Regionalklassen in 40 Städten: Was ändert sich?

Regionalklassen 2021 in der Kfz-Versicherung

Für über neun Millionen Autofahrer ändern sich die Regionalklassen

Die Kfz-Versicherer haben die neuen Regionalklassen für 2021 bekannt gegeben. Zahlreiche Zulassungsbezirke wurden neu eingestuft. Das kann Auswirkungen auf die Höhe des Versicherungsbeitrags haben.
Wo kommt es in Deutschland am häufigsten zu Autounfällen, -diebstählen oder sonstigen Schäden am Auto? Die Kfz-Versicherungen führen über jede Schadensmeldung Statistik und werten diese einmal jährlich aus. Zum Ausdruck kommt diese Auswertung in den sogenannten Regionalklassen, die jedem der 413 Zulassungsbezirke in Deutschland zugeordnet werden. Je höher die Schadensbilanz der letzten drei Jahre, desto höher die Regionalklasse eines Zulassungsbezirks. Und das hat Folgen für die Versicherungskosten. Denn eine hohe Regionalklasse wirkt sich ungünstig auf den zu zahlenden Beitrag aus.

Regionalklassen 2021: Änderungen für Versicherte

Versicherung: Regionalklasse erklärt

So wirkt sich das Schadensrisiko aus

Am Dienstag (25. August 2020) hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die neue Regionalstatistik für das Jahr 2021 herausgegeben. Danach werden in der Kfz-Haftpflichtversicherung jeweils 48 Zulassungsbezirke herauf- bzw. heruntergestuft. Dadurch profitieren rund 4,5 Millionen Autofahrer von besseren Regionalklassen, während rund 4,8 Millionen Fahrer in höhere Regionalklassen rutschen. In 317 Zulassungsbezirken beziehungsweise für rund 32,4 Millionen Kfz-Haftpflichtversicherte bleibt es bei den Regionalklassen des Vorjahres.

Berlin hat bundesweit die schlechteste Schadensbilanz

Viele Diebstähle treiben in den Großstädten die Kaskoschäden und damit die Regionalklassen in die Höhe.

Unterschieden werden zwölf Regionalklassen in der Haftpflicht, 16 in der Teilkasko und neun in der Vollkasko. Besonders hoch sind die Regionalklassen üblicherweise in den Großstädten. Dort ist das Verkehrsaufkommen am höchsten, es kommt daher zu mehr Unfällen als in weniger dicht besiedelten Gebieten. Auch Kaskoschäden durch Diebstahl, Vandalismus oder Schäden beim Einparken sind in Städten häufiger als auf dem Land. Berlin hat in der aktuellen Regionalstatistik bundesweit die schlechteste Schadensbilanz. In der Hauptstadt sind die Schäden um mehr als ein Drittel höher als im Bundesdurchschnitt. Dementsprechend hoch wird Berlin in der Regionalstatistik eingestuft: Regionalklasse 12 in der Haftpflicht, Regionalklasse 9 in der Teilkasko und Regionalklasse 10 in der Vollkasko. Auch Hamburg hat seit Jahren eine hohe Einstufung (Regionalklassen 12, 8 und 7). Besonders günstig sind die Regionalklassen in mehreren Zulassungsbezirken in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Wie groß sind die Unterschiede beim Versicherungsbeitrag?

Wie stark sich das Gefälle bei den Regionalklassen auf den zu zahlenden Versicherungsbeitrag auswirken kann, hat das Vergleichsportal Verivox berechnet. Dabei wurden die Beiträge verglichen, die für das gleiche Fahrerprofil in unterschiedlichen Regionen anfallen würden – einmal in Berlin und einmal im Landkreis Leer (Ostfriesland). Für eine Kfz-Versicherung mit Haftpflicht und Vollkasko zahlt der Fahrer in Berlin 66 Prozent mehr als der Fahrer in Ostfriesland. In der Modellrechnung von Verivox macht das einen Mehrbetrag von 287 Euro aus.
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Wie stark wirkt sich eine Veränderung der Regionalklasse aus?

Was sich für den einzelnen Versicherten durch eine Herauf- bzw. Herabstufung seiner Regionalklasse beim Versicherungsbeitrag tatsächlich verändert, lässt sich allerdings nicht pauschal voraussagen. Zum einen sind die Regionalklassen des GDV für die Versicherungen nicht verbindlich. Das bedeutet: Die Versicherungen müssen sich bei der Berechnung der Beitragshöhe nicht nach den Regionalklassen richten. Viele Gesellschaften benutzen statt der Regionalklassen eigene Modelle, um das Schadensrisiko eines Zulassungsbezirkes beziehungsweise Wohnortes zu berechnen. Zum anderen ist die Höhe des Versicherungsbeitrags neben dem Wohnort von zahlreichen anderen Kriterien abhängig – und auch hier können sich von Jahr zu Jahr Veränderungen ergeben, so etwa bei der Höhe des Schadenfreiheitsrabatt. Eine genaue Berechnung des Beitrags ist daher nur für jeden Versicherten individuell möglich – zum Beispiel mit einem Online-Vergleichsrechner. Wichtig zu wissen für den Versicherten ist aber, dass für ihn ein Sonderkündigungsrecht besteht, wenn sich der Beitrag aufgrund einer Veränderung der Regionalklasse erhöht. Das gilt jedoch nur, wenn sich tatsächlich die Regionalklasse des bisherigen Zulassungsbezirks geändert hat. Ergibt sich die Änderung der Regionalklasse durch einen Umzug von einem Zulassungsbezirk in einen anderen, besteht kein Sonderkündigungsrecht.

Regionalklassen in 40 Städten: Was ändert sich?

Ab wann sind die neuen Einstufungen gültig?

Die neue Regionalstatistik des GDV kann von den Versicherungen bei neuen Vertragsabschlüssen ab sofort angewendet werden, bei laufenden Verträgen erst zur nächsten Hauptfälligkeit (in der Regel 1. Januar). In der Bildergalerie haben wir die neuen Einstufungen für die 40 größten Städte Deutschlands zusammengestellt und zeigen, wo sich etwas verändert hat. Sollte Ihre Stadt bzw. Ihr Zulassungsbezirk nicht dabei sein, können Sie sie Ihre Regionalklassen auch auf der Internetseite des GDV abfragen.

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Stichworte:

Teilkasko Vollkasko GDV

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