Renault Trafic SpaceClass (2019): Test, Preis, Motoren, Innenraum
Es muss nicht immer Bulli sein

Neben dem VW Transporter nimmt der überarbeitete Renault Trafic SpaceClass Konkurrenten wie den Opel Zafira Life und die Mercedes V-Klasse ins Visier. Die Argumente: schickere Optik, mehr Assistenten und neue Motoren.
- Wolfgang Gomoll
Der Renault Trafic steht in Deutschland seit jeher im Schatten des übermächtigen VW Bus. Doch er ist eine unterschätzte Größe: Immerhin wurden von dem französischen Kleintransporter seit 1980 mehr als zwei Millionen Exemplare verkauft. Mit dem Facelift wurde jetzt auch der Passagier-Kleinbus SpaceClass überarbeitet. Bei der Variabilität braucht sich die Großraum-Limousine schon mal nicht vor der Konkurrenz verstecken: Bis zu neun Passagiere haben Platz, die Sitzbänke in der zweiten und dritten Reihe sind auf Schienen montiert, daher längs verschiebbar und lassen sich herausnehmen. Die Sitzneigung ist in fünf Stufen verstellbar.

Mit dem Facelift steigt die Leuchtstärke der Scheinwerfer deutlich an.

Der Innenraum ähnelt stark dem der vorherigen Clio-Generation.
Mit der Modellpflege halten beim Renault Trafic auch aktuelle Diesel-Triebwerke Einzug. Neben dem bekannten 1,6-Liter-Aggregat (dCi 95) mit 95 PS kommen beim Transporter die drei neuen 2,0-Liter-Turbodieselmotoren zum Einsatz, die bis zu 25 PS mehr Leistung und 40 Newtonmeter mehr Drehmoment als die bisherigen 1,6-Liter-Aggregate bieten. Beim getesteten Top-Motor mit 170 PS bedeutet das: von 0 auf 100 in 11,9 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 174 km/h. Der Norm-Durchschnittsverbrauch beträgt 6,3 Liter pro 100 Kilometer. Per Eco-Mode-Taste lässt sich der Spritverbrauch weiter reduzieren: Neben der Motorleistung und das maximale Drehmoment (380 Newtonmeter) wird auch die serienmäßige Klimaautomatik zurückgefahren.
Auf Landstraßen macht der Bulli-Gegner so richtig Spaß. Der Zweiliter-Selbstzünder rasselt vor sich hin und lässt Schiffsdiesel-Gefühl durchschimmern, sodass man sich am Steuer fühlt, wie ein Kapitän der Landstraße: Dank der erhöhten Sitzposition sowie den großen tiefheruntergezogenen Scheiben hat man alles im Blick und mit dem 170 Diesel geht es flott voran. Da kommt das von den Renault-Verantwortlichen so oft zitierte Pkw-Fahrgefühl auf. An Steigungen müht sich der Kleinbus dagegen etwas und das Triebwerk meldet sich lauter zu Wort. Auch das sonst unauffällig agierende Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe kann diese Durchzugsschwäche nicht kaschieren.

Bei Fahrbahnunebenheiten fängt das Interieur an manchen Stellen an zu knarzen.
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