Test Audi A5/S5
Fährt, wie er aussieht: Echt scharf!

- Tomas Hirschberger
Wenn in 100 Jahren Kollegen der interplanetaren AUTO BILD-Familie über Design-Ikonen philosophieren, könnte ein Auto aus dem Frühjahr 2007 ins Gespräch kommen. Nach zwölf Jahren Pause bringt Audi im Juni wieder ein Mittelklasse-Coupé: den A5. Kein viertüriges Mogel-Mode-Coupé, sondern ein klassischer Gran Turismo, von dem schon jetzt alle Welt schwärmt, als hätte Audi den Flügeltürer neu erfunden. Das haben sie nicht. Aber sie haben einen Zweitürer gebaut, der blendend aussieht. Auch und gerade live auf der Straße. Man mag ihm vielleicht vorwerfen, er komme etwas zu harmonisch daher, ihm fehlten Ecken und Kanten, an denen man sich reiben könnte.
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Doch wirkten nicht viele große Würfe von einem Pininfarina oder eben von A5-Schöpfer Walter de Silva zunächst unspektakulär, reiften dann aber wie ein guter Wein über die Jahre und wurden mit der Zeit ebenso bewundert wie begehrt? Nein, der A5 hat Klasse. Es ist gerade diese Linie der schlichten Eleganz, die ihm Persönlichkeit gibt. Breite Spur, große Räder, langer Radstand. Keine Sicke zu viel, Designer de Silva ist halt ein Meister in der Beschränkung. Den Job des Besonderen übernehmen die aggressiven Scheinwerfer mit ihrer gleißend hellen LED-Tagfahrlichtleiste. Sie geben dem Audi-Gesicht was Böses. Was auch auffällt: Der A5 ist ein richtig großes Auto. Mit 4,63 Metern nur einen halben Zentimeter länger als das BMW 3er-Coupé, wirkt er deutlich stattlicher.
Vieles aus dem Innenraum wird der A4 übernehmen

Leckere Pralinen, mit denen sich der Naschkasten A5 preislich in schwindelnde Höhen treiben lässt. Hinten im A5 haben größere Kerls nicht wirklich Spaß. Angesichts der Länge und des Radstands enttäuschend. Die Beinfreiheit ist noch ganz okay, aber spätestens ab 1,75 Meter fällt dir das Dach auf den Kopf. Zum GT-Gedanken passt immerhin, dass ganz hinten ein Kofferraum mit üppigen 455 Litern den Zweitürer zu einem passablen Reisemobil macht. Zudem sind die Rücksitzlehnen geteilt umklappbar, fernentriegelbar vom Gepäckraum aus. Steht aber auch alles im Prospekt. Was nicht drinsteht, ist, wie sich der schönste Fünfer fährt. Und gerade hier hat Audi ja mächtig auf den Busch geklopft. Mit einem völlig neuen Antriebskonzept, das wir künftig bei allen Audi mit Längsmotor finden, soll der A5 Maßstäbe in Sachen Fahrdynamik verrücken. Frei übersetzt: BMW kann einpacken.

Die Fahrfreude wohnt nun auch in Ingolstadt


Fazit von AUTO BILD-Redakteur Tomas Hirschberger
Coupé-Comeback nach zwölf Jahren – und was für eins. Audi wird langsam unheimlich. Das Design des A5 ist ein Statement, die Qualität auf absolutem Topniveau – und jetzt greifen die Ingolstädter BMW auch noch ungeniert in deren ureigener Domäne an: der Fahrfreude. Sollte der kommende A4 ähnlich dynamisch auftrumpfen – und daran zweifle ich nicht –, brennt in München die Luft.
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