Gemessen an den hektischen Modellzyklen der Neuzeit, ist der Kia Sorento ein Grufti-SUVti. Seit 2002 am Start und mittlerweile schon etwas betulich unterwegs. Bis Oktober 2009 muss er noch durchhalten, dann kommt der Neue. Gerade erst auf der Seoul Motor Show vorgestellt, konnten wir ihn schon fahren. Zwar nur als Vorserienmodell mit kuscheliger Korea-Abstimmung, aber für den ersten Eindruck reicht's. Und der ist gemischt. Positiv: Der Sorento sieht stimmig aus. Modern, mit der neuen Nase, die Chefdesigner Peter Schreyer nach und nach allen Kia verpassen wird.

Zwei Motoren stehen zur Wahl

Kia Sorento
Auf 4,69 Meter hat sich der Sorento gestreckt und ist damit deutlich länger als ein VW Tiguan, Audi Q5 oder BMW X3. Platz gibt's reichlich. Zur Not für bis zu sieben Personen, die hinteren zwei Sitze (Extra) lassen sich zügig in den Kofferraumboden klappen. Beim Fahren schmeichelt sich das Korea-SUV ins Gemüt. Weich in den Federn, rollt es äußerst komfortabel ab. Besonders dynamisch ist das natürlich nicht. In Kurven neigt sich der Sorento beängstigend zur Seite. Unterstützt von der unharmonischen Lenkung, kommt so etwas wie Fahrspaß gar nicht erst auf. Kia verspricht, Abstimmung und Lenkung für Europa noch einmal gründlich zu überarbeiten. Dabei sollten gleich auch einige Billigplastikteile im Innenraum einen höherwertigen Anstrich erhalten. Zum Start rückt der Sorento als Fronttriebler und Allradler an, zwei Motoren stehen zur Wahl: ein 2,2-Liter-Common-Rail-Diesel mit 197 PS und ein 2,4-Liter-Benziner mit 175 PS. Die Liste der Extras liest sich auch nicht anders als bei deutschen Herstellern. Von Navi über Rückfahrkamera bis Keyless-Go ist alles bestellbar. Nur die Preise sprechen eine andere Sprache. Bei rund 25.000 Euro soll es losgehen.
Das gefällt uns Natürlich der Preis: Sieht ganz so aus, als würde der Sorento deutlich günstiger als sein Vorgänger. Nur Mut!
Das fehlt uns Verschiebbare Rücksitze: Die bietet mittlerweile (fast) jeder. Der Sorento hat sie nicht. Gespart am falschen Ende.
Das überrascht uns Die Gegensätze: Technische Features wie bei den ganz Großen, dann wieder Billigplastik wie zu übelsten Kia-Zeiten. Schnellstens nachbessern.

Fazit

von

Tomas Hirschberger
Was der Korea-Tiguan wirklich kann, wird erst die deutsche Abstimmung zeigen. Bis dahin gilt: gefälliges Design, viel Platz, guter Komfort. Aber auch: teilweise billige Materialien und zu schaukelig in schnellen Kurven.

Von

Tomas Hirschberger