Plattform SSP für zukünftige VW-Elektroautos
Volkswagens Elektroauto-Zukunft entsteht in Hessen

Bild: Werk
Die Elektroauto-Zukunft von Volkswagen entsteht im Werk Baunatal in Nordhessen. Ungeachtet der aktuellen Sparpläne behält der Volkswagen-Konzern die Richtung bei, zunehmend Elektromodelle zu bauen. Dazu gehört auch die lange geplante neue Plattform für Elektroautos. Kürzlich hatte das Management angekündigt, dass der Antrieb sowie weitere Komponenten der Basis jedes Volkswagen-Elektroautos ab 2028 in dem VW-Traditionsstandort bei Kassel entstehen werde.
Markteinführung mehrfach verschoben
Es handelt sich hierbei um die Scalable Systems Platform (SSB). Hinter dem Namen verbirgt sich die vielfältige Anwendungsmöglichkeit dieses Fundaments: Sie wird skalierbar (scalable) sein und sich somit für Kleinwagen ebenso wie für Oberklasse-Fahrzeuge eignen. Seit 2021 ist die Plattform in der Planung, das Datum ihrer Markteinführung wurde mehrfach verschoben. Ab 2029 wird die Fertigung anlaufen, erfuhr AUTO BILD aus dem Werk.
Das Werk Baunatal bei Kassel ist der erste Standort, den VW außerhalb von Niedersachsen plante. Ab 1958 wurden dort Austauschmotoren für Käfer und Transporter T1 aufgearbeitet. Für die neue Aufgabe wird die Fabrik bereits umgebaut, berichtet die regionale Zeitung "HNA". Mit ihr ist ein technologischer Weitsprung geplant: Sie soll autonomes Fahren mit Level 4 und Schnellladezeiten von rund zwölf Minuten ermöglichen – ob mit klassischer Lithium-Ionen-Batterie oder Feststoffakku, ist offen.
Software-Architektur für SSP von Rivian
Das Werk soll zukünftig nicht allein für die Marke Volkswagen, sondern auch für andere Konzernmarken Plattform-Komponenten liefern. Die Umstellung auf die SSP-Plattform ist Teil der Transformation von Volkswagen Group Components in Kassel. Im Werk Baunatal arbeiten derzeit mehr als 15.100 Menschen. Ein Drittel sei bereits heute mit der Herstellung von Komponenten für Elektroautos beschäftigt, darunter Motoren und Antriebsstrang.
Die SSP wird laut Konzernchef Oliver Blume sämtliche Pkw-Plattformen im Unternehmen Zug um Zug ersetzen. Auch Hersteller wie Audi, Porsche oder Skoda werden dann vom Werk Baunatal versorgt. Die Plattform soll als Standard-Software für den Betrieb ein Produkt des US-Unternehmens Rivian nutzen. Ursprünglich war das VW-Subunternehmen Cariad mit dieser Aufgabe betraut.
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