Skoda Rapid: Kaufberatung
Gesucht: der beste Rapid

Skoda hat aus dem Konzernbaukasten ein neues Modell gestrickt. Viel Platz für vier und ein riesiger Kofferraum stempeln den Rapid zum preisgünstigen Rivalen von VW Golf, Seat Leon und Skoda Octavia. Die Kaufberatung.
Skoda Rapid – da poppen im Kopf interessante Bilder aus den 1980er-Jahren auf. Ein Autochen tschechoslowakischer Produktion mit längs im Heck montiertem Vierzylinder-Reihenmotor und zur Seite öffnender Kofferraumhaube (also vorn). Googeln Sie das mal nach, Sie werden staunen. Mit einem Rapid 130/135/136 sind Sie heute der unangefochtene Star eines jeden Youngtimer-Treffens, fürchten müssten Sie da allenfalls die Konkurrenz eines Saporoshez (aber ja, auch der ist googelnswürdig). Doch der Eiserne Vorhang ist längst Geschichte, und Skoda – 1991 von Volkswagen übernommen – baut heute sehr, sehr vorzeigbare Autos. Die Einsteigermarke des VW-Konzerns hat sich mit ihren preislich scharf kalkulierten und qualitativ hochwertigen Fahrzeugen hierzulande längst einen treuen Kundenstamm erworben, dem Pragmatik mehr gilt als Prestige. Den wiederbelebten Namen Rapid trägt nun ein Kompaktklässler, dessen Technik aus dem VW-Baukasten – vornehmlich vom Polo – stammt. Ende 2012 lief im tschechischen Mladá Boleslav die Stufenheck-Limousine vom Stapel, im Oktober 2013 reichte Skoda die unter der Zusatzbezeichnung Spaceback firmierende Schrägheckvariante nach. Hohe Zeit also für uns, die endgültige Kaufberatung abzuliefern.
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Auch mit Stufe lässt sich der Rapid leicht beladen
Video: Skoda Rapid
Erste Fahrt im Rapid
Fahrdynamisch gibt es am Rapid nichts auszusetzen

Kurven sind im Rapid nur eine Frage der Neigung – sicher bleibt er dabei immer.
Bild: Ronald Sassen
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Motoren: 105 PS sollten es schon sein
Das Motorenangebot ist übersichtlich: ein Saugbenziner, der nur in der Limousine erhältlich ist, Turbobenziner mit 1,2 und 1,4 Liter Hubraum sowie ein 1,6-Liter-Diesel in zwei Leistungsstufen. Einzig für den 90-PS-Diesel ist optional ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe erhältlich; das Topmodell 1.4 TSI bringt es serienmäßig mit. Wollen doch mal sehen, ob sich aus diesen wenigen Zutaten ein schmackhaftes Menü zaubern lässt ...
1.2 (75 PS): 112 Nm, verfügbar erst ab 3750 Umdrehungen pro Minute. Das hört sich mager an und ist es auch. Der Dreizylinder-Saugmotor, der im Spaceback nicht angeboten wird, muss mit mindestens 1,1 Tonnen klarkommen – was für eine gestandene 4,50-Meter-Limousine übrigens vorbildlich wenig ist. Die in der Praxis so wichtige Durchzugskraft spürt man nur sehr verhalten, Überholmanöver wollen mit Weitblick geplant werden. Für diesen Motor spricht in erster Linie der niedrige Einstiegspreis, in den Unterhaltskosten sind dagegen andere Versionen günstiger.
1.2 (75 PS): 112 Nm, verfügbar erst ab 3750 Umdrehungen pro Minute. Das hört sich mager an und ist es auch. Der Dreizylinder-Saugmotor, der im Spaceback nicht angeboten wird, muss mit mindestens 1,1 Tonnen klarkommen – was für eine gestandene 4,50-Meter-Limousine übrigens vorbildlich wenig ist. Die in der Praxis so wichtige Durchzugskraft spürt man nur sehr verhalten, Überholmanöver wollen mit Weitblick geplant werden. Für diesen Motor spricht in erster Linie der niedrige Einstiegspreis, in den Unterhaltskosten sind dagegen andere Versionen günstiger.
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Der 86 PS starke 1.2 TSI erweist sich als kompetenter Partner für Stadt und Land. Doch auf der linken Autobahnspur geht ihm die Puste aus.
Bild: Ronald Sassen
1.4 TSI (122 PS): Einen Schnittverbrauch von 13,1 Litern wies der Bordcomputer nach einer flotten Autobahnetappe mit dem 1.4 TSI aus. Das dürfte der Maximalverbrauch sein, bei normaler Fahrweise werden Sie mit rund sieben Litern auskommen. Das Phänomen der überproportionalen Volllastverbräuche von Turbobenzinern ist übrigens ein typisch deutsches – auf tempolimitierten Autobahnen tritt es nicht auf. 200 Nm und 122 PS bewegen den Rapid fast schon sportlich, das serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe schaltet aufmerksam und flott. Dennoch würden wir uns eine handgeschaltete Version wünschen, deren Basispreis noch unter der 20.000-Euro-Schwelle läge.1.6 TDI (90 PS): Durchzugskraft ist seine Stärke: Immerhin 230 Newtonmeter ziehen ab 1500 Touren im Vorderwagen, niedertouriges Schnüren im großen Gang ist Balsam für die Nerven. Aber: Muss ein 1,6-Liter-Diesel im Jahr 2014 wirklich so laut sein? Die unschönen Verbrennungsgeräusche sind omnipräsent und werden erst bei höherem Autobahntempo von Windgeräuschen überlagert. Dass Skoda bei den Selbstzündern auf eine obere Kunststoffabdeckung verzichtet, mag einen Teil zu den lästigen Geräuschemissionen beitragen. Ansonsten gilt: Der Vierzylinder ist ein braver, ausreichend temperamentvoller Ölbrenner mit einem Alltagsverbrauch von rund fünf Litern.
1.6 TDI Green Line (90 PS): Zusätzlich zu den Spritsparmaßnahmen des Green tec-Pakets (Stopp-Start, intelligente Lichtmaschine) verfügt das Green-Line-Modell über eine optimierte Aerodynamik und Leichtlaufreifen. Aber: Wichtige Optionen wie Xenonlicht, Tempomat oder Navigation sind hier nicht erhältlich. Damit rieselt er durch unser Empfehlungssieb.
1.6 TDI (105 PS): Auch die 105-PS-Version schont die Ohren nicht. Ihre Fahrleistungen sind jedoch spürbarbesser als die des 90-PS-Modells, der Verbrauch hingegen ist identisch. Daher: empfehlenswert!
Ausstattung: Der Luxus im Kleinen

