Neuer Prius kostet über 45.000 Euro

1997 kam in Japan der erste Toyota Prius auf den Markt – und wurde in vier Generationen weltweit über 20 Millionen Mal verkauft. 25 Jahre später zeigt Toyota die fünfte Generation des Hybrid-Urvaters. Die wird in Deutschland ab Sommer 2023 zu haben sein – und kommt nur noch als Plug-in-Hybrid!
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Der Basispreis für die Hybrid-Ikone liegt bei 45.290 Euro, in der Ausstattung "Executive" werden mindestens 47.190 Euro fällig. Die Top-Ausstattung "Advanced" schlägt mit mindestens 52.690 Euro zu Buche.
● Fünfte Generation des Prius
● In Deutschland nur noch als Plug-in-Hybrid
● Zweiliter-Benziner plus Elektromotor
223 PS Systemleistung
● Basiert auf der GA-C Plattform
● Marktstart Deutschland im Sommer 2023
• Basispreis ab 45.290 Euro

Als der Toyota Prius debütierte, war er das erste Hybridfahrzeug, das in Großserie produziert wurde. Ab 2000 wurde ein überarbeiteter Prius auch außerhalb von Japan angeboten. Der Durchbruch gelang Toyota jedoch mit der ab 2003 erhältlichen zweiten Generation (NHW20), die auch heute noch häufig im Straßenverkehr anzutreffen ist. Es folgten Prius Nr. 3 und 4, die beide zusätzlich zum Vollhybrid auch als Plug-in-Hybrid zu haben waren.
Toyota Prius Plug in Hybrid
Das Design des neuen Toyota Prius ist gelungen. Am Heck trägt der Plug-in-Hybrid ein durchgängiges Leuchtenband.
Bild: Toyota

In den vergangenen Jahren wurde die Konkurrenz, egal ob Hybrid- oder Elektroautos, jedoch immer größer. Das hatte zur Folge, dass Toyota den Prius Hybrid in Deutschland schon seit Sommer 2020 nicht mehr anbot und auch den Prius Plug-in-Hybrid im Sommer 2022 aus dem Programm strich. Jetzt will Toyota mit der fünften Generation wieder angreifen.

Alles neu beim Toyota Prius

Auch Prius Nummer fünf ist wieder eine Fließhecklimousine mit der für den Japaner typischen Keilform. Der neue Prius kommt aber deutlich sportlicher daher als seine Vorgänger. Die Windschutzscheibe steht sehr flach, die aerodynamisch gestaltete Silhouette dürfte für eine nochmals verbesserte Effizienz sorgen.
Die markante Front mit den C-förmigen Scheinwerfern beschreiben die Japaner als "Hammerhai-Design", am Heck trägt der neue Prius ein durchgängiges Leuchtenband. Das Dach ist schwarz abgesetzt, wodurch der Prius sportlicher und flacher wirkt.
Der Prius-Schriftzug zieht sich jetzt über die gesamte Breite der Heckklappe. Auffällig: Der Prius verzichtet auf versenkte Türgriffe wie beim neuen C-HR. Stattdessen gibt es konventionelle Türöffner vorne und versteckte Griffe unterm Dach für die hinteren Türen.
Toyota Prius PHEV
Die aerodynamisch gestaltete Silhouette dürfte für eine nochmals verbesserte Effizienz sorgen.
Bild: Toyota

Mit 1,42 Metern ist der neue Prius ganze fünf Zentimeter flacher als der Vorgänger, was ihn sportlicher dastehen lässt. In der Länge sind es 4,6 Zentimeter weniger als bisher (jetzt 4,60 Meter), was aber wegen des um fünf Zentimeter gewachsenen Radstands (jetzt 2,75 Meter) gar nicht so stark auffällt.
Um die Radhäuser trägt der Prius schwarz glänzende Plastikverkleidungen, was die ohnehin schon großen 19-Zoll-Räder noch mal größer wirken lässt. Die hinteren Türgriffe sind vor der C-Säule versteckt.

