Vier sportliche Limousinen im Test
Machtspielchen

Alpina B5 S, Audi RS 6, BMW M5 und Mercedes E 63 AMG kämpfen um die Gunst des gut situierten Sportfahrers. Was sie können und wo ihre Schwächen liegen, zeigt dieser Vergleich auf der "kleinen Nordschleife" Sachsenring.
Bild: Christian Bittmann
Jaja, das Wetter. Da sind wir nach einer noch am Vorabend guten Prognose unterwegs nach Oschersleben und geraten auf dem Weg zur Strecke in heftigen Schneefall. Dass wir zum Messen natürlich Sommerreifen aufgezogen haben, macht die Sache auch nicht besser. Ein paar Kilometer vor der Motorsport-Arena verschwindet zwar der Schnee komplett, aber es ist nass. Und das soll auch so bleiben, meint die Wettervorhersage des nahe liegenden Flughafens Cochstedt, einer unserer Messplätze. Nach ein paar Telefonaten die Entscheidung: Wir ziehen um zum 250 Kilometer entfernten Sachsenring, da ist es trocken und soll es auch bleiben. Zumindest bis morgen. Mit etwas Glück schaffen wir den Transfer noch vor Einbruch der Dunkelheit. Ohne Glück wird’s schwierig. Kurz vor 16 Uhr der erste Lichtblick des Tages: Der Sachsenring ist zwar stellenweise feucht, doch trocken genug für schnelle Runden. Sehr schnelle Runden gegen die Zeit, denn ab 16.30 Uhr wird es zügig dunkler, gegen 17 Uhr ist es zappenduster.
Mit satten 507 PS ist der BMW M5 auf dem Papier der Schwächste

Bild: Christian Bittmann
Der Mercedes E 63 AMG setzt auf auf üppigen Hubraum

Bild: Christian Bittmann
Die Auswertung der Fahrleistungsmessungen lässt vermuten, dass das Feld trotz der Leistungsunterschiede recht eng beieinander liegen wird. Zwar ist der Stärkste, der Audi RS 6, stolze 50 PS kräftiger als der zweitstärkste Testkandidat Alpina B5 S. Doch bringt der Audi noch mal rund 130 Kilogramm mehr auf die Waage als der Zweitschwerste, der E 63 AMG. Doch der langhubige Ingolstädter dominiert bei allen Beschleunigungsmessungen und fährt mit seinem bösartig grollenden V10 einen ersten Teilsieg bei den Fahrleistungen ein. Trotz der vollen Sekunde, die der RS 6 dem E 63 AMG beim Spurt auf 200 km/h abnimmt, liegen alle Aggregate subjektiv auf einem Niveau. Nur die Art, wie die Kraft bereitgestellt wird, unterscheidet sich, was sich schließlich auch auf der Rundstrecke auswirkt. Der Alpina etwa ist bereits bei niedrigen Drehzahlen enorm druckvoll und setzt dank seines gigantischen Drehmoments von 725 Nm bei 4750 Touren Gasbefehle bei jeder Drehzahl völlig ungerührt in stürmischen Vortrieb um. Anders agiert der BMW M5, dessen Hochdrehzahlmotor erst bei höheren Touren so richtig mit Schmackes zur Sache geht. Dann aber mit Genuss und einer erstklassigen Soundkulisse.
Für die Raserei auf der Rennstrecke ist der Alpina zu unharmonisch

Bild: Christian Bittmann
Der Audi RS 6 umrundet den Kurs souverän und eindrucksvoll

Bild: Christian Bittmann
Weitere Details zu den vier Sportlern im Limousinen-Gewand finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
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