Mit dem Neuen zettelte { "alias": "lex", "anchor": "", "bid": "522507", "element": "ir_link", "params": "", "target": "", "text": "Peugeot", "type": "b", "url": "" } eine Revolution an und stürzte den König der Kompakten vom Thron. Das war im September 2001, und damals gewann der nagelneue 307 den ersten Vergleichstest. Gegen den Seriensieger { "alias": "lex", "anchor": "", "bid": "482884", "element": "ir_link", "params": "", "target": "", "text": "VW", "type": "b", "url": "" }. Eine Sensation. Und die möchte der französische Autobauer gern wiederholen. Mit dem 307-Nachfolger 308, der weit vor Markteinführung ein umfassendes Qualitätsprogramm hinter sich hat, um allen Ansprüchen des deutschen Marktes gerecht werden zu können; denn der gilt auch in Frankreich als besonders anspruchsvoll. Um dem neuen Peugeot gründlich auf den Zahn zu fühlen, haben wir hier den VW Golf und vier andere Kompakt-Kollegen zum Vergleich versammelt. Alle bereits mehrfach getestet, aktuell mit sparsamen Dieselmotoren. Schafft der 308, was seinem Vorgänger gelang?

Französische Wohlfühl-Atmosphäre im 308

Dicke Lippe: Am 308-Design scheiden sich die Geister. Markant ist es auf jeden Fall.
Beim Design sind die Meinungen in der Redaktion geteilt. Die einen stören sich an den großen Scheinwerfern. Andere finden die Form einfach nur markant und mutig. Das Cockpit haben die Peugeot-Designer einfallsreich gestaltet. Die weit vorgezogene Scheibe und der flache Armaturenträger sorgen für ein luftiges Raumgefühl, schicke, leider leicht spiegelnde Instrumente und angenehme Kunststoffe verbreiten französische Wohlfühl-Atmosphäre. Mit seinem guten Platzangebot vorn liegt der Peugeot ungefähr auf dem Niveau der ähnlich geräumigen { "alias": "lex", "anchor": "", "bid": "520825", "element": "ir_link", "params": "", "target": "", "text": "Ford", "type": "b", "url": "" }, { "alias": "lex", "anchor": "", "bid": "482626", "element": "ir_link", "params": "", "target": "", "text": "Hyundai", "type": "b", "url": "" } und { "alias": "lex", "anchor": "", "bid": "520873", "element": "ir_link", "params": "", "target": "", "text": "Toyota", "type": "b", "url": "" }. Im { "alias": "lex", "anchor": "", "bid": "221055", "element": "ir_link", "params": "", "target": "", "text": "Opel", "type": "b", "url": "" } ist es etwas enger, der VW hat noch eine Spur mehr Platz, vor allem in der Höhe. Im Fond sieht es nicht mehr ganz so gut aus für den 308. Abgesehen vom hier ähnlich knapp geschnittenen Opel bieten alle anderen deutlich mehr Bewegungsfreiheit, vor allem der Golf, der Auris und besonders der i30. Der 308 ist zwar recht breit, doch Knie- und Kopffreiheit sind vergleichsweise bescheiden. Allerdings war der Test-Peugeot auch mit dem Panorama-Glasdach (beim Sport 410 Euro Aufpreis) ausgestattet – kann sein, dass es ein paar Zentimeter Luft nach oben raubt. Wir werden das prüfen und empfehlen es trotzdem, es schafft eine wunderbar lichtdurchflutete Stimmung.

Der Auris ist der Falt-Meister

Der Kofferraum des Peugeot 308 schluckt 348 Liter, ungefähr so viel wie der Golf (350) und der Auris (354 Liter). In den i30 passen mit 340 Litern etwas weniger. Die Größten sind hier der Focus mit 385 und der Astra mit 380 Litern. Beim 308 lassen sich Rückbank und -lehne geteilt umlegen, ähnlich wie im Ford und im Hyundai. Im Peugeot funktioniert es aber nur dann, wenn die Vordersitze weit nach vorn geschoben sind – unbequem für Fahrer und Beifahrer. Und im Alltag hilft es nicht viel, dass sich die Sitzbank auch ausbauen lässt. Bei Opel und VW braucht man zur Gepäckraumerweiterung nur die Rücksitzlehnen (geteilt) umlegen, das ist bequemer. Am besten kann das alles aber der Toyota: Mit einem einzigen Griff falten sich Rückbank und -lehne zusammen. So neu und modern das Design des 308 auch ist, das Fahrwerk – mit McPherson-Federbeinen vorn und Verbundlenkerachse hinten – übernahm Peugeot vom 307 und überarbeitete es leicht. Die kostengünstige Operation ist gelungen: Der 308 liegt straff und schluckt gröbere Stöße souverän. Querfugen und ähnliche kleine Unebenheiten bringen allerdings Unruhe ins Auto.
Unseren Test-Parcours meistert der 308 sicher, das ESP reagiert schnell und aufmerksam. Übertrieben dynamisch fährt er aber nicht, das verhindert schon die diffuse Lenkung. Die spricht zwar erst mal zackig an, wird danach aber unpräzise und verhärtet zudem bei schnellen Richtungswechseln. Der kräftige 1,6-Liter-Diesel des Peugeot steht mit seinen 109 PS gut im Futter, muss aber vor allem Opel und Toyota beim Sprint ziehen lassen. Er läuft HDi-typisch recht geschmeidig, doch der Toyota kann das noch besser. Dessen ausgeschlafener Zweiliter mit 126 PS überzeugt durchweg. Er dreht bemerkenswert weich und rund, hat viel Temperament und eine angenehm gleichmäßige Kraftentfaltung. Der Toyota gefällt außerdem mit schluckfreudiger Federung – da kommt in diesem Vergleich keiner ran. Der Auris fährt sich – ähnlich wie der Hyundai – aber nicht ganz so agil und handlich wie die anderen. Auch daran hat die synthetisch wirkende und verzögert reagierende Lenkung ihren Anteil.

