Verschleißteile im Auto
Alles zum richtigen Zeitpunkt

Bremsen, Batterie, Auspuff, Reifen: Auch das zuverlässigste Auto kommt nicht ohne neue Teile aus. Wer weiß, was wann fällig wird und was es ungefähr kostet, spart Geld – und vermeidet richtig teure Folgeschäden!
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Inhaltsverzeichnis
Kein Auto fährt ewig. Bei guter Pflege und Wartung besitzen Pkw jedoch eine hohe Lebensdauer. In Deutschland sind Gebrauchtwagen mittlerweile im Schnitt über zehn Jahre alt. Einzelne und vor allem stark beanspruchte Bauteile müssen aber früher oder später ausgetauscht werden. So entscheidet zum einen die Fahrweise über den Wechsel von Reifen, Fahrwerk oder Kupplung. Bei anderen Bauteilen, wie etwa dem Zahnriemen, gibt es Intervalle, die eingehalten werden müssen. Ein Überblick über die Erneuerungs- und Wartungsintervalle von Verschleißteilen und Betriebsflüssigkeiten.
Flicken von Löchern lohnt nur, wenn die Auspuffanlage insgesamt noch in einem guten Zustand ist. Bei einem stark vergammelten Abgasstrang besser die betroffenen Bauteile komplett tauschen. Temperaturschwankungen, Nässe und Streusalz setzen dem Auspuff stark zu. Besonders Kurzstrecken sind problematisch, weil Kondenswasser im System bleibt und die Anlage von innen angreift.

Flicken von Löchern lohnt nur, wenn die Auspuffanlage insgesamt noch in einem guten Zustand ist. Bei einem stark vergammelten Abgasstrang besser die betroffenen Bauteile komplett tauschen.
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Haltbarkeit/Laufleistung: Als grober Richtwert gelten etwa 100.000 Kilometer, je nach Nutzung auch deutlich weniger oder mehr.
Ungefähre Kosten: Für einzelne Teile wie Endschalldämpfer oder Flexrohr sollte man meist mit ab etwa 240 Euro rechnen, komplette Anlagen können je nach Modell deutlich teurer werden. Weil Werkstätten heute generell höhere Stundenverrechnungssätze haben, wird es bei aufwendigen Auspuffarbeiten schnell teuer.
Alle Infos zum Thema: Auspuff wechseln
Bei Automodellen mit Start-Stopp empfiehlt sich ein AGM- oder EFB-Akku. Bei älteren Autos reicht oft eine Standard-Blei-Batterie. Als Faustregel beträgt die durchschnittliche Lebensdauer einer Starterbatterie rund vier bis fünf Jahre. Kurzstrecken, lange Standzeiten und viele Verbraucher verkürzen sie zusätzlich. Tipp für Kurzstreckenfahrer: Die Batterie regelmäßig an ein Ladegerät anschließen, das erhöht die Lebenserwartung deutlich.

Bei Automodellen mit Start/Stopp empfiehlt sich ein AGM-Akku. Bei allen anderen reicht in der Regel die Standardbatterie.
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Haltbarkeit/Laufleistung: Meist 4 bis 5 Jahre, bei guter Pflege teils länger.
Ungefähre Kosten: Laut ADAC kostet eine gute konventionelle 50-Ah-Blei-Säure-Batterie etwa 90 Euro, eine gute 100-Ah-AGM-Batterie etwa 240 Euro. In der Praxis kommen je nach Fahrzeug und Werkstatt noch Einbau- oder Anlernkosten dazu.
Halogen, Xenon, LED oder Laser: Für die Fahrzeugbeleuchtung gibt es unterschiedliche Lampentypen und Technologien. Moderne Systeme lassen dabei kaum mehr Raum für Eigeninitiative. HELLA beschreibt LED-Scheinwerfer als langlebig bis hin zu einem möglichen Fahrzeugleben, während OSRAM bei besonders langlebigen Halogen- und Xenon-Lösungen mit deutlich verlängerten Wechselzyklen wirbt.
Haltbarkeit/Laufleistung: Halogen hält deutlich kürzer als Xenon oder LED. Hersteller nennen für langlebige Halogenlampen bis zu 100.000 Kilometer, für Xenon-Brenner sogar bis zu 300.000 Kilometer; LED-Technik kann je nach Bauart mehrere Tausend Stunden bis hin zu einem Autoleben halten.
Ungefähre Kosten: Eine einfache Halogenlampe gibt es für zehn Euro. Xenon-Brenner liegen deutlich höher, und bei defekten LED-Systemen wird oft nicht die Lampe, sondern das Modul oder gleich der komplette Scheinwerfer getauscht, dann wird es schnell drei- bis vierstellig.
Motoröl verschmutzt durch Ruß und Ablagerungen und sollte regelmäßig erneuert werden. Manche Hersteller geben starre Intervalle vor, die liegen oft zwischen 15.000 und 30.000 Kilometern bzw. zwischen einem und zwei Jahren, andere arbeiten mit flexiblen Intervallen; bei ungünstigem Fahrprofil, etwa viel Stadtverkehr, wird häufiger gewechselt.

