Beim neuen Renault Twingo E-Tech elektrisch haben die Designer zahlreiche Zitate der ersten Generation einfließen lassen. Diese wurde zwischen 1993 und 2007 gebaut. Im direkten Vergleich haben wir überprüft, wie ähnlich sich das neue Modell und der Urahn tatsächlich sind.
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Beginnen wir mit dem Außendesign: Der aktuelle Twingo ist dem 90er-Jahre-Modell erstaunlich nah. Allerdings wirkt er etwas gestreckter und ist ausschließlich als Viertürer erhältlich.

Der neue ist viel größer

Die neue Generation ist spürbar gewachsen. Sie misst 3,79 Meter in der Länge – der erste Twingo war gut 36 Zentimeter kürzer – und 1,72 Meter in der Breite (plus 30 Zentimeter). Deutlich moderater fällt der Höhenzuwachs aus: Mit 1,49 Metern ist der neue Twingo rund sieben Zentimeter höher als sein Vorgänger.
Vergleich: Renault Twingo I und neuer Renault Twingo schräg von vorn.
In den 90ern waren 13-Zoll-Felgen Serie, heute gibt es mindestens 16 Zoll. Aber: Nach wie vor hat die Basis Stahlräder.
Bild: AUTO BILD / Klaus Kuhnigk, Renault Group; Montage: AUTO BILD
Beim aktuellen Modell fallen sofort die LED-Scheinwerfer ins Auge – sie sind eine klare Hommage an den Urahn. Die Silhouette der kugeligen Halogen-Leuchten aus den 90ern hat Renault zeitgemäß interpretiert.
Sogar der Lüftungsschlitz zwischen den Scheinwerfern sowie die drei Belüftungsöffnungen unterhalb der Windschutzscheibe auf der Beifahrerseite greifen das Original auf. Letztere übernehmen nun allerdings eine neue Funktion: Unter dem mittleren Element lässt sich das Wischwasser nachfüllen, die übrigen Öffnungen sind rein dekorativ.

Das Heck ist sehr eigenständig

Am Heck gibt es weniger Übereinstimmungen. Am ehesten erinnert noch die Proportion der Heckscheibe an das Original. Beim Urahn fiel die Kofferraumklappe steil ab und mündete in eine weit hochgezogene, unlackierte Schürze. Beim neuen Modell ist das deutlich sanfter gelöst. Unlackiertes Plastik sucht man – zumindest beim Präsentationsfahrzeug – vergeblich.
Vergleich: Renault Twingo I und neuer Renault Twingo schräg von hinten.
Das Kennzeichen war beim Ur-Twingo auf der Heckklappe, bei der neuen Generation rutscht es in die Schürze.
Bild: AUTO BILD / Klaus Kuhnigk, Renault Group; Montage: AUTO BILD
Die Rückleuchten zitieren nun das Design der Frontscheinwerfer: Sie sind nicht ins Blech eingelassen, sondern stehen leicht hervor.

Innen: Verwandtschaft auf den zweiten Blick

Im Innenraum muss man genauer hinschauen, um die Verwandtschaft der beiden Twingo-Generationen zu entdecken. Ein Beispiel sind die drei Regler für die Klimabedienung, mittig auf dem Armaturenbrett angeordnet. Sie sind heute zwar nicht mehr analog, verfügen aber über kleine Digitaldisplays. Auch der markante Warnblink-Knopf daneben erinnert an die erste Generation – dort saß er allerdings oben auf dem Armaturenbrett.
Das nahezu senkrecht in der Mitte platzierte Radio gehört der Vergangenheit an. Das Designelement bleibt jedoch erhalten und dient nun als Smartphone-Ablage.
Vergleich: Innenraum Renault Twingo I und neuer Renault Twingo im Split-Bild.
Aus dem großen, runden Lenkrad ist eine abgeflachte Version geworden. Den Gang wählt man heutzutage am Lenkrad.
Bild: Renault Group, AUTO BILD / Klaus Kuhnigk; Montage: AUTO BILD
Ersatzlos gestrichen wurde der kleine, in einer Hutze versteckte Digitaltacho aus den 90ern. Stattdessen blickt der Fahrer im neuen Twingo auf ein sieben Zoll großes Display hinter dem Lenkrad, flankiert von einem zehn Zoll großen Infotainment-Bildschirm.

Bei der Leistung bleibt er sich treu

Die größte Veränderung ist auf den ersten Blick nicht sichtbar: Während der Twingo der ersten Generation ausschließlich als Benziner unterwegs war, fährt die Neuauflage vollelektrisch. Bei der Leistung bleibt sich der Kleinstwagen dennoch treu. In den 90ern standen 55 bis 75 PS im Datenblatt, heute sind es 82 PS.
Zum Schluss noch ein Blick in die Preisliste von 1993: Damals kostete der Twingo 16.000 D-Mark. Das aktuelle Modell ist zwar noch nicht im Konfigurator zu finden, Renault hat jedoch einen Basispreis von unter 20.000 Euro angekündigt.
Der neue Twingo zitiert den Urahn an den richtigen Stellen, ist aber klar moderner und deutlich größer. Technisch geht er mit Elektroantrieb neue Wege, bleibt bei der Leistung jedoch bodenständig. Wenn Renault den Preis unter 20.000 Euro hält, dürfte der Kleinwagen wieder einige Fans finden.