Fahrbericht VW ID.X

VW ID.X: Test, Prototyp, ID.3, Akku

Das matte Biest aus Wolfsburg: So fährt der VW ID.X mit 340 PS

Der ID.3 kommt als X mit 340 PS. Muss das sein? Ja! AUTO BILD dreht eine Runde mit dem Chef im "matten Biest", wie er in Wolfsburg genannt wird.
Mit "Macht doch einfach mal!" haben sie bei VW gute Erfahrungen gemacht. So entstand 2015 in Wolfsburg aus dem Nichts die MEB-Plattform, auf der alle heutigen Elektroautos des Konzerns basieren. Entwicklungsingenieur Andreas Reckewerth ist einer von denen, die "mal machen". Er begleitet den ID.3 vom ersten Tag an. Jetzt hat er sich mit seinem Team weggeschlossen, getüftelt, getestet, geschraubt. Das Ziel: Geht da noch mehr? Es geht: Hier sehen Sie den ID.X, den Elektro-Volkswagen ID.3 als 340-PS-Version! (Wichtige Tipps für den Neuwagenkauf im Internet)

Einem GTI Clubsport lässt der ID.X keine Chance

Der hat ordentlich Dampf: Von 0 auf 100 km/h geht der ID.X in 5,3 Sekunden – bei Tempo 160 ist Schluss.

©Volkswagen AG

AUTO BILD durfte den Prototyp als erstes Medium überhaupt fahren. Instruktor: Marken-CEO Ralf Brandstätter selbst. "Dass man mit E-Autos jeden Ampelspurt gewinnt, wenn man will, wissen viele schon", sagt der VW-Chef, "mit dem ID.X schlagen wir von 0 auf 100 km/h auch den GTI Clubsport. E-Auto fahren ist eben kein Verzicht und kein Abschied vom Fahrspaß, es ist genau das Gegenteil." Der brachiale ID.3 in Mangangrau und mit neongelben Zierstreifen, in Wolfsburg "das matte Biest" genannt, schafft den Spurt von 0 auf 100 in 5,3 Sekunden. Der Golf GTI Clubsport liegt bei 5,7 Sekunden. Beim Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h nimmt der ID.X dem GTI eine ganze Sekunde ab: 3,5 zu 4,5 Sekunden. Übrigens: ohne Allrad, das wurde technisch zu kompliziert, mit echtem Heckantrieb.

Die Kraft steht dem Elektroflitzer gut, sogar Drifts sind drin

Er kann auch quer: Die vollen 340 PS und 460 Nm gehen beim ID.X ausschließlich nach hinten.

©Volkswagen AG

Bei der Fahrt auf Test-Oval und Handlingstrecke, wo Brandstätter und AUTO BILD-Chef Tom Drechsler sich am Steuer abwechseln, merkt man das. Es gibt ESC Sport und ESC Off (dann regelt die Elektronik in allerletzter Sekunde, ich habe es ausprobiert, schade um die Reifen). An die 146 bis 204 PS der ID.3-Serienversion denkt man da nicht, eher an den Spaß des Driftens, das kann er nämlich. Natürlich geht das im Alltag selten bis nie, aber die Kraft steht dem Elektroflitzer gut. Und sagte Herbert Diess, der Konzernboss, nicht mal über das Tesla Model 3 Performance: "Der geht wie die Sau"? Hier fährt das Pendant dazu. Nicht so hart wie erwartet, trotz der 21-Zöller mit 245er-Reifen. Aber Fahrspaß, solange der Akku hält. Und VW, bitte, lasst den Sound so. Er ist nicht zugemischt, es ist tatsächlich das turbinenartig summende Hochdrehen des E-Motors.
Was hat das Reckewerth-Team gemacht? Der ID.X ist echt nachhaltig! Er entstand aus einem eigentlich für die Verschrottung vorgesehenen ID.3 der First Edition, einer aus einem Unfallauto ausgebauten 62-kWh-Batterie und aus einem ID.4 GTX nach einem Crashtest. Radträger vorn, Bremsen, Federbein, Federn stammen vom ID.4, ebenso der Performance-Motor plus Achse. Die Software wurde verändert, der Powertrain auch. Der ID.X kommt auf 1933 Kilogramm, kräftige 460 Nm.

Im Innenraum zeigt der ID.X schon die ID.3-Verbesserungen

Auf die Kritik gehört: In Zukunft gibt es im ID.3 einen größeren Monitor und verbesserte Slider.

©Volkswagen AG

Im Innenraum wird hier schon manches verändert, was die Kunden am meisten stört – und was VW ab Ende November 2021 in neuen Ausstattungslinien des ID.3 bringen wird. 12-Zoll- statt 10-Zoll-Bildschirm, die ungeliebten Slider endlich beleuchtet, bessere Stoffe, Türinnenflächen mit Alcantara bespannt. "Die Kritik der Käufer ist angekommen", sagt Brandstätter, man werde das Facelift auf Anfang 2023 vorziehen, wo es unter anderem komplett neue Türinnenverkleidungen geben wird, Ziernähte statt Plastik in Mülltonnengrau, eine neue Frontschürze und Fronthaube, die blinden geteilten Heckleuchten werden künftig wirklich leuchten. Jozef Kaban, der neue Chefdesigner, verantwortet die Änderungen, die den ID.3 aufwerten sollen.

Fahrbericht VW ID.X

VW ID.3 SVW ID.3 SVW ID.3 S
Er bringt auch, ganz im Sinn von CEO Brandstätter, mehr Nachhaltigkeit in den Elektroflitzer: mit Stoffen, die aus Plastikmüll, der aus den Weltmeeren gefischt wurde, gewebt wurden – etwa im Dachhimmel. "Am ressourcenschonendsten ist, das wiederzuverwenden, was schon mal produziert wurde", sagt der Chef. Wie beim ID.X ... (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich)

Fotos: Volkswagen AG

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