In welchen Abständen ein Ölwechsel nötig ist, steht im Bordbuch des jeweiligen Fahrzeugs.
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Haltbarkeit/Laufleistung: Je nach Hersteller oft 15.000 bis 30.000 Kilometer, beziehungsweise bis zu zwei Jahre.
Ungefähre Kosten: Mit Filter und Öl ab 90 Euro. Je nach Fahrzeug landet man oft auch deutlich höher.
Ob man den Ölwechsel selbst macht oder in der Werkstatt durchführen lässt, ist eine Frage des Geldbeutels sowie der eigenen Fähigkeit. Unser Tipp: Lässt man den Wechsel von Fachmännern vornehmen, kann man das Öl selbst kaufen und zur Werkstatt mitbringen. Denn dort werden häufig höhere Preise verlangt. In jedem Fall lohnt sich der Preisvergleich.
Getriebeöl ist langlebig, altert aber trotzdem. Vor allem bei Automatikgetrieben kann vernachlässigtes Öl richtig teuer werden. Konkrete Intervalle unterscheiden sich stark nach Hersteller und Getriebeart.
Haltbarkeit/Laufleistung: Wenn der Hersteller keine Intervalle vorgibt – als Faustregel alle drei Jahre den Füllstand prüfen, nach zehn Jahren wechseln lassen.
Ungefähre Kosten: Für Schaltgetriebe kann man grob mit etwa ab 90 Euro rechnen, für Automatikgetriebe startet es ab 175 Euro. Diese Werte sind Praxis-Richtwerte und stark modellabhängig.
Der Kühlflüssigkeitsstand sollte regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf mit der richtigen Spezifikation ergänzt werden. Kühlflüssigkeit hält nicht ewig und ein Wechsel ist nach etwa 100.000 Kilometern sinnvoll, wenn der Hersteller nichts anderes vorgibt.
Haltbarkeit/Laufleistung: Grob bis etwa 100.000 Kilometer, immer abhängig von der Herstellervorgabe.
Ungefähre Kosten: Für einen kompletten Wechsel kann man grob mit etwa 100 bis 180 Euro rechnen, je nach Fahrzeug, Füllmenge und Werkstatt.
Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, zieht also Wasser. Genau deshalb muss sie raus, bevor die Bremsleistung leidet. Empfehlung der Hersteller – spätestens alle zwei Jahre wechseln.
Haltbarkeit/Laufleistung: In der Regel alle zwei Jahre.
Ungefähre Kosten: Grob 100 bis 200 Euro inklusive Flüssigkeit sind ein realistischer Werkstatt-Richtwert. Auf Angebote von Werkstattketten achten.
Bremsbeläge, Scheibenbremsen oder Trommelbremsen sind klassische Verschleißteile. Für die Bremsanlage sind 40.000 bis 120.000 Kilometer eine typische Laufleistung, abhängig von Fahrstil, Fahrzeug und Einsatz. Hybrid- und Elektroautos können durch Rekuperation längere Standzeiten der Bremse haben – was Beläge und Scheiben zwar schont, aber auch Rost begünstigen kann.

