Seat Leon SC: Fahrbericht
So fährt sich der Leon SC

Der Seat Leon SC tanzt feurig um jede Kurve. Für den neuen Dreitürer in der einfachsten Ausstattung verlangen die Spanier mindestens 14.890 Euro. Dafür gibt's den schärfsten Auftritt auf der MQB-Plattform.
Der neue Seat Leon übt sich weiter in der Rolle des südländischen Verführers. War der erst vor ein paar Wochen lancierte Spanier schon als Fünftürer das bislang schärfste Modell aus dem modularen Querbaukasten des VW-Konzerns, wird er als SC mit nur noch drei Türen gar vollends zum Gigolo auf dem Golfplatz. Mit scharfen Strichen gezeichnet und das Blech wohl proportioniert, will er all jenen Kunden die Augen verdrehen, denen ein Golf zu langweilig, ein Octavia zu spießig und ein A3 dann doch eine Nummer zu vornehm ist. Zwar beteuert Entwicklungschef Matthias Rabe, dass der SC kein billig gemachter Dreitürer ist, sondern seine ganz eigene Persönlichkeit hat. Doch unter dem Strich spart man natürlich durch den Verzicht auf zwei Türen trotzdem: Bei einem Grundpreis von 14.890 Euro ist der SC 500 Euro günstiger als der Fünftürer.
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Bei der Nachwuchsplanung haben sich die Spanier nicht allein auf die schwungvollen Linien ihres Designchefs Alejandro Mesonero verlassen und einfach die beiden hinteren Türen eingespart. Sondern um dem Stilführer die Arbeit zu erleichtern, haben sie kurzerhand den Radstand um knapp vier Zentimeter beschnitten und die Länge entsprechend gekürzt: "So haben wir dem Leon SC seinen ganz eigenständigen Charakter gegeben. Einfach nur zwei Türen wegzulassen, wäre uns viel zu wenig gewesen. Und obwohl der Radstand nur 35 Millimeter kürzer wurde, ist die optische Wirkung sehr stark", sagt Mesonero und lobt den dynamischen Ausdruck des Dreitürers, der jeden PS-Brüderle in Versuchung führen könnte. Denn sobald man diesen Seat sieht, möchte man seine Kehrseite tätscheln. Aber der Dreitürer will nicht nur sportlicher aussehen als der Fünftürer, sondern auch so fahren. Dabei helfen neben dem kürzeren Radstand, 20 Kilo weniger Gewicht und einer etwas strafferen Abstimmung in einigen Modellvarianten auch die neuen Fahrprofile. Mit ihnen kann man auf Knopfdruck Motorcharakteristik, die Schärfe der Lenkung und sogar den Sound variieren. Und damit der Fahrer die neue Leistungsbereitschaft auch wirklich mitbekommt, wechselt sogar die Beleuchtung in ein feuriges Rot. Wo der Golf auf Wertigkeit setzt, der Octavia zum Platzwunder, Pfiffikus und Preisbrecher wird und der A3 den noblen Streber auf dem Golf-Platz gibt, wird der Leon spätestens als SC tatsächlich zum leidenschaftlichen Sportler. Er ist das leichteste Auto aus dem modularen Querbaukasten und lässt sich entsprechend leicht um die Ecken treiben. Komfortabel auf der Autobahn und knackig auf einer gewundenen Bergstraße, so kommt bei den Spaniern endlich jene Fahrfreude auf, die sie mit dem mittlerweile abgelösten Slogan "Auto Emocion" die ganze Zeit beschworen haben. Vor allem, wenn man mit dem stärksten Benziner mit 180 PS unterwegs ist.
Video: A3, Golf, Octavia, Leon
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Durch einen engen Ausschnitt zwischen Sitz und Türrahmen geht's mühsam in die zweite Reihe.
Bild: Werk
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