Unu Move (2023): Elektro-Roller im Test, Teil 3
Der Unu Move ist cool, aber leider immer noch teuer
2999 Euro sind für einen Elektroroller nicht viel. Oder doch? AUTO BILD wollte wissen, was passiert, wenn der Unu Move auf eine Vertreterin seiner Zielgruppe trifft: jung, urban und umweltbewusst. Hier kommt das Ergebnis.
Bild: Lars Hänsch-Petersen/AUTO BILD
Der Unu Move muss gerade im Alltagstest bei AUTO BILD zeigen, was er kann. Dennis Petermann und Lars Hänsch-Petersen sind den kleinen Elektro-Berliner schon gefahren und haben aufgeschrieben, wo sie die Stärken und Schwächen des Einstiegs-Rollers sehen.
Kapitel drei des Tests kommt nun aus einem etwas anderen Blickwinkel: Die Redaktion wollte nämlich wissen, was passiert, wenn der Move auf seine direkte Zielgruppe trifft. Erin ist 24, lebt mitten in Hamburg und macht sich Gedanken um ihren persönlichen CO2-Fußabdruck. Sie fährt aber vor allem einen 50er Piaggio Fly Viertakter, kennt sich mit Rollern und ihren Vorteilen und Nachteilen also bestens aus.
Super: Beim Fahren fällt sofort auf, wie leise der Unu ist.
Bild: Lars Hänsch-Petersen/AUTO BILD
Der Unu Move ist schön leise
Die erste Einschätzung kam dann auch gleich nach nur ein paar Metern. "Mir ist noch nie aufgefallen, wie laut ein Verbrenner sein kann. Man muss sich beim Move daran gewöhnen, dass der Motor einem beim Drehen an der Gasrolle kaum akustisches Feedback gibt. Aber das gefällt mir. Mit meinem Roller bin ich bisher noch nicht am (Hamburger) Stadtpark entlanggefahren und habe dabei die Vögel zwitschern gehört."
So hat Tester Dennis Petermann den Unu Move erlebt:
Unu Move (2023): Test - Vorstellung - Elektro-Roller - Akku
So schlägt sich der Elektroroller im Alltagstest
Bild: AUTO BILD
Pluspunkt Nummer zwei: der rutschfeste Bezug der Sitzbank. Bei großer Hitze sei der Kunststoff in Kombination mit kurzen Hosen bestimmt schweißtreibend, vermutet die junge Frau. Aber er gebe einem ein schönes Sicherheitsgefühl. "Wenn man als Passagier mitfährt, hat man nicht den Eindruck, hinten runterzufallen, wenn vorne Gas geben wird. Das werden schreckhafte Naturen lieben."
Am Komfort an Bord des Move gibt es nix zu meckern
Die Bedienung erschloss sich der Testerin völlig intuitiv. Auch die des Kofferraumdeckels. Während vorherige Tester damit gekämpft hatten, dass der Deckel nicht von selbst offen stehen blieb bzw. nicht richtig ins Schloss fiel, gehorchte das Bauteil der jungen Frau auf Anhieb.
Unu Scooter – technische Daten
Move 2kW | Pro 4kW | |
|---|---|---|
Motor | Elektro QS Motors | Elektro Bosch |
Leistung | 3 PS (2 kW) | 5 PS (4 kW) |
Getriebe (serienmäßig) | 1 Modus, 1 Gang | 1 Modus, 1 Gang |
Akkukapazität | 1,81 kWh | 1,78 kWh |
Ladezeit | max. 7 std. | max. 7 std. |
Höchstgeschwindigkeit | 45 km/h | 45 km/h |
Reichweite | 50 km pro Akku, max. 2 Akkus | 50 km pro Akku, max. 2 Akkus |
Preis | 2.999,- € | 3.999,- € |
Die Ergonomie sowie den Sitz- und den Fahrkomfort fand die Studentin tadellos, auch mit Passagier. Bei der Reichweite sah sie keine Probleme.
Die Gasrolle in einer bestimmten Stellung zu halten, kann schwierig sein, vor allem auf schlechten Straßen.
Bild: Lars Hänsch-Petersen/AUTO BILD
Der Unu hat nur kleine Schwächen, kommt aber mit einem Dilemma
Kritik gab es für den Unu Move nur wenig. Der wichtigste Punkt drehte sich um die Gasrolle. Die könnte es einem leichter machen, eine bestimmte Geschwindigkeit unterhalb von Vollgas zu halten, meinte die 24-Jährige.
Nicht davon zu sprechen, dass das Ansprechen der Rolle und die damit verbundenen Lastwechsel den Move auf schlechten Straßen mit Schlaglöchern unnötig nervös machten. "Wenn der Roller eh schon von Schlagloch zu Schlagloch hopst, muss die Gasrolle das nicht schlimmer machen, indem sie zwischen Gas geben und Gas wegnehmen wechselt."
3000 Euro mögen für einen E-Roller nicht viel sein. Aber vergleichbare Verbrenner gibt für noch viel weniger.
Bild: Lars Hänsch-Petersen/AUTO BILD
Die Rechnung geht am Ende nicht auf
Bleibt am Ende nur noch die Frage nach dem Geld. Würde sich die junge Frau einen Unu Move kaufen? Nein, lautet die Antwort. "Ich erkenne an, dass der Move mit seinen dreitausend Euro für einen E-Roller nach aktuellem Stand echt bezahlbar ist. Aber ich bekomme einen gebrauchten Verbrenner für ein paar hundert Euro, und zwar einen echt ordentlichen. Ich bin Studentin. Da muss das Umweltbewusstsein hinter dem Portemonnaie anstehen."
Auch das Argument der auf lange Sicht günstigeren Unterhaltskosten wollte sie nicht gelten lassen. "Ein Versicherungskennzeichen brauche ich hier wie dort. Und bei den überschaubaren Spritkosten, die mein Fahrverhalten produziert, dauert es eine Ewigkeit, bis sich die Investition in den Unu Move amortisieren würde."
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