Regionalklassen der 40 größten Städte

Regionalklassen 2020 in der Kfz-Versicherung

Viele Änderungen bei den Regionalklassen

Die Kfz-Versicherer haben die neuen Regionalklassen für 2020 bekanntgegeben. Zahlreiche Zulassungsbezirke wurden neu eingestuft. Das kann Auswirkungen auf die Höhe des Versicherungsbeitrags haben.
Wo kommt es in Deutschland am häufigsten zu Autounfällen, -diebstählen oder sonstigen Schäden am Auto? Die Kfz-Versicherungen führen über jede Schadensmeldung Statistik und werten diese einmal jährlich aus. Zum Ausdruck kommt diese Auswertung in den sogenannten Regionalklassen, die jedem der 413 Zulassungsbezirke in Deutschland zugeordnet werden. Je höher die Schadensbilanz der letzten drei Jahre, desto höher die Regionalklasse eines Zulassungsbezirks. Und das hat Folgen für die Versicherungskosten. Denn eine hohe Regionalklasse wirkt sich ungünstig auf den zu zahlenden Beitrag aus.

Regionalklassen 2020: Änderungen für Versicherte

Am Donnerstag (29. August 2019) hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die neue Regionalstatistik für das Jahr 2020 herausgegeben. Danach profitieren zukünftig rund 5,1 Millionen Autofahrer in 54 Bezirken von besseren Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Rund 4,2 Millionen Fahrer in 50 Bezirken werden dagegen heraufgestuft. In 309 Zulassungsbezirken beziehungsweise für knapp 32 Millionen Kfz-Haftpflichtversicherte bleibt es bei den Regionalklassen des Vorjahres. In den Kaskoversicherungen ändert sich weniger: Für fast 30 Millionen der rund 36 Millionen Voll- oder Teilkaskoversicherten bleibt alles beim Alten. 2,8 Millionen Kaskoversicherte rutschen in niedrigere, rund 3,3 Millionen in höhere Regionalklassen.

Berlin hat bundesweit die schlechteste Schadensbilanz

Video: Versicherung: Regionalklasse erklärt

So wirkt sich das Schadensrisiko aus

Unterschieden werden zwölf Regionalklassen in der Haftpflicht, neun in der Vollkasko und 16 in der Teilkasko. Besonders hoch sind die Regionalklassen üblicherweise in den Großstädten. Dort ist das Verkehrsaufkommen am höchsten, es kommt daher zu mehr Unfällen als in weniger dicht besiedelten Gebieten. Auch Kaskoschäden durch Diebstahl, Vandalismus oder Schäden beim Einparken sind in Städten häufiger als auf dem Land. Berlin hat in der aktuellen Regionalstatistik bundesweit die schlechteste Schadensbilanz. Die Kfz-Haftpflichtschäden lagen laut GDV rund 34 Prozent, die Vollkasko-Schäden rund 41 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Dementsprechend hoch wird Berlin in der Regionalstatistik eingestuft: Regionalklasse 12 in der Haftpflicht, Regionalklasse 9  in der Vollkasko und Regionalklasse 11 in der Teilkasko. Auch Hamburg hat seit Jahren eine hohe Einstufung (Regionalklassen 12, 8 und 7). Besonders günstig sind die Regionalklassen in mehreren Zulassungsbezirken in Schleswig-Holstein, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Regionalklassen der 40 größten Städte

Wie groß sind die Unterschiede beim Versicherungsbeitrag?

Wie stark sich das Gefälle bei den Regionalklassen auf den zu zahlenden Versicherungsbeitrag auswirken kann, hat das Vergleichsportal Verivox berechnet. Dabei wurden die Beiträge verglichen, die für das gleiche Fahrerprofil in unterschiedlichen Regionen anfallen würden – einmal in Berlin und einmal im Landkreis Leer (Ostfriesland). Für eine Kfz-Versicherung mit Haftpflicht und Vollkasko zahlt der Fahrer in Berlin 65 Prozent mehr als der Fahrer in Ostfriesland. In der Modellrechnung von Verivox macht das einen Mehrbetrag von 285 Euro aus.

Ab wann sind die neuen Einstufungen gültig?

Die neue Regionalstatistik des GDV kann von den Versicherungen bei neuen Vertragsabschlüssen ab sofort angewendet werden, bei laufenden Verträgen erst zur nächsten Hauptfälligkeit (in der Regel 1. Januar). Ob eine Versicherung durch eine Veränderung bei den Regionalklassen tatsächlich teurer oder günstiger wird, lässt sich aber nicht voraussagen. Denn die Entwicklung der Versicherungsprämien hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Außerdem ist die Regionalstatistik des GDV für die Versicherungen nicht verbindlich. Viele Versicherungen verwenden auch eigene Statistiken. Wichtig für den Versicherten ist aber zu wissen, dass er seinen Vertrag bei einer Beitragserhöhung innerhalb von vier Wochen kündigen kann.

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Teilkasko Vollkasko GDV

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