Dieses Auto verbraucht weder Benzin noch Diesel, der kleine Akku dient nur als Puffer. Stattdessen benötigt der Toyota Mirai Wasserstoff. WASSERSTOFF! Das Zeug, das mich schon im Chemieunterricht faszinierte. Und vor dem ich, ganz im Vertrauen, immer etwas Schiss hatte, die erste Knallgasexplosion im Chemielabor vergesse ich nie.
Toyota Mirai Advanced Head-up-Display 360°Kamera, Navi
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3.400 km
134 KW (182 PS)
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3.000 km
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Toyota Mirai Basis
18.600
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22.783 km
134 KW (182 PS)
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Toyota Mirai Luxury
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83.700 km
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29.900 km
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30.051 km
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9.000 km
134 KW (182 PS)
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Toyota Mirai Executive
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Rechtliche Anmerkungen
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Nun sitze ich angstfrei im Toyota Mirai (die drei Tanks stecken sicher unter dem Auto) und grinse mir eins. Denn um mich herum blasen die allermeisten Autos CO2 raus, pro Liter verbrauchten Benzins 2,37 kg, pro Liter Diesel 2,65 kg. Und das Wasserstoffauto Mirai? Genau, gar nichts.
Bild: AUTO BILD / Matthias Brügge
Dieses Auto kann man nicht losgelöst von seinem Antrieb bewerten. Reden wir darüber. Zum Citroën 2CV, der Ente, gehört der schnatterige Motor, zum Ur-Elfer das Röhren des Sechszylinder-Boxers. Beide sind zu Recht beliebt, nur stoßen sie eben CO2 aus.

Wasserstoff oxidiert zu Wasserdampf

Ich will die Verbrenner nicht verteufeln, das liegt mir fern, doch das emissionsfreie Fahren fasziniert mich. Klar, ich weiß, dass die 105 H2-Tankstellen in Deutschland von der EU gefördert werden und dass der bei ihnen gebunkerte Wasserstoff in der Regel nicht grün ist, sondern mithilfe fossiler Energie gewonnen wurde. Doch dafür kann das Auto nichts, es ist ein Problem der Ladeinfrastruktur, und die wird laufend besser und hoffentlich auch grüner.
H2-Tanken mit minus 40 Grad
Minus 40 Grad Celsius hat H2 beim Tanken, da überfriert die Zapfpistole. Handschuhe tun gut!
Bild: AUTO BILD / Matthias Brügge
Zunächst erfüllt der Mirai für mich den Traum vom schadstofffreien Autofahren. Und das fühlt sich super an. Er ist im Grunde genommen ein E-Auto, aber ohne dessen Nachteile. Das Tanken von Wasserstoff dauert so um die drei Minuten, an die spezielle Zapfpistole mit der katzenschwanzdünnen Leitung gewöhnt man sich schnell. Die unter der vorderen Haube sitzende Brennstoffzelle erwärmt sich beim Umwandeln des Wasserstoffs in Strom (für Chemie-Interessierte: eine umgekehrte Elektrolyse) ordentlich, die Abwärme ersetzt im Winter die Heizung des Innenraums.

Wie die Brennstoffzelle den Innenraum aufheizt

Damit entfällt das bei E-Autos auf Langstreckenfahrten meist nötige Frieren zugunsten einer höheren Reichweite. Alles zusammen ist der Mirai für mich nichts weniger als der König der E-Autos. Im Sommer könnte die Abwärme den Einsatz der Klimaanlage erfordern, doch so weit ist es noch nicht.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Baujahr
seit 2020
Antrieb
Polymer-Elektrolyt-Brennstoffzelle + E-Motor an Hinterachse
Batterie
Lithium-Ionen
max. Leistung
134 kW (182 PS)
max. Drehmoment
300 Nm
Schaltung
Automatik
0–100 km/h
9,0 s
Vmax
175 km/h
Preis
ab 66.900 Euro
Nun aber das Tollste: Der Hightech-Antrieb arbeitet völlig unspektakulär. Ein wenig gurgelt und zischt es, ansonsten fährt sich das 2,1-Tonnen-Trumm so einfach wie jedes x-beliebige E-Auto. Also den Kraft-Knubbel im Cockpit auf "D" stellen, und los geht's. Mit Wucht, die maximal 182 PS Antriebskraft erinnern mich an die einst epische Antwort von Rolls-Royce auf die Frage, wie viel Leistung der Motor denn habe: "Ausreichend!"
Die Brennstoffzelle des Toyota Mirai
Unter der Fronthaube sitzt die recht kompakte Brennstoffzelle, das Hightech-Herz des Wasserstoffautos.
Bild: AUTO BILD / Matthias Brügge

Eine Wasserstoff-Füllung reicht für 500 km

Kraftvolles Gleiten ist die Königsdisziplin des blauen Japaners, die Farbe des Testwagens heißt nicht ohne Grund "Force Blue". Bei maximal Tempo 120 bleibt der H2-Verbrauch mäßig und die Reichweite nahe 500 km. Doch auch bei Autobahntempo 150 überzeugt das Wasserstoffmobil. Ich teste das nur kurz, mein Verbrauch soll im Schnitt die Menge von 0,9 kg H2/100 km nicht übersteigen.
Toyota Mirai Cockpit
Wer das Strompedal sanft streichelt, kommt mit 5,5 kg Wasserstoff 500 km weit.
Bild: AUTO BILD / Matthias Brügge
Sie merken, dieses Auto ist keine Power-Karre, aus der der Mensch am Steuer mit pochendem Herzen aussteigt. Es ist stattdessen autogewordene Zukunft, pure Vernunft fürs gute Gewissen. Ist es nicht genau das, was wir uns alle im Herzen wünschen?
Der Toyota Mirai verkörpert für mich wie kein anderes Auto eine umweltverträgliche Mobilität nach Ende der Verbrenner-Ära, bläst anstelle von Abgas nur harmlosen Wasserdampf raus. Lieber Chef, ich brauch mehr Geld, ich will einen Mirai!