Porsche Macan GTS: Langzeittest
Abschiedstournee: die ersten 1000 Kilometer im Porsche Macan GTS
Nach so vielen Jahren tritt zum ersten Mal bei AUTO BILD SPORTSCARS ein Verbrenner-Porsche zu einem längeren Redaktionsbesuch an. Hier sind die Eindrücke der ersten tausend Kilometer.
Bild: Porsche AG
Erster Porsche? Stimmt nicht ganz, vor zwei Jahren hatten wir den Taycan Turbo S im Dauertest. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, dann reden wir in der SPORTSCARS-Sprache bei echten Porsche von Elfern, Cayman, Boxster, Panamera, Cayenne und auch dem Macan; trotz seiner Audi-Basis. Die gibt es schließlich als Verbrenner – noch.
Denn der Porsche Macan macht quasi bei uns eine Abschiedstour. In ein paar Wochen präsentiert man das neue Modell, vollelektrisch. Doch wir wollen das Erfolgsmodell noch einige Monate feiern.
Testwagenpreis über 115.000 Euro
Erfolgsmodell? Klar, mehr als 600.000 Einheiten hat man seit seinem Debüt im Jahr 2014 absetzen können.80 Prozent seiner Kunden kommen neu zu Porsche. Und: Kein Porsche lockt mehr Frauen in sein Sportgestühl. 2021 ein drittes Facelift, obwohl Porsche vom Macan 3 spricht.

Schon nach den ersten Kilometern gab es Lob für das sportive Luftfahrwerk. Das hält die Komforteinbußen durch die großen 21-Zoll-Räder gering.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Sei's drum, S-GO 6300 ist ein GTS mit allem Drum und Dran. Genauer? Auffälligstes Extra: das Pythongrün für 2368 Euro. Zweiter Knaller: das GTS Sport Paket für 10.472 Euro. Beinhaltet? 21-Zoll-GT-Räder mit Pirelli Corsas, sportlichere Schürzen mit schwarzen Akzenten, Sport Chrono, Torque Vectoring Plus, Sportsitze, Carbon, Race-Tex-Lenkrad und, und, und … Noch was? Ja, die Keramikbremse für 5057 Euro. Mit noch ein paar unwichtigeren Extras kommt der Testwagen auf über 115.000 Euro.
Im V6-Biturbo steckt viel Fahrspaß

Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Macan überzeugt mit Alltagstauglichkeit
Genug geredet, steigen wir ein beziehungsweise erzählen etwas von den ersten Arbeitstagen, den ersten Einträgen im Fahrtenbuch. Der grellgrüne Macan startete bei uns mit Kilometerstand 3407, also gerade eingefahren. Und direkt zu unserer Highlights-des-Jahres-Geschichte an den Lausitzring.

Sportlicher Packesel: Seine ersten Touren gingen logischerweise zu den Rennstrecken, als Foto- und Transportfahrzeug.
Bild: Guido Naumann / AUTO BILD
Nicht als einer, den wir feiern wollen, sondern als Packesel und Fotoauto. Und dafür eignet sich der Macan hervorragend. Vier Personen plus deren Gepäck plus Testequipment und Helm – funktioniert, tat gar nicht weh. Auf dem Weg dahin und wieder zurück waren Pilot und Mitfahrer voll des Lobes.
Fahrzeugdaten
Modell | Porsche Macan GTS |
|---|---|
Motor | V6, Biturbo, vorn längs |
Hubraum | 2894 cm³ |
Leistung | 324 kW (440 PS) bei 6800/min |
max. Drehmoment | 550 Nm bei 1900–5600/min |
Antrieb | Allrad, Siebengang-Doppelkupplung |
Länge/Breite/Höhe | 4726/1927*/1596 mm |
Leergewicht | 1960 kg (DIN) |
Kofferraum | 488–1503 l |
0–100 km/h | 4,3 s |
Vmax | 272 km/h |
Verbrauch | 11,3 l/100 km (Super) |
Abgas CO2 | 255 g/km |
Preis | ab 96.075 Euro |
Der Biturbo ist laufruhig und hält sich akustisch gut gedämmt im Hintergrund. Natürlich kann das Triebwerk auch anders. Drehregler am Lenkrad auf Sport oder Sport Plus, die Stimme wird kerniger, dann noch die kleine M-Taste an der linken Lenkradspeiche gedrückt, und schon wird der GTS zum echten Sportler.
Fahrer wird gut eingebunden
Ja, wirklich, der kann dann auch richtig biestig unterwegs sein. Das Getriebe arbeitet ultraschnell, trocken, präzise, eindeutig und anders als viele andere Systeme ohne jegliches Anfahr- oder Rangier-Ruckeln. Auch in den normalen Fahrmodi ist dieser Macan kein Langweiler. Schon unter 3000 Touren reagiert er sehr bissig auf Gasbefehle, und nach oben raus zündet er gern noch das ein oder andere Feuerwerk.

