Einen neuen Beweis für die Alltagstauglichkeit von Batterieautos liefert der Polestar 3: Das Elektro-SUV hat den Weltrekord für die längste gefahrene Strecke mit einer Ladung in der beliebten Autokategorie aufgestellt. Bei der Rekordfahrt durch England kam der Polestar 3 ganze 935,44 km weit. Damit robbt sich das SUV-Coupé an die wichtige Distanz von 1000 Kilometern mit einer Ladung heran. "Mangelnde Reichweite" ist das zentrale Argument vieler Autofahrer gegen Elektroautos.
Beim Rekordversuch kam ein Polestar 3 Long Range Single Motor zum Einsatz, der mit seiner massiven 111-kWh-Batterie von Haus aus für die Langstrecke ausgelegt ist. Pilotiert wurde das 299-PS-Mobil von den drei Effizienzfahrern Sam Clarke, Kevin Booker und Richard Parker, die den Rekordversuch morgens um 2 Uhr antraten – auf einem Rundkurs durch mehrere englische Grafschaften, darunter Norfolk und Cambridgeshire.

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Rekord bei nicht optimalen Bedingungen

Die Umstände für die Langstreckenfahrt waren nicht ganz optimal, dennoch fuhr der Polestar ins Guinnessbuch der Rekorde: Die Fahrt begann bei eher kühlen 15 Grad, berichtete eine Polestar-Sprecherin gegenüber AUTO BILD. Der Wagen absolvierte die Fahrt auf öffentlichen Straßen und ohne doppelte Strecken, das erfordert das Reglement des Guinnessbuchs. Rekordfahrer Kevin Brooker weist auf die Besonderheit des Tests hin: "Es ist ein extremer Test, niemand fährt ein Auto 24 Stunden am Stück.".
Die Rekordroute des Polestar 3 durch drei englische Grafschaften
Die Rekordfahrt führte durch mehrere englische Grafschaften, darunter Norfolk und Cambridgeshire also durch überwiegend steigungsarmes Gelände.
Bild: Polestar
Gefahren wurde zu unterschiedlichen Wetterbedingungen, bei denen die Temperaturen in der Spitze 21 Grad, bei Regen nur 16 Grad erreichten. Nach 22 Stunden und 57 Minuten war der Akku leer. Dennoch musste das mitfahrende Pannenhilfsfahrzeug vom AA, dem englischen Pendant des ADAC, nicht einschreiten: Trotz null Prozent Akkustand erreichte der Polestar 3 noch eine Ladesäule. Der Durchschnittsverbrauch lag bei 12,1 kWh/100 km – bei einer eher moderaten Durchschnittsgeschwindigkeit von 42 km/h.

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Damit reiht sich die schwedische Tochter des chinesischen Autoherstellers Geely ein in die Liste der Rekordfahrten mit nur einer Akkuladung. Rekordfahrer Sam Clarke freut sich: "Elektroautos haftete immer der Makel an, sie wären nicht langstreckentauglich. Und da sind wir nun: Wir sind 581 Meilen (935 km, d. Red.) weit gefahren. Das ist, in Guinness-Buch-Worten, offiziell phantastisch.“

Bei den SUV sticht die Marke für Performance-E-Autos nun heraus. Kürzlich erreichte der Polestar 3 beim Reichweitentest des norwegischen Automobilclubs NAF 670 km und wich damit nur 25 km von der offiziellen WLTP-Reichweite ab.
Rekordfahrt von Polestar 3 durch England
Für das Guinnessbuch der Rekorde prüfte Paulina Sapinska (ganz li.) die Leistung. Der Polestar 3 wurde pilotiert von Kevin Booker, Richard Parker und Sam Clarke (v. l.)
Bild: Polestar

Die Reichweitentests anderer Hersteller

Erst kürzlich konnte ein Lucid Air Grand Tourer mit einer Akkuladung 1205 Kilometer weit fahren. Der Lucid Air kostet aber auch rund 130.000 Euro, während die Preisliste für den Polestar 3 bei 78.590 Euro beginnt. Auch ein Opel Grandland Electric kam kürzlich mit nur einmal Nachladen über 1000 Kilometer weit, der AUTO BILD-Test des Long-Range-Modells steht noch aus.
Die optimale Temperatur für E-Auto-Akkus liegt zwischen 20 und 30 Grad. Somit könnte der Polestar 3 weiteres Reichweitenpotenzial haben.
Das ist eine ordentliche Leistung des Polestar-Teams, gerade weil sie bei nicht ganz optimalen Bedingungen geschafft wurde. Vor allem aber auf öffentlichen Straßen. Der Polestar 3 hat einen weiteren Beweis für die Alltagstauglichkeit von E-Autos erbracht.