Abmessungen des neuen Prius

Länge: 4,60 Meter (minus 46 Millimeter)
Breite: 1,78 Meter (plus 22 Millimeter)
Höhe: 1,42 Meter (minus 50 Millimeter)
Radstand: 2,75 Meter (plus 50 Millimeter)

Prius nur noch als Plug-in-Hybrid

In Deutschland wird der neue Prius ausschließlich als Plug-in-Hybrid angeboten, einen Vollhybrid wird es nicht mehr geben. Dieser Schritt kommt wenig überraschend, schließlich nahm Toyota das Vorgängermodell als Vollhybrid bei uns bereits 2020 vom Markt.
Überraschend ist hingegen die Leistungsausbeute. Während Prius Nr. 4 als Plug-in-Hybrid maximal 122 PS leistete, verdoppelt sich die Leistung beim neuen Prius fast. Ein Zweiliter-Benziner mit 151 PS und ein 120 kW (163 PS) starker Elektromotor sorgen für eine Systemleistung von 223 PS. 
Toyota Prius PHEV
Der Innenraum des Prius ist unaufgeregt, aber klar designt. Das Digitalcockpit wirkt durch die Position fast wie ein Head-up-Display.
Bild: Toyota

Wie es sich für einen Plug-in-Hybrid gehört, muss auch die rein elektrische Reichweite stimmen. Dank einer größeren Batterie (13,6 kWh) soll der Prius bis zu 86 Kilometer weit kommen, bevor sich der Verbrenner zuschaltet. Im Stadtverkehr soll die rein elektrische Reichweite sogar 111 Kilometer betragen.
In der Topausstattung "Advanced" (ab 52.690 Euro) kommt der Prius mit einem Solardach, das bis zu 185 Watt leistet und erstmals direkt die Fahrbatterie laden kann. Toyota gibt an, dass der Solarstrom unter optimalen Bedingungen gute 70 Kilometer in der Woche bringen soll.

Aufgeräumtes Cockpit im neuen Prius

Das Prius-Cockpit ist aufgeräumt und klar designt. Für die wichtigsten Fahrinformationen befindet sich ein sieben Zoll großer Bildschirm hinter dem Lenkrad, der aufgrund seiner Distanz zum Volant fast wie ein Head-up-Display wirkt. In der Mittelkonsole gibt es einen deutlich größeren 12,3-Zoll-Touchscreen, darunter eine Bedieneinheit für die Klimaanlage. Schön: Toyota verzichtet nicht vollständig auf Knöpfe.

Die Mittelkonsole bietet viele Ablagemöglichkeiten für Smartphones und Getränke, USB-C-Ladebuchsen für die Verbindung und zum Laden des Mobiltelefons sind ebenfalls vorhanden – vorne wie hinten.
Toyota Prius Plug in Hybrid
Für den ungestörten Blick nach hinten sorgt eine Kamera in der Heckklappe, die das Bild im Innenspiegel abbildet.
Bild: Toyota

Auch die Materialqualität mit großen Soft-Touch-Flächen stimmt, die Sitze sind bequem. In Reihe zwei macht sich aber die coupéhafte, flache Dachlinie bemerkbar, hier büßt der Prius etwas an Kopffreiheit ein. Dafür wirkt sich der längere Radstand durchaus positiv auf langbeinige Passagiere aus. Manko: Der 284 Liter fassende Kofferraum bleibt klein – trotz 33 Liter mehr Volumen.

Prius fährt überraschend präzise (Update!)

Mit der neuen Generation verliert der Prius das biedere Image des Knauserers, dem jede Fahrfreude fremd ist. Grund dafür ist zum einen der neue Antriebsstrang, der mit 223 PS Systemleistung bei voller Leistungsabfrage mit dem 1680 Kilo schweren Kompakten relativ leichtes Spiel hat.
E-Motor (120 kW/163 PS) und Verbrenner (2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner, 151 PS) erschrecken sich zwar beim Kick-down im ersten Moment, sortieren sich dann aber und pressen den Prius kraftvoll nach vorne. Im Normalbetrieb ist der PHEV-Antrieb unauffällig, das e-CVT-Getriebe gibt sich keine akustische Blöße, die Mehrleistung gegenüber dem Vorgänger wirkt wie eine beruhigende Reserve.
Toyota Prius PHEV
Drei Fahrmodi bietet der Prius: "Eco", "Normal", "Sport" – die Spreizung fällt auf unserer Testfahrt gering aus.
Bild: Toyota
Grund zur Freude sind Lenkung und Fahrwerk, denn der neue Prius sieht nicht nur sportlicher aus als bisher, er fühlt sich auf kurvigen Straßen auch wohler denn je. Lenkbefehle übersetzt der Prius ohne großen Verzug vom kleinen Lenkrad in die gewünschte Kursänderung, und es kommt – überraschend für die Gattung Prius – ein durchaus agiles Fahrgefühl auf.
Sparsam bleibt der Prius dennoch: Auf unserer nicht sonderlich sparsamen Fahrt genehmigte sich der Japaner gute drei Liter Benzin auf 100 Kilometer – meist im Hybridmodus, im Stadtverkehr und mit anfänglich voller Batterie.
Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Toyota. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit