Wir Deutschen sind – siehe Tesla und E-Autos – leider oft nicht die ersten, aber dann holen wir mächtig auf. So ist es bei der E-Mobilität, so war es bei den elektrischen Fensterhebern, die es in den USA schon seit den 40er Jahren gab, bei uns zuerst ab 1956 bei BMW. Und so läuft es auch beim Automatikgetriebe: General Motors brachte als erster Autohersteller der Welt die vollautomatische Hydra-Matic bereits 1940 in Serie. Bei uns galt jahrzehntelang: Automatik ist was für Leute, die kein Auto fahren können, außerdem verbraucht sie viel mehr.

Passat und Tiguan ab 2023 nur noch mit Automatik

VW Tiguan 3
Der nächste Tiguan kommt nur noch mit Automatik – genau wie der kommende Passat.
Bild: Larson
Das stimmte auch, zumindest das mit dem Verbrauch, inzwischen ist es  – sorry – Schnee von gestern: Automatik-Autos verbrauchen weniger als Autos mit Handschalter, die Elektronik schaltet heute effektiver als der Mensch. In Pkw von VW soll es in Zukunft keine Modelle mit Schaltgetriebe mehr geben. Das berichtet "Auto, Motor und Sport", und es trifft nach BamS-Informationen auf den Tiguan-Nachfolger (ab 2023) und den neuen Passat (ab 2023) zu. Alle anderen VW wird es noch lange mit Handschalter geben. Dennoch: Ab etwa 2030 sagt VW auf den großen Märkten China, USA und Europa durch den Wechsel zu E-Autos dem Schaltknüppel Adieu. Die Entscheidung folgt einem Trend: Schon heute gibt es die großen SUVs von Mercedes, Audi und BMW nicht mehr mit Handschaltung.

Elektroautos brauchen kein Getriebe mehr

Porsche Taycan Cross Turismo
Sonderweg: Der Porsche Taycan setzt trotz seines Elektroantriebs noch auf ein Mehrgang-Getriebe.
Bild: Porsche AG
Und Elektroautos haben bis auf den Porsche Taycan keine Mehrgang-Getriebe mehr. Sie brauchen sie schlicht nicht, die Drehzahl ist immer vorhanden. Immer mehr Fahrschulen steigen ebenfalls auf Automatikautos um, Zusatzstunden erlauben den Fahrschülern, später auch Handschalter zu fahren: Der bisher nötige Eintrag im Führerschein "nur Automatik" entfällt deshalb seit April 2021. Bereits in den vergangenen Jahren ist der Marktanteil der Automatikgetriebe – so schreibt die "Automobilwoche" – gewachsen: Zum einen seien diese, vor allem aufgrund der Umstellung von der klassischen Wandler-Automatik auf die Direktschaltgetriebe, immer sparsamer, sportlicher und komfortabler geworden. Moderne Automatik-Getriebe verfügen inzwischen über neun Stufen, bei Ford sogar zehn. Zum anderen sind zahlreiche Assistenzsysteme wie etwa Staupiloten mit Handschaltgetrieben schlicht nicht möglich.
Von aktuell 5838 angebotenen Automodellen in Deutschland sind nach Angaben des Marktbeobachters Jato Dynamics schon heute nur noch 1870 mit Schaltgetriebe zu haben. Es werden künftig noch weniger ...