Wer es gerne sportlich mag, liegt beim Focus richtig

Wie man ihn kennt: Der Focus gibt den Chef-Dynamiker.
Vor allem Ford und VW schätzen auch eine energischere Gangart. Der Focus – der Anfang nächsten Jahres neu kommt – wird seinem Ruf als Chefdynamiker der Kompaktklasse mühelos gerecht. Wer es gern sportlich-direkt mag, ohne zu übertreiben, liegt beim Ford auf alle Fälle richtig. So agil und griffig geht sonst keiner hier um die Ecken. Straffe Abstimmung, präzise Lenkung und Schaltung – da passt alles. Angetrieben wird der Focus vom gleichen munteren 1,6-Liter-Motor wie der Peugeot, mit 109 PS und ähnlichem Ergebnis. Nicht ganz so laufruhig wie der Toyota, aber mit energischem Antritt. Ob wir später mal dem 1,9-Liter-TDI von VW mit Pumpe-Düse-Einspritzung ein Träne nachweinen werden? Es werden wohl nur sentimentale Typen sein, die so etwas tun, und die werden sich dann bestimmt gern an das ungestüme Temperament des Aggregats erinnern. Alle anderen werden diesen TDI wohl als rappelig und unharmonisch in Erinnerung behalten. Auf einem anderen Gebiet macht dem VW aber kaum jemandem etwas vor: Er liegt satt und harmonisch, sauber ausbalanciert zwischen straffer Handlichkeit und hohem Komfort. Auch eine so präzise und gefühlvoll ansprechende Lenkung gibt es – außer beim Ford – sonst nirgendwo.

Im Astra grüßt ein alter Bekannter: das Turboloch

Hat der Lader Druck aufgebaut, geht's im Astra ordentlich nach vorn.
Da kann auch der Opel nicht ganz mithalten. Der Astra ist angenehm alltagstauglich abgestimmt: weder gnadenlos hart, noch übertrieben schaukelig. Gerade im direkten Vergleich fehlt ihm aber die ausgeprägte Handlichkeit des Focus oder Golf. Sein 1,7-Liter mit 125 PS verblüfft mit dem guten alten Turboloch – das hielten wir inzwischen für längst ausgestorben. Im Astra braucht es immer eine quälende Sekunde, bis der Turbo zubeißt. Besonders nach Gangwechseln des etwas unglücklich abgestimmten Getriebes fehlt es dem Diesel spürbar an Drehmoment. Hat der Lader dann aber Druck aufgebaut, geht die Post ab. Dann dreht der CDTI wild und ungestüm, erreicht zusammen mit dem Toyota Bestwerte beim Sprint.
Der 1,6-Liter-Diesel im Hyundai läuft im Vergleich recht rau und hart, trotzdem aber erstaunlich leise. Mit seinen 116 PS tritt er kräftig an und dreht bis zu mittleren Touren flott, bei höheren Drehzahlen aber eher zäh. In den (zu) lang übersetzten oberen Gängen wirkt er deshalb wie zugeschnürt. Der steifbeinig federnde Korea-Golf fährt auf der sicheren Seite – allerdings erreichen weder die kratzige Schaltung noch die gefühllose und zum Verhärten neigende Lenkung das Niveau der Klassenbesten. Die fünf Dieselmotoren erweisen sich durchweg als sparsam: Mit nur 5,8 Litern begnügen sich VW und Hyundai. Peugeot (5,9 Liter) und Ford (6,0 Liter) brauchen nicht viel mehr. Auch Opel mit 6,3 Litern und Toyota mit 6,4 Litern bleiben angesichts der gebotenen Fahrleistungen noch im Rahmen. Der Auris ist in diesem Vergleich mit 19.750 Euro der Günstigste. Der gut ausgestattete Hyundai i30 Comfort folgt mit 20.090 Euro knapp dahinter. Der Fairness halber im Preis enthalten: 700 Euro für die 16-Zoll-Räder, mit denen der Testwagen ausgestattet war.
Nächster ist der Ford Focus Style mit 21.675 Euro, knapp vor dem - wie immer spärlich ausgerüsteten - VW Golf Trendline für 21.910 Euro (inklusive 860 Euro für die nicht serienmäßigen 16-Zöller). Als Einziger hat der VW nicht mal ein Radio und wie der Toyota auch keine Klimaanlage ohne Aufpreis an Bord. Auch beim Peugeot 308 Sport kommen 300 Euro für die 17-Zöller hinzu, das macht 22.050 Euro. Teuerster ist, Überraschung, der Opel Astra in Ausstattung Catch Me Now für 22.600 Euro. Am Ende bleibt diesmal eine französische Revolution aus. Es gewinnt der Toyota. Und das ist keine Überraschung mehr.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke

Den Erfolg des 307 kann der 308 nicht wiederholen. Dabei ist er kein schlechtes Auto, aber eines ohne herausragende Stärken. Und in einem so starken Feld reicht Durchschnitt eben nicht. Der Toyota Auris siegt wegen des besseren Diesels vor dem Golf, Dritter wird der Ford Focus vor dem Opel Astra. Praktisch gleichauf liegt der Hyundai – eine bessere Platzierung verhindert sein nicht ganz harmonischer Motor. Sensationell: Die günstigen Leasingraten des Auris.