Test Ferrari California
California dreaming

Neuauflage des alten Hits von den Mamas und Papas: Dieser Traumwagen hört auf den Namen California und hat Talente wie kein anderer Ferrari zuvor. AUTO BILD stellt den Neuen vor.
- Joachim Staat
Jeder neue Ferrari muss seine Neuheiten, seine Weltpremieren haben, da macht der California keine Ausnahme: Er ist der erste Ferrari mit einem V8 vorn unter der Haube, erstmals mit Direkteinspritzung, Erster mit Doppelkupplung, Erster mit einem faltbaren Hardtop. Doch die stille Revolution findet im Dunkeln statt. Tief im Kofferraum wartet ein kleiner Hebel, der die Rücksitzlehnen umlegt und eine Durchreiche nach innen freigibt. Ein Ferrari mit Ladeluke – willkommen im Alltag, California. Ob Enzo Ferrari sich schon wieder im Grab umdreht? "Wir bieten einen Ferrari mit bisher unerreichter Vielseitigkeit", betont Marketing-Chef Massimo Fumarola bei unserem Treffen in Maranello. Auf die knappen Rücksitze passen immerhin Kinder, der Kofferraum fasst angeblich zwei Golfbags. Sacra, Signore Fumarola, wer will das wissen? "Viele Kunden, denen ein F430 bislang zu sportlich extrem war."
Der California ist wieder ein echter Ferrari geworden

Bild: Ulrich Sonntag
In 14 Sekunden wird aus dem Coupé ein Cabrio

Bild: Ulrich Sonntag
Noch vor den Fahrleistungen (null auf 100 unter vier Sekunden, Spitze 310 km/h) verkündete Ferrari den Verbrauch: 13,2 Liter im Mix (!) klingen nicht gerade nach Toyota Prius, liegen aber deutlich unter den 18,3 Litern, die der gleich große Bruder F430 schluckt. In China soll der California sogar eine Start-Stopp-Automatik bekommen, um dortige Emissionsgrenzen einzuhalten. Nein, richtig tief senkt Ferrari die Einstiegsschwelle ins rote Lager dann doch nicht. Rund 170.000 Euro soll der California kosten, inklusive Launch Control zum Blitzstart und elektromagnetischer Federung wie im 599 GTB. Ab 2. Oktober, wenn der California in Paris enthüllt wird, dürfen die Einstiegs-Ferraristi ordern. Die Auslieferung beginnt im Januar 2009. Dass der Neue der künftige Bestseller wird, kann man derzeit im Werk Maranello sogar hören. Dort entsteht eine neue Montagehalle – eigens für den Ferrari mit den zwei Seelen.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Joachim Staat
Der California ist kein Spar-Ferrari, sondern ein moderner Einsteiger-GT. Komfortabel, vielseitig, im Herzen wieder rot. Nicht so radikal wie ein 430. Deshalb wird er wohl begehrter sein.
Technische Daten: • 2-plus-2-sitziges Coupé-Cabrio • Länge/Breite 4,56/1,90 m • 4,3-Liter-V8, längs hinter der Vorderachse • Hinterradantrieb • Leistung 338 kW (460 PS) • Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe • 0–100 km/h in unter vier Sekunden • Spitze 310 km/h • Carbon-Keramik-Bremsen • Reifen 285/40 R 18 vo., 285/40 R 19 hi. • Verbrauch 13,2 l Super plus • Leergewicht 1625 kg • Kofferraum 260/360 l Preis: circa 170.000 Euro
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