfer und der vertraute, sich nach unten verjüngende Kühler.
Das SUV mit der coupéartigen Silhouette steht auf 19 Zoll großen Felgen (optional kündigt Nissan bereits 20-Zöller an). Ganz und gar im Trend liegt das Heck des Ariya mit dem durchgehenden Leuchtenband.
Bei den Abmessungen siedelt sich das Elektro-SUV zwischen den SUV-Modellen Qashqai und X-Trail an. Die Maße im Überblick:
Länge: 4595 mm
Breite: 1850 mm
Höhe: 1660 mm
Radstand: 2775 mm
Kofferraum: 468 l (2WD)/415 l (AWD)
Anhängelast: bis zu 1,5 t

Aufgeräumter Innenraum mit versteckten Knöpfen

Gerade im Vergleich zu bisherigen Nissan-Modellen, ist das Cockpit sehr reduziert. Knöpfe gibt es kaum, stattdessen sind die Bedienfelder ins Armaturenbrett und die Mittelkonsole eingelassen. Wenn die Bord-Elektronik gestartet wird, werden sie beleuchtet. Bei Berührung gibt es ein haptisches Feedback per Vibration. Ein Zugeständnis an die Variabilität ist die elektrisch verschiebbare Mittelkonsole. Insgesamt wirkt der Ariya innen sehr edel, und auch das Raumgefühl ist sehr gut.
Trotz der Coupéform hat auch unser 1,90 Meter großer Fotograf auf der Rückbank ausreichend Platz über dem Scheitel und für seine Beine. Dank der leicht geneigten Lehne ist die Sitzposition hier überaus entspannt.
Nissan Ariya
Das Cockpit ist sehr reduziert. Statt Tasten gibt es ins Holz eingearbeitete Touchflächen.

Zur Darstellung von Infotainment-Inhalten und Instrumenten sind im Ariya zwei 12,3-Zoll-Displays verbaut. Inhalte sollen sich zwischen den beiden Monitoren hin- und herschieben lassen, das konnten wir leider nicht überprüfen, da wir es noch mit einem Prototyp zu tun hatten. Dasselbe gilt für die Sprachsteuerung per "Hallo Nissan". 
Updates finden dank der Datenverbindung erstmals bei Nissan "over the air" statt, also losgelöst von Service-Intervallen oder Besuchen im Autohaus. Außerdem ermöglicht sie die Vernetzung zwischen Auto und App, sodass Fahrzeugdaten jederzeit aufs Smartphone übertragen und abgerufen werden können.

340 bis 500 Kilometer Reichweite – je nach Antriebsoption

Bei den Antrieben bietet Nissan für den Ariya eine Auswahl aus fünf verschiedenen Versionen. Die Modellbezeichnungen sind erfreulich transparent, da sie sich direkt auf die Akku-Kapazität beziehen:
● Ariya 63 kWh – Zweiradantrieb (160 kW/300 Nm/WLTP geschätzt: bis zu 360 km)
● Ariya 87 kWh – Zweiradantrieb (178 kW/300 Nm/WLTP geschätzt: bis zu 500 km)
● Ariya 63 kWh e-4orce – Allradantrieb (205 kW/560 Nm/WLTP geschätzt: bis zu 340 km)
● Ariya 87 kWh e-4orce – Allradantrieb (225 kW/600 Nm/WLTP geschätzt: bis zu 460 km)
● Ariya 87 kWh e-4orce Performance – Allradantrieb (290 kW/600 Nm/WLTP geschätzt: bis zu 400 km)
Beim Fahren soll der Ariya vom "e-Pedal" profitieren, das bereits aus dem Leaf bekannt ist. Die meisten Fahrsituationen sollen dank der starken Rekuperation ausschließlich mit dem Beschleunigungspedal gefahren werden können. Zudem sind teilautomatisiertes Fahren mit dem "ProPilot" sowie automatisiertes Einparken möglich.

In zehn umweltfreundlicheren Lackfarben

Das Elektro-SUV gibt es in zehn Farben, von denen sechs auch mit schwarz abgesetztem Dach bestellt werden können. Die zwei auffälligsten Farbtöne sind "Akatsuki Copper", ein helles Kupfer, und "Aurora Green". Wie der Name es schon andeutet, ist dieser je nach Licht zwischen Grün und Violett changierende Ton von den Nordlichtern inspiriert. 
Weil Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema beim Ariya ist, hat Nissan neuen Lack auf Wasserbasis entwickelt. Der kann bei niedrigeren Temperaturen aufgetragen werden, als Farben mit anderen Lösungsmitteln. Laut Nissan spart man dadurch 25 Prozent CO2 ein.

So fährt der Nissan Ariya

Für die ersten Prototyp-Fahrten hat Nissan uns nicht etwa den stärksten Stromer mit großer Batterie und Allrad gegeben, sondern die Basis. 218 PS fühlen sich im knapp zwei Tonnen schweren Wagen aber keinesfalls nach Spaßbremse an, sondern gehen ordentlich zur Sache.
Nissan Ariya
Überraschend agil: Für ein knapp zwei Tonnen schweres 4,60-Meter-SUV geht der Ariya ganz gut ums Eck.
 Typisch für das Elektro-SUV ist der tiefe Schwerpunkt, unser Testwagen hat einen 66-kWh-Akku (nutzbar sind 63 kWh), was laut WLTP für 403 Kilometer ausreichen soll. Der große Akku mit 91 kWh soll übrigens mehr als 500 Kilometer schaffen. Auf dem Digitaltacho unseres Testwagens stehen 63 Prozent Kapazität und 160 Kilometer Restreichweite; klar, wir sind schnell unterwegs, das geht auf die Kilometer.

Das SUV bleibt jederzeit sicher

Macht aber irgendwie auch Spaß: Das Auto vermittelt einen guten Kompromiss aus Agilität und Komfort, mit Wankbewegungen hält sich dieser Nissan angenehm zurück, die Lenkung haben sie nicht allzu spitz ausgelegt, eher auf geruhsames Cruisen getrimmt. 
Nissan Ariya
Bei vollem Gaseinsatz aus spitzen Kurven scharrt der Nissan mit den Reifen – die Elektronik sorgt schnell wieder für Traktion.
Und trotzdem ist er für ein 4,60-Meter-SUV überraschend agil und wendig, allerdings sollte man es mit dieser Lust nicht übertreiben: Bei schnellen Beschleunigungsmanövern aus spitzen Kurven heraus scharrt der Fronttriebler mit den Vorderhufen. Seine elektrischen Helfer sorgen aber schnellstmöglich für ausreichende Bodenhaftung. Aber ist der Ariya zum dynamischen Kurvenräubern gemacht? Nein, er ist voll auf Luxus getrimmt.
Die Reise zur Vorstellung des Nissan Ariya wurde unterstützt von Nissan. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit.

Fazit

Mit dem Ariya traut sich Nissan was. Und das finde ich gut. Das reduzierte Cockpit entspannt die Augen, und gerade die ins Holz eingearbeiteten Touchflächen lassen das Ganze sehr edel wirken. Das Raumgefühl ist so gut, dass man sich sicher auch auf längeren Strecken und mit mehreren Personen im Ariya wohlfühlt.