Hartes Plastik dominiert das Cockpit, die Verarbeitung ist einwandfrei. Da es kaum Assistenzsysteme gibt, ist die Anzahl der zu beherrschenden Tasten gering.
Bild: Ronald Sassen
Topausstattung Elegance mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis
Besser sieht's bei der mittleren Ausstattung Ambition aus: Hier steht einem die ganze Welt der Skoda-Extras bis zum Panorama-Glasdach zu 640 Euro offen. Serienmäßig fährt hier schon allerhand Sinnvolles mit: manuelle Klimaanlage, Bordcomputer, hintere Parksensoren, Tempomat, Nebelscheinwerfer, Lederlenkrad, Fensterheber hinten. Wir rollen derzeit aber noch immer auf 15-Zoll-Stahlrädern. Nichts gegen die stabilen, uneitlen Stahlfelgen, die 185er-Bereifung ist unseres Erachtens für ein ausgewachsenes Auto aber zu schmal. Also die 16-Zoll-Leichtmetaller mit 215er-Reifen für 640 Euro buchen? Kann man machen; wer stattdessen aber gleich 1740 Euro investiert und zur Toplinie Elegance greift, erhält neben den 16-Zoll-Alus auch Klimaautomatik, beheizbare Vordersitze samt Mittelarmlehne, Abbiegelicht, Multifunktions-Lederlenkrad, einen höheneinstellbaren Beifahrersitz und, jawoll, Fußmatten. Zudem gibt's einen Bonus auf die Xenonscheinwerfer, die wir ohnehin bestellen würden: Sie kosten für Elegance nur 480 Euro Aufpreis statt 600 Euro bei Ambition. Unterm Strich ist die Topausstattung Elegance also der beste Kauf, offen bleiben da nur noch drei Wünsche: Das erwähnte Xenonlicht, das Navigationssystem inklusive digitalem Radioempfang DAB (990 Euro) sowie, ganz wichtig, das Reserverad zu 95 Euro. Denn das serienmäßige Pannenspray samt Kompressor hilft nur bei kleinen Beschädigungen des Reifens, nicht aber bei einer aufgeschlitzten Flanke. Und wann bekommt man einen Platten? Richtig: nachts, im Regen, auf dem Land, dort, wo man sich nur selbst helfen kann.
Weitere Infos zum Skoda Rapid sowie unsere konkreten Kaufempfehlungen finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.
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