Sehr wichtig ist ein einwandfreier Zustand der Bremsen. Deshalb sollten diese eigentlich bei jedem Werkstattbesuch inspiziert werden.
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Haltbarkeit/Laufleistung: Bremsbeläge halten oft 20.000 bis 50.000 Kilometer, Bremsscheiben meist länger; die gesamte Bremsanlage liegt oft im Bereich von 40.000 bis 120.000 Kilometern.
Ungefähre Kosten: Für neue Beläge pro Achse sind grob 90 bis 300 Euro fällig. Wenn auch die Scheiben runter sind, erhöht sich der Betrag deutlich.
Der Luftfilter schützt den Motor vor Schmutz in der Ansaugluft. Ist er zugesetzt, kann das die Leistung verschlechtern und den Verschleiß erhöhen. Der Wechsel gehört zu den typischen Standardarbeiten in der Werkstatt.
Haltbarkeit/Laufleistung: Je nach Hersteller und Einsatzprofil meist im Rahmen der Inspektion, oft etwa alle 15.000 bis 30.000 Kilometer oder nach Wartungsplan.
Ungefähre Kosten: Ab etwa 30 Euro, je nach Fahrzeug und Filtertyp.
Innenraumfilter halten Pollen, Feinstaub und je nach Typ auch Stickoxide zurück. Empfohlen ist der Wechsel meist jährlich oder etwa nach 15.000 bis 30.000 Kilometern.
Haltbarkeit/Laufleistung: Grob ein Jahr oder 15.000 bis 30.000 Kilometer.
Ungefähre Kosten: Der Filter selbst kostet rund 30 Euro, dazu kommt die Arbeitszeit. Bei einfachen Modellen ist der Tausch schnell erledigt, bei anderen wird er überraschend aufwendig.
Probleme mit der Kupplung sind heute seltener als früher, aber ganz klar: Sie ist ein Verschleißteil. Wer oft schleifen lässt, viel in der Stadt fährt oder schwer zieht, verkürzt die Lebensdauer deutlich. Fachportale und Ratgeber nennen den Wechsel zu Recht als aufwendig und teuer.
Haltbarkeit/Laufleistung: Häufig grob um 100.000 Kilometer, bei schonender Fahrweise teils deutlich mehr, bei harter Belastung weniger.
Ungefähre Kosten: Für den Kupplungswechsel sollte man grob zwischen etwa 600 und 2.000 Euro einplanen, je nach Fahrzeug und Arbeitsaufwand.
Die Lichtmaschine ist eher kein klassisches Früh-Ausfallteil. Geht sie kaputt, lädt sie die Batterie nicht mehr und dann wird das Auto zum Startverweigerer. Der Teilepreis hängt stark vom Modell ab. Generatoren kosten grob zwischen 130 und 750 Euro, mit Einbau sind auch vierstellige Summen möglich.
Haltbarkeit/Laufleistung: Oft sehr lang, nicht selten deutlich über 100.000 Kilometer.
Ungefähre Kosten: Grob 130 bis 750 Euro, je nach Fahrzeug und Einbau auch mehr. Sind nur Kohlebürsten verschlissen, kann oft deutlich günstiger repariert werden.
Beim Reifen gibt es zwar kein festes Verfallsdatum, aber Alter und Profiltiefe sind entscheidend. Gesetzlich erlaubt sind 1,6 Millimeter, unsere Empfehlung ist schon deutlich früher zu wechseln: drei Millimeter bei Sommerreifen, vier Millimeter bei Winter- und Ganzjahresreifen. Nach rund sechs Jahren sollte man genauer hinschauen, nach zehn Jahren ist spätestens Schluss mit lustig.

Die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter. Empfehlenswert sind 3 mm für Sommer- und 4 mm für Winterreifen.
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Haltbarkeit/Laufleistung: Stark abhängig von Fahrstil und Fahrzeug; beim Alter gilt: ab sechs Jahren genau prüfen, ab zehn Jahren austauschen.
Ungefähre Kosten: Für einen neuen Satz Reifen sind grob ab 220 Euro drin, Markenreifen in größeren Größen liegen klar darüber. Für Montage, Wuchten und eventuelle RDKS-Zuschläge kommen meist noch 80 bis 160 Euro dazu.
Stoßdämpfer werden oft vergessen, obwohl sie Fahrstabilität und Bremsweg stark beeinflussen. TÜV SÜD empfiehlt, sie spätestens ab 80.000 Kilometern und danach etwa alle 20.000 Kilometer prüfen zu lassen.
Haltbarkeit/Laufleistung: Kontrolle ab 80.000 Kilometern, danach regelmäßig.
Ungefähre Kosten: Für hintere Stoßdämpfer kann man grob ab etwa 150 Euro, für vordere oft ab etwa 210 Euro rechnen; je nach Fahrzeug, Dämpfertyp und zusätzlichem Aufwand kann es deutlich teurer werden.
Der Zahnriemen ist das Paradebeispiel für ein Teil, bei dem man Intervalle niemals ignorieren sollte. Die Spannweite ist groß: je nach Modell reichen die Vorgaben von 60.000 bis 240.000 Kilometern und von sechs bis zehn Jahren. Es gilt immer, was zuerst eintritt.
Haltbarkeit/Laufleistung: Je nach Auto 60.000 bis 240.000 Kilometer oder 6 bis 10 Jahre.
Ungefähre Kosten: Der Wechsel kostet bei älteren Autos ab 300 Euro, bei neueren Modellen kann er wegen des hohen Arbeitsaufwands aber auch bis in den vierstelligen Bereich gehen.
Fazit
Verschleiß gehört zum Autofahren dazu. Die gute Nachricht: Viele teure Schäden lassen sich vermeiden, wenn man Wartungsintervalle ernst nimmt und typische Problemteile im Blick behält. Besonders Batterie, Bremsen, Reifen, Betriebsflüssigkeiten, Stoßdämpfer und Zahnriemen verdienen Aufmerksamkeit. Und weil Werkstattkosten zuletzt weiter gestiegen sind, lohnt sich regelmäßige Wartung heute mehr denn je.
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