Der mitteilsame Macan bindet den Fahrer sehr gut ein. Im Cockpit merkt man allerdings auch, dass hier bald was Neues kommen muss. Viel Analoges plus kleine Schrift in den Displays.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Tempo 160 ist eine gute Reisegeschwindigkeit, für 250 und Topspeed über 270 braucht das SUV nicht viel Anlauf. Das Luftfahrwerk ist ebenfalls gelungen, federt auch mit den 21-Zöllern würdevoll, wird selbst im Sport-Plus-Modus nicht richtig harsch. Dadurch ist er auch in der Lage, dem Fahrer präzise mitzuteilen, was da gerade so unter ihm passiert.
Und noch was: Der Macan fühlt sich in den spaßigen Momenten mehr nach Hecktriebler an. Kein Wunder, die meiste Zeit fährt er nämlich hinterradgetrieben, der sogenannte Hang-on-Allrad (PTM) sorgt dafür, dass die Vorderachse ihr Antriebsmoment in Abhängigkeit vom Sperrgrad der elektronisch geregelten Lamellenkupplung erhält.
Schnee ist kein Problem für den Porsche
Diese Technik haben wir vor ein paar Wochen direkt noch mal ausprobiert, als es wieder mal zu einem Termin nach Italien ging. Auf der Autobahn war Stau angesagt, viel Neuschnee, im Navi schnell eine Umgehung gesucht und mit einer Passüberquerung gefunden. Sollte ja kein Problem sein mit den Pirelli-Winterreifen und dem Allrad.

Schnee kann er richtig gut: Auf der ersten Dienstreise nach Italien wühlte sich der Macan mit Bravour über die Berge.
Bild: Guido Naumann / AUTO BILD
Und der GTS liebte das weiße Zeugs sichtlich. In schönen Schwüngen wedelte er die Bergstraßen hinauf, oben für den Tiefschnee auf "Offroad" und ein paar Zentimeter höhergelegt. Dann die Abfahrt auch richtig lustig und immer sicher. Die Keramikbremse ist gut dosierbar, das Handling narrensicher. Kaum eine Spur von feistem SUV-Feeling, während wir Kurve für Kurve vernaschen.
Der Verbrauch des GTS geht in Ordnung
Der Lenkwinkel passt, die Rückmeldung ist fast wie in einem Elfer. Unten angekommen, direkt an die Tankstelle. Was nimmt sich der Macan? Nun, bei solchen Bergfahrten locker über 14, unten in der Zivilisation mindestens zehn Liter.

Durstiger Dampfer: Unter zehn Litern geht nichts im GTS, auf schnelleren Reisen trinkt er 14 und mehr. Super E5 verträgt er auch.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Geht in Ordnung in Anbetracht von Fahrleistungen und Größe. Zumal man mit dem 73-Liter-Tank auch ausreichend weit kommt. Läuft also alles bestens – so kann's weitergehen.
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